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Blockhausbau Schnieders in Papenburg feiert 75-jähriges Bestehen

Firmengründer Albert Schnieders senior mit seiner Frau vor der ersten Betriebsstätte.

Familienbetrieb seit 1951: Vom Tischlerhandwerk zum Spezialisten für Blockhäuser, moderne Holzhäuser und Saunabau mit Projekten in Deutschland und Europa sowie nachhaltiger finnischer Bauweise

Seit 75 Jahren steht der Name Schnieders in Papenburg für Holz, Handwerk und Beharrlichkeit. Was 1951 mit einfachsten Mitteln begann, ist heute ein Spezialbetrieb, der weit über die Region hinaus tätig ist und Wohnblockhäuser, Gartenhäuser, Saunen und zuletzt verstärkt Holzhäuser in moderner Rahmenbauweise realisiert.

Albert Schnieders junior in Zimmermannskleidung vor einem Blockhaus.
Albert Schnieders junior in Zimmermannskleidung vor einem Blockhaus.

Der Grundstein wurde in den schwierigen Jahren nach dem Krieg gelegt. Firmengründer Albert Schnieders senior hatte im Januar 1944 seine Meisterprüfung als Tischler abgelegt. Als er nach dem Zweiten Weltkrieg in seine Heimat zurückkehrte, fehlte es an vielem - an Material, an Maschinen, an Perspektiven. Die Zeit war geprägt vom Wiederaufbau, Improvisationstalent und vom Willen, sich etwas Eigenes zu schaffen. Also entschied er sich, einen eigenen Weg einzuschlagen, wagte 1951 den Schritt in die Selbstständigkeit als Tischler und begann sich einen eigenen Betrieb aufzubauen. Für erste Aufträge mussten verleimte Hölzer per Handwagen durch Papenburg gebracht werden, um sie bei einem Kollegen mit Bandsäge weiterzuverarbeiten. So entstanden bereits früh Rundbogenfenster. Auch eine eigene Kreissäge fertigte Schnieders selbst - das Material dafür tauschte er gegen ein Kalb. Aus der kleinen Werkstatt wurde Schritt für Schritt eine Bautischlerei. Fenster, Türen und Treppen bestimmten lange das Bild.

1970 entstand eine Halle, die den Betrieb deutlich erweiterte. In dieser Zeit wurden unter anderem Holzfenster gefertigt und Profile gehobelt. Für den Sohn Albert Schnieders war der Betrieb schon früh Lebensmittelpunkt. Er wuchs quasi mit dem Unternehmen auf und begann 1975 als 14-Jähriger dort seine Lehre. 1978 legte er die Gesellenprüfung ab, 1984 folgte der Meisterbrief. Wenige Jahre später übernahm er den Betrieb und führte ihn in eine neue Richtung.

Unternehmen aus der Region

Denn der Markt veränderte sich. In Papenburg und Umgebung gab es damals zahlreiche Tischlereien, der Wettbewerb war groß. Die Antwort von Schnieders war Spezialisierung. In den 1980er-Jahren stellte sich der Betrieb neu auf und konzentrierte sich zunehmend auf den Blockhausbau nach finnischem Vorbild. Zunächst entstanden vor allem Garten- und Gerätehäuser, später kamen Wohnblockhäuser hinzu.

Damit wurde aus der klassischen Bautischlerei nach und nach ein Unternehmen mit eigenem Profil. Ein entscheidender Schritt folgte vor rund 30 Jahren mit der Zusammenarbeit mit der finnischen Firma Rantasalmi. Von dort bezog Schnieders Häuser beziehungsweise Bausysteme für Wohnblockhäuser, die dann auf den Baustellen montiert wurden. Für den Betrieb eröffnete das neue Möglichkeiten. Die Häuser kamen per Sattelzug direkt zur Baustelle, das Team aus Papenburg fuhr hinterher und baute sie auf. So wurde der Radius immer größer. Schnieders errichtete Holzhäuser nicht nur in Norddeutschland, sondern bundesweit sowie in den Niederlanden, Österreich, Schweiz und Luxemburg.

Unternehmen aus der Region

Dass sich der Betrieb in diesem Segment behaupten konnte, hatte nach Angaben von Albert Schnieders auch mit der Bauweise zu tun. Ein wichtiger Vorteil sei das setzungsfreie finnische System gewesen. Während sich viele herkömmliche Blockhäuser nach dem Aufbau noch senkten, bot die finnische Konstruktion hier andere technische Lösungen. Das habe dazu beigetragen, dass sich Schnieders über Jahre gegen viele Mitbewerber behaupten konnte. Von ursprünglich mehreren Importeuren des Systems sei er heute der letzte in Deutschland.

Unternehmen aus der Region

Die besondere Faszination des Holzbaus ist für Schnieders bis heute ungebrochen: „Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, klimafreundlich und zugleich angenehm im Wohnen – im Winter wie im Sommer.“ Hinzu kämen die besondere Akustik und das natürliche Raumgefühl. Außerdem lasse sich im Holzbau vieles in Eigenleistung umsetzen. Wer ein Haus baue, könne an vielen Stellen selbst mit anpacken.

Im Laufe der Jahrzehnte blieb der Betrieb dabei nicht beim klassischen Blockhaus stehen. Auch gewerbliche Saunen gehörten zum Leistungsspektrum. Eine der größten Anlagen entstand in Osnabrück: eine Sauna für 180 Personen, dafür wurden mehrere Sattelzüge Holz benötigt. fe

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