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Rütenbrocker Kirchengemeinde im historischen Glockengießerei-Museum in Heiligerlee: Auf den Spuren der Glocke

Die Mitglieder von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat Rütenbrocks besuchten den Ort der Herkunft ihrer Kirchenglocken

Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat aus Rütenbrock auf Spurensuche in Heiligerlee: Mit Einblicken in die Glockengießerei und die Geschichte der 1869 gelieferten Kirchenglocken von St. Maximilian

Heiligerlee in der niederländischen Provinz Groningen wurde im 19. Jahrhundert überregional bekannt durch die Glockengießerei van Bergen. Deren Geschichte führte nun die Mitglieder des Kirchenvorstandes und des Pfarrgemeinderates des Kirchspiels Rütenbrock mit ihren Partnern im Rahmen eines gemeinsamen Ausflugs in den niederländischen Ort. Der Besuch zum Abschluss der Legislaturperiode bot dabei eine besondere Verbindung zur eigenen Kirchengeschichte: Eine der Glocken der katholischen St.-Maximilian-Kirche in Rütenbrock stammt aus dieser traditionsreichen Gießerei, deren Geschichte bis ins Jahr 1795 zurückreicht. Die Qualität der Erzeugnisse fand internationale Anerkennung. Auf Weltausstellungen in Wien, London, Philadelphia oder Paris wurde das Unternehmen mit Gold- und Silbermedaillen ausgezeichnet.

Unternehmen aus der Region

Bis zur Einstellung des Betriebs im Jahr 1980 entstanden in Heiligerlee zahlreiche Kirchen und Glockenspielglocken. Darüber hinaus stellte die Firma Turmuhrwerke und Feuerwehrspritzen her. Der ehemalige Stammsitz beherbergt heute das Museum, das die Geschichte des traditionsreichen Handwerks bewahrt. Für die Besucher aus dem Kirchspiel war die Geschichte der eigenen Kirchenglocken von besonderem Interesse. Wie Kirchenführerin und Küsterin Margret Gerdes Terborg recherchiert hatte, lieferte die Firma van Bergen im Jahr 1869 zum Ende der Fertigstellung der St.-Maximilian-Kirche in Rütenbrock drei Glocken. Die kleinste von ihnen, die auf den Ton A gestimmte und „Maria“ genannte Glocke, ist bis heute erhalten. Mit einem Durchmesser von 88 Zentimetern und einem Gewicht von knapp einer halben Tonne erklingt sie noch immer täglich. Die beiden größeren Glocken „Maximilian“, auf Dis gestimmt (ca. 132 cm, Gew. 1,5 t), und „Catharina“, auf Fis gestimmt (ca. 100 cm, Gew. 0,7 t), mussten im Ersten Weltkrieg im Zuge staatlich angeordneter Beschlagnahmungen von Kirchenglocken abgegeben werden. 

Pfarrer Andreas Bleise bedankte sich bei Museumsführer Steffen Swarts. Fotos: A. Terborg
Pfarrer Andreas Bleise bedankte sich bei Museumsführer Steffen Swarts. Fotos: A. Terborg

Die deutsche Kriegsindustrie benötigte die Bronze insbesondere wegen ihres Kupfer- und Zinnanteils für die Rüstungsproduktion. Später in den 1920er-Jahren wurden die beiden Glocken durch Stahlglocken des Bochumer Vereins ersetzt. Das Museum vermittelt anschaulich, wie aus Metall und handwerklichem Können Glocken entstehen. Zu den besonderen Attraktionen zählen u. a. ein Glockenspiel mit 49 Glocken im Museumsgarten und eine Spieltrommel. Die Mitglieder des Kirchenvorstandes des Pfarrgemeinderates zeigten sich beeindruckt von den Einblicken in die Geschichte und Technik des Glockengusses. Besonders reizvoll war dabei die unmittelbare Verbindung zwischen dem Museum und der eigenen Kirchengeschichte in Rütenbrock. Der Besuch in Heiligerlee machte zugleich deutlich, wie viele interessante historische Orte und kulturelle Schätze sich unmittelbar jenseits der deutschniederländischen Grenze entdecken lassen. Informationen: www.museaheiligerlee.nl. at

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