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Vom Niederrhein nach Quakenbrück ins Artland

Stefanie Feldkamp, gute Seele in Hülsmanns Büro, hält dem Chef so gut es geht den Rücken frei. 

Die Erfolgsgeschichte von Werner Hülsmann und seinen Artland Fahrdiensten

Mehr als 40 Fahrzeuge im Einsatz, fast 70 Mitarbeiter – Werner Hülsmann, Chef des Quakenbrücker Unternehmens Artland Fahrdienste, hat etwas vorzuweisen. Seit er 2011 mit zwei Fahrzeugen an den Start ging, ist sein Betrieb auf eine beachtliche Größe gewachsen. Dabei hatte Hülsmann seine Heimat am Niederrhein vor gut 15 Jahren vor allem verlassen, um ein neues Leben anzufangen.

Unternehmen aus der Region

Neue Stadt, neuer Job, neues Umfeld, dass daraus eine Unternehmung dieser Größenordnung entstehen würde, daran hatte er damals nicht gedacht. Nachdem der gelernte Kaufmann in der Heimat jahrelang in der Geschäftsführung eines Bauunternehmens tätig war, begann er in Quakenbrück bescheiden als Taxifahrer.

Zufrieden mit seinem gut florierenden Unternehmen Artland Fahrdienste: Werner Hülsmann vor einem kleinen Teil seines Fuhrparks. Fotos: Christoph Lützenkirchen
Zufrieden mit seinem gut florierenden Unternehmen Artland Fahrdienste: Werner Hülsmann vor einem kleinen Teil seines Fuhrparks. Fotos: Christoph Lützenkirchen

Aber Hülsmann schaute sich genau an, wie seine Arbeitgeber ihr Geschäft betrieben. Aus der Begegnung mit einer Frau, deren schwerbehinderter Sohn zu sehr vielen Therapien gefahren werden musste, entstand seine Geschäftsidee: „In der Region gab es Fahrer, die befördert wurden. Ich niemanden, der Rollstuhlkaufte, zwei Fahrzeuge, eins davon als Taxi und das andere als umgebautes Fahrzeug für Menschen im Rollstuhl“, so der Unternehmer: „Neben dem typischen Taxigeschäft inklusive der Fahrten zu Arztterminen, zur Chemotherapie, zur Bestrahlung oder zur Dialyse haben wir Menschen mit Bewegungsbehinderungen als Kunden hinzugewonnen.“ Die rasch wachsende Nachfrage bestätigte seine Geschäftsidee. Schon Ende des Jahres 2011 hatte er seinen Fuhrpark auf sechs Fahrzeuge verdreifacht. Die Artland-Fahrdienste wuchsen schnell. Hülsmann übernahm Kurierdienste für die Deutsche Post und die City Post. Für den Landkreis fährt er seit 2015 Schulkinder mit Einschränkungen zur Schule. Dafür investierte er im Laufe der Jahre in inzwischen 20 Busse mit je neun Sitzplätzen. Sie legen seinen Angaben zufolge täglich über 2000 km zurück. Heute umfasst der Fuhrpark der Artland Fahrdienste 42 Fahrzeuge. Neben den 20 Neunsitzern sind das Taxen, Mietwagen und Transporter für den Kurierdienst.

Unternehmen aus der Region

Aktuell beschäftigt Werner Hülsmann 68 Menschen. „Wünschenswert wären noch fünf mehr“, sagt er. Es sei aber nicht leicht, gute Mitarbeiter zu finden. Dabei bemüht sich der Geschäftsführer der Artland Fahrdienste um ein gutes Betriebsklima. Als Beispiele nennt er die jährliche Weihnachtsfeier, das gemeinsame Spargelessen, die Geschenke zum Geburtstag und zu Weihnachten für jeden einzelnen Mitarbeiter. Wenn ein Mitarbeiter umziehen möchte, kann er sich aus dem Betrieb einen Transporter leihen. Auch wenn ein Privatauto streikt, hilft der Chef großzügig aus. „Der Zusammenhalt bei uns im Team ist groß“, sagt man Hülsmann: „Aber es braucht viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl für die Arbeit bei uns. Bei Kindern und Jugendlichen hilft oft viel Geduld, man muss sich aber auch durchsetzen können.“

Wer mit Werner Hülsmann zusammensitzt, kommt nicht auf die Idee, es mit einem Rentner zu tun zu haben. Seit März 2026 hat der 66-Jährige aber genau diesen Status. Ans Aufhören denkt er aber nicht. Schon vor einigen Jahren wurde ich von meiner Hausbank, von Mitarbeitern und meiner Familie gefragt, wie lange ich denn noch arbeiten wolle“, erzählt er. Damals habe er geantwortet, dass er noch zehn Jahre machen werde. Wenn man ihn heute fragt, sagt er das Gleiche. Werner Hülsmann – der Mann vom Niederrhein – hat im Artland offensichtlich sein Glück gefunden. luetz

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