VfL Osnabrück Hansa: Fußball ohne Wenn und Aber

30.07.2009, 22:00 Uhr

Geduldsspiel mit taktischen Abwägungen, schnörkelloser Offensivfußball oder ein Pokalfight auf Biegen und Brechen samt Verlängerung und Elfmeterschießen? Geht es nach Hansa Ros tocks Cheftrainer Andreas Zachhuber, wollen die Ostseestädter heute Abend (20.30 Uhr) die Osnatel- Arena in der ersten DFB- Pokal-Hauptrunde im Sturm erobern.

„Wir sind nach viereinhalb Wochen Vorbereitung in der Lage, 90 Minuten Tempofußball zu spielen, ohne Wenn und Aber. Wir wollen keine Zusatzschichten“, stimmte Zachhuber seine Mannschaft, die gestern in der Nähe von Osnabrück Quartier nahm, auf die Aufgabe in der Hasestadt ein.

Für Rostock geht es wie für den VfL um eine wichtige Einnahmequelle. Mit welchem Team VfL-Trainer Karsten Baumann die Chance auf ein Weiterkommen im lukrativen Pokalgeschäft in Angriff nehmen wird, war gestern noch nicht klar. Möglicherweise wird Björn Lindemann für den verletzten Aleksandar Kotuljac im Angriff Tommy Reichenberger unterstützen. Benjamin Siegert steht nach Ablauf seiner Sperre für die rechte Seite parat. Und Niels Hansen, das scheint sicher, wird den gesperrten Matthias Heidrich ersetzen. Eine Alternative im Sturm neben Kapitän Reichenberger wäre Dennis Schmidt.

„Mit Kotuljac und Heidrich fallen zwei Spieler aus, mit denen ich geplant hatte. Heidrich zu ersetzen wird schwer sein. Sein Ausfall wirft uns zurück. Kotuljac hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten gut entwickelt“, sagt Baumann, der noch keine Eile sieht, einen weiteren Spieler zu holen. „Wir sind mit dem Kader zufrieden, beobachten aber den Markt. Eine Verpflichtung ist nicht generell ausgeschlossen.“

Der VfL wollte Rostock am 25. Juli im Test gegen Magdeburg anschauen. Das Spiel wurde aber aus Angst vor Krawallen abgesagt. Zachhuber, dem damit die Generalprobe vor der Partie in Osnabrück wegbrach, ging auf die Palme. „Was passiert, wenn wir im Pokal weiterkommen und nach Magdeburg müssen? Wird das auch abgesagt? Sollen wir bald in Island spielen?“, ereiferte sich Rostocks Fußball-Denkmal.

Informationen über den VfL hat Zachhuber natürlich. Co-Trainer Thomas Finck war beim Punktspiel gegen Werder II in Osnabrück. „Der VfL ist fußballerisch keine Übermannschaft. Er steht aber hinten sehr kompakt und hat gegen Bremen keine Chance zugelassen. Wir dürfen nicht in Rückstand geraden, dann wird’s schwer“, lautete Fincks Urteil.

Der VfL sieht der Aufgabe mit Optimismus entgegen. „Hansa ist Favorit. Wir werden aber eine konkurrenzfähige Mannschaft stellen und den Kampf annehmen“, kündigte VfL-Trainer Baumann eine Partie auf Augenhöhe an. „Hansa ist vor allem im Sturm stark besetzt mit Enrico Kern und sehr gefährlich“, glaubt der Fußball-Lehrer. Der Ex-Osnabrücker Marcel Schied, der seinen dritten Anlauf in Rostock nimmt, wird wohl nicht in der Anfangsformation stehen.