So richtig daran denken mag man noch nicht - aber jetzt Ende August hat der Sommer sein Halbzeit-Bergfest längst gefeiert und es geht auf die dritte Jahreszeit, also den Herbst, mit einem hoffentlich goldenen Oktober zu. Bevor es dann kalt wird und oft Regen den Aufenthalt im Freien vermiest, werden vielerorts noch einmal Stadtfeste gefeiert und es stehen kulturelle Highlights auf dem Programm.


Also gute Gelegenheit, um bei einem Städtetrip neben den ständigen „Sehenswürdigkeiten“ noch einen oder gleich mehrere besondere saisonale Programmpunkte abzupassen. Immer und gerade jetzt in der nächsten Zeit eine Reise wert (aus Osnabrück u. a. wegen der kurzen Anfahrt und der guten Erreichbarkeit) ist Hamburg.
Auch in der Elbstadt gibt es jetzt nicht einmal einen Event-Endspurt. Im September locken u. a. die Theaternacht mit offenen Türen in allen Spielstätten (5.9.), das BinnenelsterFilmfest mit schwimmendem Open-Air-Kino zum Herbstanfang (11.-14. 9.), das viertägige Reeperbahn-Festival mit Musik und Kultur in über 70 Spielstätten im Kiez (16.19.9.) sowie das Filmfest Hamburg (24.9.-3. 10.) Weiteres Highlight ist dann noch der Hamburger Museumstag, an dem über 50 Häuser kostenlos zugänglich sind (31.10.). Und im Herbst ist natürlich wieder die Zeit der Apfelernte. Traditionell wird dann im Alten Land, also Hamburgs Umgebung, überall zum Genießen eingeladen und es lassen sich tolle Touren unternehmen.


Klar: Städtereisen lassen sich auf eigene Faust und mit allen erdenklichen Verkehrsmitteln unternehmen. Gerade die Elbmetropole lässt sich aber gut auch ohne die Wagnisse einer Bahnfahrt oder den Stress einer Autofahrt aufsuchen.
Hamburg ist nämlich ein Ziel, das häufig bei Fahrten und Kurzreisen im Bus angesteuert wird. Hamburg lohnt sich in jeder Jahreszeit: Vom sprichwörtlichen Michel über Hafen, Speicherstadt und Elbphilharmonie bis zum Miniatur-Wunderland gibt es jede Menge spannende Besuchsziele. Und das Sightseeing lässt sich in Hamburg von den Musicals bis zu Konzerten in der Elbphilharmonie ideal auch mit Kulturgenuss verbinden. Häufig werden Kurzreisen angeboten, die besondere Musikerlebnisse mit Besuchen in Museen oder Ausstellungen kombinieren - gerade für die Elbphilharmonie, also das 2017 eröffnete Konzerthaus, ergeben sich da oft gute Gelegenheiten. Und im Herbst gehören natürlich auch Fahrten zur Apfelernte ins Alte Land zu den Klassikern.
Egal ob Tagestrip oder Wochenendreise: Bequemer als im Reisebus werden sich Hamburg und die weiteren Ziele in der Stadt kaum ereichen lassen. In modernen Reisebussen können Fahrgäste in bequemen Sitzen mit reichlich Beinfreiheit lümmeln, sich unterwegs die Zeit mit Lektüre vertreiben, mit anderen Teilnehmenden ins Gesprächen kommen oder den Blick auf die vorbeiziehenden Landschaften genießen. Natürlich sind moderne Reisebusse klimatisiert, verfügen über WLAN und andere andere Annehmlichkeiten wie Bordküche/-toilette.
Auch die Suche nach einem Hotel und das Buchen von Eintrittskarten entfallen bei einer organisierten Reise oder Fahrt im Bus - es ist einfach nur Einsteigen und Losfahren angesagt. Außerdem sind immer kompetente Reisebegleiter dabei, die Fragen beantworten oder noch Tipps geben können, wo sich ein gutes Restaurant finden lässt.
