Wer über die Installation einer Wärmepumpe nachdenkt, hört vielleicht solche Sätze:„Wärmepumpen lohnen sich nicht für ältere Gebäude“, „Sie sind laut“ oder „Eine Anschaffung ist nur sinnvoll, wenn man eine Photovoltaikanlage und eine Fußbodenheizung hat.“ Aber stimmt das überhaupt? Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZNRW) klärt typische Irrtümer auf.
1. Irrtum: Lautstärke belästigt Nachbarn:
Vor einigen Jahren waren Wärmepumpen noch deutlich lauter. Mittlerweile liegen moderne Wärmepumpen laut VZ NRW meist unter 50 Dezibel - dies entspricht etwa dem Geräuschpegel eines Geschirrspülers. Dazu noch einige Tipps:
• Bei der Modellwahl auf die Lautstärke-Angaben achten. Sole-Wasser-Wärmepumpen verursachen im Gegensatz zu Luft-Wasser-Wärmepumpen kaum Schallemissionen.
• Den Standort so wählen, dass sich Nachbarn nicht belästigt fühlen. Das Außengerät kann man etwa auf eine Schallschutzmatte stellen. Alternativ hat eine sogenannte Wärmepumpen-Behausung eine dämmende Wirkung,
• Regelmäßige Wartung trägt ebenfalls zum geräuscharmen Einsatz der Wärmepumpe bei.
Übrigens: Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen seit 2026 strengere Grenzwerte einhalten, um eine staatliche Förderung zu erhalten. Für Geräte mit sechs bis zwölf Kilowatt Leistung liegt der Grenzwert bei 60 Dezibel, schreibt „Zukunft Altbau“, ein vom Umweltministerium Baden-Württemberg gefördertes Programm. Geräte mit geringerer Leistung dürfen 55 Dezibel nicht überschreiten. In der Regel erfüllen Geräte auf dem Markt aber bereits diese Fördervorgaben für Deutschland.
2. Irrtum: Nur für ein energieeffizientes Gebäude:
In Neubauten sind Wärmepumpen laut VZNRW inzwischen Standard und die derzeit am eingesetzte häufigsten Heiztechnologie. Aber auch wer im Altbau wohnt, kann über eine Wärmepumpe als Alternative zur Gas-Heizung nachdenken.
Wichtig damit, das Gerät die Räume ausreichend heizen kann: Die Vorlauftemperatur sollte nicht zu hoch sein. Dieser Wert gibt an, wie heiß das Wasser ist, wenn es den Heizkessel oder die Wärmepumpe verlässt, bevor es ins Heizungssystem transportiert wird. Wenn die Vorlauftemperatur den Wert von 50 bis maximal 55 Grad Celsius nicht überschreiten muss, steht dem Betrieb einer Wärmepumpe auch in einem Altbau nichts entgegen, schreibt die Verbraucherzentrale.
Übrigens: Anders als manchmal vermutet, ist eine Fußbodenheizung oder Wandheizung keine Voraussetzung für eine Wärmepumpe. Solche Flächenheizungen sind zwar ideal, weil sie mit geringen Vorlauftemperaturen auskommen. Wärmepumpen können auch mit herkömmlichen Heizkörpern betrieben werden.
Tipp: Schon kleine Maßnahmen können große Effekte mit sich bringen, wenn man etwa die obere Geschossdecke oder die Kellerdecke dämmt. Je besser die Gebäudehülle gedämmt ist, umso kleiner darf die Wärmepumpe sein.
3. Irrtum: Nur mit Phosinntovoltaikanlage voll:
Wer seine Heizung mit Strom vom eignen Dach betreibt, kann seine Energiekosten erheblich reduzieren. Das bedeutet aber nicht, dass sich eine Wärmepumpe nur lohnt, wenn man bereits eine Photovoltaikanlage sowie einen Batteriespeicher hat. Bei älteren Bestandsgebäuden lohnt es sich zunächst in die Dämmung zu investieren. Denn auch dadurch sinkt der Heizbedarf und somit die Energiekosten wodurch man die Wärmepumpe auch ohne selbsterzeugten Sonnenstrom günstiger betreiben kann. Für Wärmepumpen gibt es spezielle Stromtarife, die günstiger sind als solche für den normalen Hausstrom, so die VZNRW. Dafür muss man die Wärmepumpe aber über einen eigenen Zähler betreiben.
dpa/tmn