VfL Osnabrück klar unterlegen Pleite in Paderborn: Phasenweise ein Klassenunterschied

05.11.2017, 21:08 Uhr

Etwa ein Dutzend klarer Torchancen für den SC Paderborn, keine einzige klare für den VfL – selten ist ein Leistungsunterschied in der angeblich so ausgeglichenen 3. Liga so deutlich geworden wie bei der 0:3-Pleite des VfL Osnabrück am Samstag. „Die Stärke des SCP muss man einfach auch anerkennen“, sagte Marcel Appiah.

Der 29-Jährige war Teil des Innenverteidiger-Trios, das Trainer Daniel Thioune wie beim 4:0-Sieg gegen Zwickau im 3-4-3-System aufgeboten hatte. Darauf hatte sich der SCP aber gut eingestellt: Der kantige Torjäger Sven Michel band als zentrale vorderste Spitze in Christian Groß den zentralen VfLer hinten, während sich Marlon Ritter im zentralen Raum vor der VfL-Dreierkette bewegte. Dort sorgten die im 4-1-4-1 agierenden Gastgeber oft in Überzahl für Gefahr. Beim 1:0 bestätigte die Ausnahme die Regel, als Michel aus jenem Raum den Pass auf Ben Zolinski spielte – der Torschütze hatte schon zuvor mehrere Hochkaräter vergeben. Thioune reagierte nach der Pause auf das Raumproblem mit der Umstellung ins 4-4-2 – mehr Stabilität brachte dies dem VfL auch nicht.

Das zeigt: die Systemfrage ist nicht wichtig, will man erklären, dass phasenweise ein Klassenunterschied sichtbar war zwischen dem VfL und dem SCP. Letzterer hatte einfach die besseren Fußballer.

Zu sehen in Zweikämpfen, wo der beinharte Robin Krauße in puncto Aggressivität und kleinen Gegnerkontakten am Rande der Legalität Maßstäbe setzte, während Ahmet Arslan oder Marc Heider oft aus dem Tritt gerieten und auf dem Boden landeten. Zu erkennen im Vergleich der (Handlungs-)Schnelligkeit: Michel, Zolinski oder der agile Marlon Ritter waren im Kopf oder mit den Füßen oft einen Schritt weiter als die VfLer. Und zu sehen einmal mehr bei Kopfbällen: Verlorene Duelle nach Standards (Iyoha, Renneke) brachten die Gegentore zwei und drei ( hier geht es zur Einzelkritik der Osnabrücker).

Schon die Partien gegen Wehen Wiesbaden (0:4) und Fortuna Köln (0:3) hatten gezeigt: So weit weg wie in dieser Saison war der VfL noch nie von der Spitze der 3. Liga. Die Tabelle nach 40 Prozent absolvierter Spiele sagt alles für den Vorletzten, für den es auch angesichts vieler noch lange ausfallender Leistungsträger (etwa Alexander Dercho, Christian Bickel, Halil Savran) nur darum gehen kann, drei andere Teams hinter sich zu lassen. Der Abstiegskampf ist Realität beim VfL – auch wenn Thioune das aktuell nicht aktiv thematisieren will. „Ich befasse mich nicht mit dem Wort Abstiegskampf. Das ist mir eindeutig zu früh und zu negativ. Diese Stimmung will ich nicht. Ich will, dass die Jungs das Spiel in Paderborn abhaken, deshalb finde ich es gut, wenn sie anerkennen, dass der Gegner eine Nummer zu groß war. Für mich ist es nicht entscheidend, ob wir Letzter sind oder nicht. Wir wollen so schnell wie möglich den Anschluss zum Mittelfeld finden. Das zählt.“

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