VfL Osnabrück Absteiger Osnabrück nach Neuformierung zuversichtlich

23.07.2009, 11:06 Uhr

Aus dem Tal der Tränen ein Aufbruch zu neuen Ufern: Nach dem dritten Zweitliga-Abstieg innerhalb eines Jahrzehnts stellt sich ein erneuerter VfL Osnabrück mit Zuversicht der Herausforderung 3. Liga. Die Lila-Weißen, die am Samstag (14.00 Uhr/NDR-Fernsehen) beim Nordrivalen Eintracht Braunschweig in die Saison starten, wollen im 111. Jahr der Clubgeschichte in neuer Umgebung eine gute Rolle spielen.

Der durch die beiden 0:1-Niederlagen in der Relegation gegen den SC Paderborn besiegelte Abstieg hat den Verein und die fußballbegeisterte Region zwar tief getroffen, aber nach der Trauerphase auch neue Kräfte freigesetzt. „Der Abstieg war so bitter, weil er absolut vermeidbar war. Aber er hat uns nicht unvorbereitet getroffen, wir hatten auch einen Plan B in der Schublade“, sagt der seit 13 Jahren amtierende VfL-Präsident Dirk Rasch.

Sportdirektor Lothar Gans, als ehemaliger Zweitligaprofi, Interimstrainer und Manager so etwas wie der „Mister VfL“, hat in Karsten Baumann seinen Wunschtrainer gefunden. Der 39-Jährige bietet in seiner ruhigen und sachlichen Art das Kontrastprogramm zu seinem impulsiven Vorgänger Claus-Dieter Wollitz, der nach fünfjähriger Tätigkeit für den VfL zum Bundesliga-Absteiger Energie Cottbus wechselte.

„Es ist eine Ehre, dass viele meiner Kollegen den VfL als Aufstiegsfavoriten handeln. Aber ich weiß, dass es eine ganz schwere Saison wird, denn wir müssen ein völlig neues Team formieren. Gleichwohl wollen wir natürlich oben mitspielen“, sagte der gebürtige Oldenburger Baumann, der in seiner aktiven Laufbahn 261 Erstligaspiele für den 1. FC Köln und Borussia Dortmund bestritt.

Der personelle Umbruch beim VfL ist radikal: Nur vier Spieler (Torwart Tino Berbig, die Routiniers Thomas Reichenberger und Matthias Heidrich sowie Außenverteidiger Konstantin Engel) wurden gehalten, 20 Profis verließen den VfL. Bei den 15 Neuzugängen kam es Gans und Baumann auf die Mischung an. Angelo Barletta (FSV Frankfurt), Michael Lejan (Wuppertaler SV), Niels Hansen (Carl Zeiss Jena), Benjamin Siegert (SV Wehen Wiesbaden), Alexander Schnetzler (RW Erfurt), Björn Lindemann (SC Paderborn) und Aleksandar Kotuljac (SpVgg. Greuther Fürth) sind gestandene Zweit- oder Drittligaprofis. Dazu verpflichtete der VfL von Erstligaclubs ausgebildete Talente.

Vom 6,7 Millionen Euro großen Gesamtetat verschlingt das Drittliga-Team knapp 3 Millionen. Dass die Fans der runderneuerten Mannschaft Vertrauen schenken, belegt der Dauerkarten-Verkauf: 4500 sind bereits vergeben, so viel wie nie zuvor auf Drittliga-Niveau. Freilich hat sich der VfL auch ein hohes Ziel gesetzt, denn im Etatansatz geht der Club von durchschnittlich 11 000 Zuschauern aus. Umso wichtiger ist es, gut in die Saison zu starten.