VfL Osnabrück Zweites Testspiel: Gute Ideen, aber nur fünf Tore

01.07.2009, 22:00 Uhr

Am Ende waren sich Feierabendkicker und Profifußballer ganz nah: Sowohl die Spieler des Drittligisten VfL Osnabrück als auch die des Bezirksligisten SSC Dodesheide waren nach 90 Minuten bei hochsommerlichen Temperaturen stehend k.o. und sehnten den Schlusspfiff herbei. Als er ertönte, hatten die Profis ein halbwegs standesgemäßes 5:1 (2:1) herausgeschossen.

Der Unterschied: Schon in der Halbzeitpause hatten einige der Dodesheider um Auswechselung gebeten – das war der Preis für eine Leistung mit hohem läuferischem Einsatz, taktischem Geschick und Mut zum Angriff. Da taten sich die VfLer, die mit neun Neuen antraten, recht schwer und kassierten nach einem Blitzstart mit Toren von Reichenberger (6.) und Keseroglu (8.) nicht zu Unrecht ein Tor, über die starke rechte SSC-Seite herausgespielt und von Pfann-stiel (14.) erzielt.

Nach der Pause es eine einseitigen Angelegenheit: Der SSC zog sich immer tiefer zurück und bat zur Vollversammlung im eigenen Strafraum. Der VfL versuchte es gegen dieses Bollwerk sinnvollerweise nicht mit Einzelaktionen, sondern mit Kombinationen. Dass nach einer Trainingswoche und im zweiten Test noch längst nicht alleLaufwege vertraut sind und es am Spielverständnis hapert, ist kein Wunder.

Doch immerhin blitzte manch gute Idee auf: Die Ansätze waren da, die Konzentration und die Sicherheit beim Torschuss nicht. Das war auch dem fleißigen Ko-tuljac anzumerken, der verbissen um sein Tor kämpfte, aber bis zur 85. Minute und auf einen krassen Fehler des ansonsten guten SSC-Spielmachers Kaiser warten musste, bis es ihm endlich gelang. Zuvor hatten Lindemann (55.) und der Dodesheider Winde (68./Eigentor) für den VfL getroffen.

Ein halbes Dutzend Chancen ließen die Profis aus, während die Dodesheider erst in der Schlussphase noch zu zwei Möglichkeiten kamen. Vor allem SSC-Torwart Schimmöller, ebenso wie Trainer Karp, Möllering und Gottwald ein ehemaliger VfLer, verhinderte mit drei Paraden eine höhere Niederlage. Auffälligster Akteur war Lindemann, der als robuster Spielmacher mit dem Sinn für den öffnenden Pass für Torgefahr sorgte; er war an vier Treffern beteiligt.

Wegen leichter Trainingsverletzungen fehlten Schmidt, Hermann und Engel. Nach einer guten halben Stunde schied Heidrich aus, mit einer Platzwunde am Kopf nach einem Zusammenprall mit Heinz. In der Schlussviertelstunde kamen mit Beermann und Bonath zwei Talente aus der U23 zum Einsatz.

Nichts neues gibt es im Fall des angeblich von einem Zweitligisten umworbenen Engel. „Wir wollen kein Geld, wir wollen den Spieler“, sagte Trainer Baumann. Manager Lothar Gans betonte erneut: „Bei uns hat sich noch kein Verein gemeldet.“ Keine Frage: Dieses Geschäft wird immer seltsamer.

Für den VfL spielten:

J. Gottwald - Schnetzler, Barletta (75. Beermann), Stang (75. Bonath), Krük - Siegert (61. Samide), Heidrich (35. Hansen), Lindemann, Keseroglu (46. Lejan) - Reichenberger, Kotuljac.

Für den SSC spielten:

Neumann (46. Schimmöller) - Möllering, Görtemöller (61. Kitzmann), Lübbe, Pfannstiel (46. Alkiewicz) - Telsemeyer, Heinz (56. Winde), Clausjürgens, C. Gottwald - Kaiser (85. Hackmann) - Dreier (46. Mohring).