VfL Osnabrück 1:0 – Elfer rettet VfL-Heimpremiere

28.07.2009, 20:41 Uhr

Aufatmen beim VfL, der erste Saisonsieg in der 3. Liga ist perfekt. Mit dem 1:0 (0:0) gelang den Osnabrücker Fußballern zwar ein verdienter Sieg, trotzdem gab es noch einiges an Sand im Getriebe. Das registrierte das neugierige Publikum sehr wohl, dennoch verabschiedeten die 10000 Zuschauer das neue VfL-Team mit kräftigem Applaus, den sich das Team zumindest wegen einer starken kämpferischen Vorstellung auch verdient hatte. Nunmehr geht es mit etwas mehr Entspannung in das DFB-Pokalspiel gegen die klassenhöhere Hansa aus Rostock am Freitag (20.30 Uhr).

„Nein, nicht schon wieder“, raunten viele Fans auf den Rängen nach der Schlüsselszene der ersten Halbzeit und dachten dabei an den verschossenen Elfer im entscheidenden Relegationsspiel gegen Paderborn vor zwei Monaten. Diesmal war es Angelo Barletta, der die große Chance vom Punkt ungenutzt ließ (38.). Sein Flachschuss war viel zu harmlos, als dass er Torwart Mielitz vor eine echte Herausforderung stellte. Schiedsrichter Kinhöfer hatte zuvor die Attacke von Andersen gegen den emsigen Alexander Schnetzler auf der Strafraumlinie gesehen und dementsprechend richtig auf Elfmeter entschieden. Zuvor hatte der VfL eindeutig mehr vom Spiel, ging aber zu nachlässig mit den Chancen um, deren Initiator zumeist der offensive Mittelfeldmann Björn Lindemann war. Insbesondere der zweimal auf links durchgestartete Michael Lejan hätte bei seinen beiden Möglichkeiten (14./16.) für Beruhigung sorgen können. Bei der einzigen hochkarätigen Werder-Gelegenheit vor der Pause zeigte sich der tadellose VfL-Torwart Tino Berbig im Bilde (20.).Wie schon in Braunschweig war der VfL in der Defensive gut sortiert, ließ die Werder-Youngster, die allzu viel spielerisch lösen wollten, kaum gefährlich zur Entfaltung kommen. Diese Szenerie prägte auch weite Teile der zweiten Halbzeit, in der die Osnabrücker zwar alles andere als ein Offensivfeuerwerk abbrannten, dafür aber zum spielentscheidenden Treffer kamen. Bezeichnenderweise war es der an diesem Tag überragende Matthias Heidrich, der beim zweiten Strafstoß (der Bremer Verteidiger Schmidt riss Lindemann um) die Verantwortung übernahm und sicher verwandelte (67.). Sicherlich auch ein Zeichen für das gestiegene Selbstbewusstsein des 31-Jährigen Routiniers, der mit viel Übersicht und großem Radius nahezu überall im Mittelfeld zu finden war. Die beiden eingewechselten Youngster Dennis Schmidt und Abdullah Keseroglu sorgten noch einmal für frischen Wind, ohne dass allerdings die Chancen signifikant zunahmen. Nachdem sich zum Schluss hin die Abspielfehler beim VfL häuften und Werder die Überhand gewann, ergriff Baumann mit der Einwechslung von Niels Hansen für das defensive Mittelfeld die richtige Maßnahme. Im Vergleich zu Braunschweig ist der VfL in Sachen Offensivkraft ein kleines Stück vorangekommen. Das sollte für die nahe Zukunft verhalten optimistisch stimmen. Gleichwohl machte die Partie auch deutlich, dass alle Beteiligten weiterhin Geduld mitbringen müssen.