Wenn Hermann, Ulrike und Luisa Schwennen über das 60-jährige Bestehen ihrer AXA-Geschäftsstelle sprechen, fallen schnell Begriffe wie Tradition, Stolz, Dankbarkeit und Vertrauen. „Dankbarkeit und Vertrauen - das ist so verwachsen“, sagt Hermann Schwennen. Viele Kundinnen und Kunden halten der Geschäftsstelle seit Jahrzehnten die Treue, manche Familien bereits in dritter oder vierter Generation.
Der Anfang ohne Kundenbestand
Begonnen hat die Geschichte 1966 mit Hermann Schwennen senior. Der Gründer der Agentur hatte ursprünglich etwas ganz anderes gelernt: Er war Bäcker. Den Schritt in die Versicherungsbranche wagte er ohne vorhandenen Kundenbestand. „Mein Opa hat damals bei null angefangen. Dass daraus einmal so ein Unternehmen entstehen würde, konnte niemand ahnen“, sagt Luisa Schwennen.
Auch Else Schwennen gehört für die Familie fest dazu. Die Ehefrau des Gründers unterstützte den Betrieb in den Anfangsjahren, half im Büro und war über viele Jahre eine gute Seele im Hintergrund. „Ohne meine Mutter wäre vieles gar nicht möglich gewesen“, erinnert sich Hermann Schwennen.
Eine Familie wächst mit dem Betrieb
1980 war aus der nebenberuflichen Tätigkeit ein Büro im Privathaus geworden, 1987 folgte ein kleines Büro mit rund 70 Quadratmetern. 1995 übernahm Hermann Schwennen junior. 2003 entstand der heutige Standort. Inzwischen ist die Geschäftsstelle noch stärker zum Familienunternehmen geworden.
Ulrike Schwennen, die zuvor viele Jahre bei der Sparkasse gearbeitet hatte, übernahm Büroorganisation, Personal und Verwaltung. Luisa Schwennen steht für die dritte Generation. Nach dem Abitur absolvierte sie ein duales Studium bei AXA in Köln. Dennoch sei für sie früh klar gewesen, dass sie nach Papenburg zurückkehren wolle. „Ich bin Papenburgerin durch und durch“, sagt sie.
Beratung mit Blick auf den Menschen
Trotz aller Entwicklung ist ein Grundsatz geblieben: Im Mittelpunkt soll nicht das Produkt stehen, sondern die Beratung. Gute Versicherungsberatung bedeute zunächst, die Menschen kennenzulernen. Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und ein nachhaltiger Umgang seien für Hermann Schwennen entscheidend. „Ich möchte auch in zehn Jahren mit dem Kunden noch einen Kaffee trinken können“, sagt er. Weil eine Versicherung oft erst dann sichtbar werde, wenn ein Schaden eintrete, brauche es vorab Vertrauen.
Vom Hausbesuch zur Spezialisierung
In sechs Jahrzehnten hat sich die Versicherungsbranche deutlich verändert. Früher besuchte Hermann Schwennen viele Kundinnen und Kunden zu Hause. Er erinnert sich noch heute an Wohnzimmer und Küchen, in denen vor Jahrzehnten Gespräche geführt wurden. Heute kommen nach seinen Worten die meisten Kundinnen und Kunden ins Büro. Zugleich sind digitale Wege, Telefon, E-Mail und Videotermine selbstverständlich geworden. Auch innerhalb des Teams hat sich vieles ausdifferenziert. Während früher eine Person nahezu alle Bereiche abdeckte, gibt es heute Schwerpunkte: Schadenbearbeitung, Firmenkunden, Privatkunden, öffentlicher Dienst und Finanzdienstleistungen. Über 15 Menschen arbeiten in der Geschäftsstelle.
„Unsere Stärke ist unser Team“
Der Satz „Unsere Stärke ist unser Team“ ist für die Schwennens mehr als ein Slogan. „Ohne unsere Mannschaft, ohne unser Team sind wir alle gar nichts“, sagt Hermann Schwennen. Besonders nennt die Familie Heinz Rieken, der fast 40 Jahre im Betrieb tätig war und als erster Mitarbeiter von Hermann Schwennen senior eine prägende Rolle spielte. Auch heute gibt es mehrere langjährige Mitarbeitende. Ausgebildet wird ebenfalls; frühere Auszubildende wurden übernommen.
Blick nach vorn
Die Verwurzelung in Papenburg spielt für die Familie eine große Rolle. Heimat, Freunde, Familie - so beschreiben sie ihre Verbindung zur Stadt und besonders zum Obenende. Das zeigt sich auch im Engagement für Vereine und Aktionen vor Ort, darunter der AXA-Cup, ein Tennisturnier, das seit 19 Jahren ausgerichtet wird.


Zum 60-jährigen Bestehen öffnet die Geschäftsstelle am 1. Juli 2026 ihre Türen. Eingeladen sind Kunden ebenso wie Interessierte. Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn. Die heutigen Räume werden für das gewachsene Team zu klein. Am Obenende wurde deshalb ein Grundstück gekauft, auf dem sich die Geschäftsstelle perspektivisch weiterentwickeln soll. Entscheidend bleibt für die Familie, dass Kundinnen und Kunden ihr auch künftig das schenken, was diese Geschichte über 60 Jahre getragen hat: Vertrauen.
Felicitas Ehrhardt