Youngster erzielt beide Treffer beim 2:0 Wegkamps Gala beim VfL-Triumph

13.09.2011, 20:29 Uhr

Der VfL Osnabrück hat in die Erfolgsspur gefunden. Drei Tage nach dem Derbysieg über Preußen Münster triumphierten die Fußballer in Lila-Weiß auch auf fremdem Terrain und kamen zu einem hochverdienten 2:0-Erfolg beim 1. FC Held des Tages war Gerrit Wegkamp, der beide Treffer erzielte (8./45). Ein gelöster VfL-Trainer gab sich großzügig: „Die Jungs können jetzt feiern. Das haben sie sich verdient“, sagte Uwe Fuchs.

„Viel wird davon abhängen, wie unsere körperliche Präsenz sein wird. Denn Heidenheim kommt stark über die Physis“, hatte Fuchs vor dem Anpfiff gesagt und damit auch schon die Erklärung für personelle und taktische Änderungen mitgeliefert.

Youngster Timo Beermann, der ohnehin in seinen bisherigen Einsätzen überzeugt hatte, kehrte in die Innenverteidigung zurück, der dort ebenfalls beheimatete Nils Fischer rückte ins defensive Mittelfeld an die Seite von Claus Costa. Die Planstelle hinter der einzigen Sturmspitze Wegkamp besetzte Niels Hansen – natürlich auch ein Spieler, auf dessen Körperlichkeit man setzen kann. Mit dieser Robustheit, dem frühen Attackieren, aber auch mit spielerischen Elan drückte der VfL dem Spiel seinen Stempel auf.

Zugegebenermaßen war eine Schrecksekunde zu überstehen, als Bektasi von der linken Seite ungehindert zur Flanke kam und den völlig frei stehenden Spann bediente. Dessen Kopfball aber war zu hoch angesetzt (4.). Der VfL begriff und riss das Geschehen an sich. Die Osnabrücker gingen keinem Zweikampf aus dem Weg und verstanden es , die nicht funktionierende Heidenheimer Viererkette ein ums andere Mal auszuhebeln. Beispielsweise in der 8. Minute, als Glockner mit einem präzisen Steilpass Wegkamp bediente. Wie ein alter Fuchs antizipierte der 18-jährige sofort und traf mit einem coolen Flachschuss. Es war sein erstes Punktspieltor.

Auch in der Folge beherrschte der VfL das Geschehen, gab den Takt des Spiels vor und kam zu den klar besseren Chancen. „Das war eine hervorragende Spielfeldbesetzung“, lobte Fuchs. Auch Abwehrchef Martin Hudec schaltete sich gelegentlich ins Offensivspiel ein, sein Flachschuss nach schönem Solo von Kevin Kampl hätte schon das 2:0 bedeuten können (28.).

Wenn es vor der Pause etwas zu kritisieren gab, dann die Tatsache, dass der VfL aus seinen Freiräumen zu wenig machte. Auf der anderen Seite fiel dem Team von der Ostalb zu wenig ein, um Möglichkeiten herauszuspielen. Besser machte es der VfL Sekunden vor dem Halbzeitpfiff: Hansen erkämpfte sich den Ball, spielte ihn Wegkamp in den Fuß – und der Jungspund nahm sich nochdie Freiheit, Lehmann auszugucken und traf mit einem frechen Lupfer (45.).

In der zweiten Halbzeit trat der VfL nicht mehr so dominant auf, ließ auch einige Möglichkeiten zu. Die beste hatte der eingewechselte Ludwig, der einen Freistoß an die Querlatte donnerte (73.). „Die letzte Qualität hat gefehlt, wir haben oft zu unruhig gespielt“, äußerte Fuchs. Es war eine milde Kritik, denn sein Team verstand es auch, sich aus der Umklammerung zu befreien. In der Schlussphase gab es noch einige Konterchancen, die mit etwas mehr Konzentration durchaus noch zu einem klareren Sieg hätten führen können. Aber auch so war man beim VfL zufrieden, zumal es viele Mut machende Anzeichen gab, dass der eingeschlagene Weg der Richtige ist. Und so war Fuchs nicht nur wegen des Ergebnisses neben Wegkamp der Gewinner des Tages. Er hatte einen Plan – und der ging auf.

Am Ende blühte der Flachs im Team, selten hat man die neue Mannschaft so gelöst auslaufen gesehen. Kapitän Claus Costa, angesprochen auf die Tore des Youngsters, schmunzelte: „Die muss er machen, er geht ja schon auf die dreißig zu.“ Und auch beim superstarken Hansen herrschte gute Laune: „Prima, der Trainer hat gesagt, ich soll mich austoben. Das habe ich gern gemacht.“