VfL-Coach motiviert und mahnt Trainer Walpurgis: Nettes Zwischenergebnis

22.09.2013, 16:01 Uhr

Die gute Laune war noch nicht verflogen, Maik Walpurgis ließ sich auch noch am Sonntag anmerken, wie sehr er den 3:2 (1:2)-Erfolg seines Teams über die aufstrebenden Rasenballsportler aus Leipzig genoss. Dass der VfL Osnabrück mit dem Sieg am Freitag nicht nur den dritten Platz der 3. Liga erklomm, sondern ihn auch über das Wochenende behauptete, schürt bei den VfL-Fans zwar Hoffnungen, lässt den Trainer aber kalt. „Das ist nur ein nettes Zwischenergebnis“, wiegelte er ab.

Die Summe der richtigen Entscheidungen machte den fünften Saisonerfolg der Lila-Weißen aus. Es war eben nicht falsch, den spielstarken Sachsen fußballerisch entgegenzutreten und – obwohl mit Risiken behaftet – den offenen Abtausch zu suchen. „Wir wussten, dass auch nach dem 1:2-Rückstand zur Pause noch etwas geht. Denn wir spielten ja auf die Ost, und das ist immer ein zusätzlicher Kick“, sagte Adriano Grimaldi, der mit fünf Treffern erfolgreichster VfL-Schütze ist und sich auch im Nachgang der Partie noch immer über sein Tor zum 2:2 wunderte: „Wenn ich es hochrechne und den Torwart mit einbeziehe, habe ich wohl fünfmal Anlauf genommen.“

Zu den richtigen Entscheidungen gehörte es auch, Stürmer Roman Prokoph als Joker in die Partie zu bringen. Der 28-Jährige war einfach nur happy, seine Chance zu bekommen und zu beweisen, dass er eine Alternative im Sturmzentrum ist. „Unsere Wahl ist aufgrund seiner Spielweise bewusst auf Roman gefallen. Das hatte schon einen taktischen Hintergrund. Wir wissen um die hohe Laufbereitschaft von Roman, und die ist wichtig gegen einen nachlassenden Gegner“, erläuterte Walpurgis. Prokoph erklärte: „Ich hatte ja zuvor schon eine gute Kopfballchance. Abhaken, dachte ich mir, auf eine neue Gelegenheit warten. Die habe ich bekommen und zum 3:2 genutzt.“ Nun hofft Prokoph, dass er auch am Mittwoch (20.30 Uhr) gegen das Zweitliga-Spitzenteam Union Berlin im Pokalspiel in den engeren Kreis rückt: „Ein besonderes Match, schließlich bin ich bei Union groß geworden; es war meine erste Profistation.“

Mit zwei Trainingseinheiten will Walpurgis sein Team auf das ebenso interessante wie lukrative Cupspiel einstimmen. Aus der intensiven und temporeichen LeipzigPartie sind zwar einige Wehwehchen übrig geblieben, ernsthafte Neuverletzungen aber gibt es nicht. Dass der an muskulären Problemen laborierende Innenverteidiger Sebastian Neumann für das Spiel gegen die „Eisernen“ wieder zur Verfügung steht, ist eher unwahrscheinlich.

Wahrscheinlich jedoch ist, dass der VfL – so das Team wie gegen RB Leipzig alles in die Waagschale wirft – wieder von seinem Anhang getragen wird. Diese besondere Form der Unterstützung machte Walpurgis zu einem veritablen Maß mitverantwortlich dafür, dass am Ende der VfL von den „Roten Bullen“ nicht auf die Hörner genommen wurde, sondern der „aktive Fußball“ seines Teams Lohn fand. „Es sind Spieler, die gerade wegen dieser Atmosphäre gekommen sind und auf den ein oder anderen Euro verzichtet haben“, stellte Walpurgis fest und ergänzte: „Es gab ein Dutzend Kandidaten, die gern gekommen wären, aber zu finanziellen Einschränkungen nicht bereit waren.“

Es war einmal

Offensivgeist und Spielfreude auf beiden Seiten, Spannung, Tore, Begeisterung: Wir erinnern an Ligaspiele wie am Freitag.

3:2 gegen Braunschweig (30. April 2005): Verfolger VfL zwingt den späteren Aufsteiger in die Knie; das große Spiel von Feldhoff.

2:1 gegen Freiburg (10. August 2007): Das 2:0 von Reichenberger nach Pass von de Wit ist das Sahnehäubchen beim Zweitliga-Comeback.

2:2 gegen Mönchengladbach (24. Februar 2008): Zweimal macht der VfL einen Rückstand gegen das Topteam, 17100 sind begeistert.

2:2 gegen Freiburg (22. August 2008): „Der Himmel weint, das Fußballherz lacht“, titelt die NOZ nach dem mitreißenden Spiel (1:0, 1:2) zur Premiere der Nordtribüne.

2:2 gegen St. Pauli (30. Januar 2009): Zweimal führt der VfL gegen starke Paulianer, die durch einen fragwürdigen Elfmeter einen Punkt retten.

3:2 gegen Heidenheim (5. September 2009): Nach 18 Minuten heißt es 0:2, der FCH trumpft auf. Der VfL beißt zurück und gewinnt ein hochdramatisches Spiel durch ein Eigentor in der 90. Minute.

3:2 gegen Aue (10. September 2010): Der VfL verspielt ein 2:0, schafft mit Unterstützung der Fans und durch ein Traumtor von Siegert den ersten Saisonsieg.