Hamburg lockt jetzt im Herbst noch einmal mit zahlreichen spannenden Kulturevents. Ein besonderes Highlight für Cineasten ist jetzt das Binnenalster Film-Festival (11.-14. 9.). Dabei schwimmt eine Kinoleinwand auf einem Ponton mitten auf der Binnenalster und die Zuschauer genießen die Filmdarbietungen von den Stufen des Jungfernstiegs aus. Details zum genauen Programm und den Spielzeiten werden im Laufe des Sommers auf der offiziellen Filmfest-Hamburg-Website über www.filmfesthamburg.de zu finden sein.
Und wer den Hamburg-Trip mit einer Visite beim Reeperbahn-Festival verbindet, ist ebenfalls fein raus: Nachdem bereits zahlreiche spätere Größen wie Cro, Casper und Ed Sheeran dabei aufgetreten sind, gilt es mittlerweile als eines der angesagtesten Club-Musikfestivals in Europa. Diesmal gibt es nach den Angaben von Hamburg-Tourismus vom 16.-19.9. eine Vielzahl an musikalischen und popkulturellen Darbietungen in etwa 70 Spielstätten. Das Programm bedient alle Musikvorlieben von Indie, Pop, Rock über Folk und Singer-Songwriter bis Electronic, Hip-Hop, Soul, Jazz und Klassik. Infos und Tickets gibt es über www.reeperbahnfestival.com .
Auch beim Filmfest Hamburg, das vom 24.9.-3.10. in seine 34. Runde geht, können Kinofreunde voll auf ihre Kosten kommen: An den zehn Tagen werden etwa 70 nationale und internationale Spiel- und Dokumentarfilme als Welturaufführung, Europapremiere oder deutsche Erstaufführung gezeigt. Programminfos und Tickets gibt es über www.filmfesthamburg.de
Auf St. Pauli ist in den „Schmidt“-Theatern auch die neue Theatersaison angelaufen. So wurde im Schmidt Tivoli im Vormonat u. a. wieder der Grill für die „Heiße Ecke“ angeschmissen, also das Reeperbahnmusical. Mittlerweile begeistert der Dauerbrenner bereits seit über 22 Jahren.
Nebenan im Schmidt-Theater steht weiterhin „Der 50-Dollar-Diktator“ auf dem Spielplan. Die irrwitzige Komödie von Tommy Jaud und Moritz Netenjakob, inszeniert von Corny Littmann, verbindet Familienchaos, politischen Irrsinn und bissige Satire zu einem ebenso absurden wie gnadenlos komischen Theaterabend. Und die junge Bühne „Schmidtchen“ zeigt zwei neue Shows für die jüngsten Gäste.
Apropos Corny Littmann: Der 1952 geborene Theatermacher, Schauspieler, Regisseur und LGBT-Aktivist hat einen Stern auf der Reeperbahn erhalten, auf dem Spielbudenplatz, direkt vor dem Schmidt Theater. Er wurde anlässlich seines 50-jährigen Bühnenjubiläums mit dieser Ehrung für sein Lebenswerk und sein Engagement auf St. Pauli ausgezeichnet. Nach dem Hamburger Ehrenbürger Udo Lindenberg ist Littmann erst die zweite Person, die von der Hansestadt mit einem Stern ausgezeichnet wurde. Udo erhielt seinen Stern bereits 1996.
Corny Littmann ist spätestens seit der Kult-Fernsehsendung „Schmidt - Die Mitternachtsshow“ einem großen Publikum bekannt. Er ist der Gründer und geschäftsführende Gesellschafter der Schmidt-Theater. Unter seiner Intendanz wurden die Bühnen am Spielbudenplatz - das Schmidt Theater, Schmidts Tivoli und das Schmidtchen - zu festen Größen der Hamburger Kulturlandschaft. Littmann engagiert sich seit Jahrzehnten für die Rechte und die Sichtbarkeit queerer Menschen und fördert außerdem Kulturprojekte im Stadtteil St. Pauli. Er freut sich über die Ehrung: „Ein Stern an der Reeperbahn, direkt vor dem Schmidt-Theater – ohne Udo nahetreten zu wollen: Das ist für mich ab sofort die schönste Gehwegplatte auf dem Kiez“, wird er von der Schmidt-Presseabteilung zitiert.