VfL Osnabrück Es gibt noch Baustellen

19.07.2009, 22:01 Uhr

Geheime Kommandosache: VfL-Trainer Karsten Baumann wollte gestern nach der 1:2-Niederlage im letzten Testspiel gegen Zweitligist Rot Weiss Ahlen nicht preisgeben, mit welcher Startformation er in die Eröffnungspartie am kommenden Samstag bei Eintracht Braunschweig (14 Uhr) gehen will. „Es waren Beobachter von Pokalgegner Rostock und aus Braunschweig hier. Da werde ich doch nicht sagen, was ich vorhabe, und die Karten auf den Tisch legen“, verhielt sich Osnabrücks Coach verständlicherweise zugeknöpft.

S eine Mannschaft dagegen zeigte sich – zumindest bei den Ahlener Toren – sehr offen. Bei der 1:0-Führung der Gäste fühlte sich vor offiziell 3000 Zuschauern (Kinder unter 12 Jahre hatten freien Eintritt) kein Innenverteidiger für den Ex-Osnabrücker Darlington Omodiagbe zuständig, der keine Mühe hatte, aus kurzer Entfernung einzuköpfen. Beim Zusammenprall mit VfL-Torwart Tino Berbig verletzte sich „Omo“ und musste an ehemaliger Wirkungsstätte gut fünf Minuten behandelt werden. Auch beim 0:2 war die Osnabrücker Abwehr nicht im Bilde. Abschlag Torwart, Pass in die Tiefe, und der frei stehende Mohammed Lartey konnte seelenruhig die Vorlage von Kumbela verwerten – mit einfachen Mitteln wurde der VfL überrumpelt.

Bei den Lila-Weißen offenbarten sich noch Baustellen vor dem Drittligastart. Die Defensive ließ wenig Chancen zu, die Gegentore aber musste sie sich ankreiden lassen. „Nach dem 0:1 haben die Spieler ein wenig die Köpfe hängen lassen. Dann sind sie aber gut zurückgekommen. Das 0:2 war eine Lehrstunde in Sachen Effizienz. Ansonsten hat die Mannschaft gut nach hinten gearbeitet. In der Offensive können wir noch zulegen“, sieht Coach Baumann sein Team auf einem guten Weg.

In Sachen Spielfreude verdiente sich die Mannschaft einen Pluspunkt. Der VfL strahlt Selbstvertrauen aus und kann den Neuanfang mit Mut und Moral in Angriff nehmen. Dass es noch an Spielverständnis hapert, ist angesichts von 15 neuen Spielern im 19er-Kader nachzuvollziehen.

Mit Alexander Schnetzler bekam das VfL-Spiel im Mittelfeld gestern in der 2. Halbzeit mehr Ideen und Fahrt. Auch die Einwechslung von Abdullah Keseroglu brachte Schwung. „Nach der Pause haben wir den Ball besser laufen lassen. Darauf kann man aufbauen. Ich bin optimistisch, dass wir in Braunschweig eine gute Partie abliefern werden“, sagte Keseroglu. Auch Präsident Dr. Dirk Rasch ist nicht bange vor der Zukunft. „Osnabrück kann sich auf eine gute Mannschaft freuen.“ Die VfL-Fans konnten nur das Elfmetertor durch Dennis Schmidt (64.) bejubeln. Der war von Daniel Felgenhauer zu Fall gebracht worden. Zwei Minuten zuvor hatte Matthias Heidrich den Pfosten des Ahlener Tores getroffen.

Welche Elf am kommenden Samstag in Braunschweig auflaufen wird, steht noch nicht fest. Es darf spekuliert werden. Vielleicht sieht die Startaufstellung ja so aus: Berbig - Herrmann, Barletta, Nickenig, Krük - Siegert, Schnetzler, Lindemann, Keseroglu - Kotuljac, Schmidt (Reichenberger).