VfL Osnabrück „Ich wollte Verantwortung übernehmen“

28.07.2009, 20:39 Uhr

Addy Waku Menga ging wortlos an den wartenden Journalisten vorbei. Der Ex-Osnabrücker, der den VfL mit seinem Vertragspoker in der Winterpause verärgert hatte, wollte angesichts seiner schwachen Leistung wohl auch nichts sagen. Dagegen strahlten die VfL-Spieler Zuversicht aus. „Wir sind abgeklärter aufgetreten als bei der Niederlage in Braunschweig. Im ersten Durchgang haben wir das Spiel dominiert, nach der Pause dann etwas den Faden verloren“, zauberte das 1:0 ein kleines Lächeln auf das Gesicht des umsichtigen Abwehrspielers Tobias Nickenig.

Auch Angelo Barletta atmete auf. „Wir haben uns mehr Torchancen erspielt als in Braunschweig. Wenn ich den Elfmeter nicht verschossen hätte, hätten wir etwas beruhigter auftreten können“, meinte der Abwehrchef. Als Strafstoßschütze war er nicht generell auserkoren worden. „Ich habe mich sicher gefühlt und wollte Verantwortung übernehmen“, schilderte Barletta seinen Gang zur Ausführung. Doch der Elfmeter war so lässig geschossen, dass Werder-Torhüter Sebastian Mielitz keine Mühe hatte, den Ball zu parieren. „In der Pause hat Matthias Heidrich noch zu mir gesagt, wenn es einen zweiten Elfer gibt, den schießt du wieder. Zum Glück hat er das dann übernommen.“VfL-Keeper Tino Berbig wollte seine Einschätzung zum derzeitigen Leistungsvermögen des VfL nicht preisgeben. „Das kann man schwer sagen. Wichtig ist, dass wir gewonnen haben. Das war Balsam für unser Selbstvertrauen. Darauf können wir aufbauen“, meinte der neben Tommy Reichenberger einzige „alte“ VfLer in der neuen Formation.Trainer Karsten Baumann sprach zurecht von einem verdienten Sieg. Auch er ordnete den Erfolg als wichtig für das Selbstvertrauen ein. Mit dieser Moral gehen die Lila-Weißen am Freitag in das Pokalspiel gegen Hansa Rostock (20.30 Uhr). „Wir haben nichts zu verlieren und, hallo, wir haben ein Heimspiel. Da müssen wir doch mutig auftreten“, gab sich Tobias Nickenig optimistisch. Zuversicht – das schien gestern ein Fremdwort zu sein für die Bremer „Bubis“. Werder Trainer Thomas Wolter war richtig sauer auf seine Spieler. „Manche haben sich wohl schon zu Höherem berufen gefühlt. Wir haben viel zu kompliziert gespielt, anstatt den einfachen Fußball zu bevorzugen“, ließ die Kritik des ehemaligen Werder-Profis nichts an Deutlichkeit vermissen.