Vorfall beim Spiel in Osnabrück Pyro-Verfahren gegen Münster-Chaoten eingestellt

Von Micha Lemme | 13.06.2016, 13:32 Uhr

Das Gerichtsverfahren gegen einen Chaoten von Preußen Münster wurde aufgrund unvollständiger Ermittlungs-Ergebnisse in der Anklage vorläufig eingestellt. Dem 23-jährigen Ultra wird vorgeworfen, beim Derby des VfL Osnabrück gegen Preußen Münster im Gästeblock der Osnatel-Arena eine bengalische Fackel gezündet zu haben.

Bei der Partie des fünften Spieltags der 3. Liga in der Saison 2014/15 hatten vor Spielbeginn mehrere Personen im Gästeblock in der Westkurve der Osnatel-Arena pyrotechnisches Material gezündet. Durch die Rauchentwicklung wurde eine Person schwer, zwölf weitere leicht verletzt. Einer der Beschuldigten sollte sich nun vor dem Amtsgericht Osnabrück für die Vorfälle verantworten.

Verfahren vorzeitig eingestellt

Die Verteidigung des 23-Jährigen reichte allerdings noch vor der eigentlichen Verhandlung einen Antrag auf Verfahrenseinstellung ein. Das Schöffengericht gab diesem nach kurzer Beratung auch statt. Grund dafür waren unvollständige Ermittlungsergebnisse in der Anklageschrift, die laut Gericht als Voraussetzung für ein Einstellungsurteil genügen. Zwar sei der Sachstand in der Anklage durchaus umgrenzend dargestellt, doch reiche dies vor einem Schöffengericht nicht aus, um den Tatbestand endgültig bewerten zu können.

Staatsanwaltschaft mit neuer Anklage

In der Anklageschrift müssten Beweismittel und Ermittlungsergebnisse genauer aufgeführt werden, damit alle für den Sachstand erforderlichen Vorgänge beurteilt werden könnten. Die Staatsanwaltschaft kündigte daraufhin an, eine neue, überarbeitete Anklage einreichen zu wollen und das Verfahren gegen den 23-jährigen Münster-Fan damit aufrecht zu halten.