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Sonderausstellung „US-Auswanderung aus Damme im 19. Jahrhundert“

Prom Agnes Lake Hickok als selbstbewusste Artistin im Festkleid um 1860. Foto: Stadtmuseum Damme

Von Damme nach Amerika: Die Sonderausstellung des Dammer Stadtmuseums präsentiert faszinierende Biografien der Auswanderer

Teil der aktuellen Sonderausstellung „US-Auswanderung aus Damme im 19. Jahrhundert“ sind unter anderem Personen, die in ihrer neuen Heimat einen außergewöhnlichen Lebensweg eingeschlagen haben. Hier soll nun Agnes Pohlschneider näher betrachtet werden, die zu ihrer Zeit in den USA einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte.

Die spätere Agnes Lake Hickok aus Borringhausen bei Damme war die Tochter der Eheleute Katharina Pohlschneider und des Heuermanns Friedrich Messmann, der zunächst den Namen seiner Frau annahm und sich später Mersmann nannte. Die 1826 geborene Agnes wanderte nach dem Tod der Mutter siebenjährig mit Vater und Geschwistern in die USA aus. In Cincinnati wuchs sie auf, und nachdem sie dort den Zirkusclown Bill Lake kennengelernt hatte, brannte sie – noch nicht volljährig - mit ihm durch und heiratete ihn 1846, um danach als Sängerin, Kunstreiterin und Seiltänzerin mit ihrem Mann in großen Zirkusunternehmen aufzutreten. Bill Lake führte schließlich einen eigenen Zirkus und tourte mit Agnes als artistische Hauptattraktion mit äußerst waghalsigen Kunststücken durch die US-Staaten und sogar auf einer Tournee durch Europa.

Unternehmen aus der Region

Sehr einfallsreich in der Programmgestaltung führte sie nach Bill Lakes Tod 1869 das Unternehmen als erfolgreiche Zirkusdirektorin weiter. Die letzten Jahre ihrer Zirkuskarriere trat sie sogar als Tiger- und Löwendompteuse auf, zog sich aber 1874 auf ihre Farm in Kentucky zurück. 1876 heiratete sie ihren Lebensgefährten Wild Bill Hickok (*1837), einen bekannten „Westernhelden“, der jedoch infolge exzessiver Lebensführung im selben Jahr erschossen wurde. Fortan betrieb sie in Cincinnati eine bekannte Lithografie-Firma, heiratete ein drittes Mal einen deutlich jüngeren Mann und förderte die Karriere ihrer Adoptivtochter Emma, die als „Königin im Sattel“ ebenfalls durch Amerika und Europa tourte. Agnes Lake Hickok starb 1907 in New Jersey.

Das Stadtmuseum Damme mit der genannten Sonderausstellung in der Lindenstraße 20 hat mittwochs und sonntags zwischen 15 und 18 Uhr geöffnet.

Erste Einblicke in die Auswanderer-Schau gibt die Homepage unter www.heimatverein-damme.de

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