VfL will beim MSV punkten Duisburg gegen Osnabrück – ein Liga-Gipfel voller Trauer und Emotionen

Von Stefan Alberti | 03.02.2017, 21:36 Uhr

Es wird emotional zugehen – auf allen Ebenen. Es wird Tränen der Trauer geben, möglicherweise auch Tränen des Glücks. Das Gipfelduell der 3. Fußball-Liga zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück steht diesmal unter besonderen Vorzeichen.

 Warum Trauer? Weil in der vergangenen Woche die MSV-Legende Michael Tönnies im Alter von 57 Jahren an einer Lungenembolie verstorben ist. Tönnies wurde am Freitagvormittag in Essen-Schonnebeck unter großer Anteilnahme beigesetzt. Das Spiel gegen den VfL wird dem Verstorbenen gewidmet. Erwartet werden knapp 20000 Zuschauer. Die „Zebras“ laufen eigens in Trikots mit dem Schriftzug „Tornado“ auf – in Gedenken an Michael „Tornado“ Tönnies. Weiterlesen: Duisburgs Sportdirektor Ivica Grlic über „Tornado“, den Aufstieg und den VfL 

 Wie geht der VfL damit um? „Das ist aller Ehren wert, dass der MSV so etwas auf die Beine stellt. Wir freuen uns, dass wir ein Teil dieses besonderen Spiels sind. Wir werden allerdings nur auf unser Spiel fokussiert sein“, sagt VfL-Cheftrainer Joe Enochs.

 Wer steht in der VfL-Startelf? Enochs will der Elf das Vertrauen schenken, die vergangene Woche gegen Münster begonnen hat. Michael Hohnstedt, der in den vergangenen Tagen mit einer Achillessehnenreizung zu kämpfen hatte, meldete sich am Freitag beim Abschlusstraining ohne Beschwerden zurück. Der 28-Jährige soll damit wieder auf der linken Außenbahn beginnen. Jules Reimerink, gegen Münster gelbgesperrt, kehrt zurück ins Team, muss aber zunächst auf der Bank Platz nehmen. „Natürlich fallen mir solche Entscheidungen nicht leicht“, stellt der Trainer fest. „So haben wir aber auch sehr gute Optionen auf der Bank.“ Zu diesen Optionen gehört erneut auch Neuzugang und Rückkehrer Konstantin Engel.

Dass Addy-Waku Menga einmal mehr nicht im Kader sei, habe nichts damit zu tun, „dass ich ihn abgeschrieben habe“. Die taktische Ausrichtung in Duisburg sei dafür auch entscheidend. Der Mittelstürmer habe nach der Nichtnominierung selbst darum gebeten, am Samstag im Testspiel der U21 gegen Blau-Weiß Hollage Praxis sammeln zu dürfen. Enochs: „Seine Reaktion bewerte ich sehr positiv.“

 Wie schätzt Enochs den MSV ein? Die Duisburger verfügten über ein Zweitliga-Team, was schon beim 1:1 im Hinspiel in Osnabrück zu sehen gewesen sei. Den Ausgleich erzielte im August MSV-Torhüter Mark Flekken in der Nachspielzeit. „Der MSV hat eine robuste, spielstarke und sehr konsequente Mannschaft“, so Enochs. Er habe sich mittlerweile mehrfach das erste Rückrunden-Spiel der „Zebras“ in Paderborn angeschaut. Der Ex-Osnabrücker Stanislav Iljutcenko sei „enorm unterwegs“ gewesen. „Wir sind froh, dass er wegen der fünften Gelben Karte gegen uns gesperrt ist“, sagt Enochs mit einem Augenzwinkern. Denn schließlich hätten die Duisburger im Angriff Spieler wie Kingsley Onuegbu „zum Nachladen“. Das Fazit des VfL-Trainers: „Die stehen zu Recht dort oben. Unser Ziel ist es, einen Punkt mitzunehmen.“ Sein MSV-Kollege Ilia Gruev erwartet im Übrigen „ein Spiel auf Augenhöhe“. Dennoch: „Wir wollen das Spiel für Michael Tönnies gewinnen.“

 Und wie geht’s nun aus? Es wird wieder Zeit, dass der VfL etwas Zählbares aus Duisburg mitbringt. Wie wäre es mit einem 1:1? Vielleicht erzählt Enochs seinen Spielern vorher aber noch die Geschichte von Frank Bohne, der 1985 mit seinem Tor für den einzigen Sieg des VfL beim MSV sorgte . Und dann?

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