VfL bleibt seinem Stil treu Joe Enochs: Wir werden am Kader nichts verändern

31.01.2016, 22:09 Uhr

Alles beim Alten beim VfL Osnabrück. Keine Kabinettstückchen, keine Experimente – und keine neuen Spieler. Aber dafür wieder ein solide erarbeiteter Auswärtspunkt. Lila- Weiß bleibt in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen der 3. Fußball-Liga.

Rostock. Am Tag nach dem 0:0 beim FC Hansa Rostock und vor dem Schließen des Transferfensters heute um 12 Uhr hat der SC Preußen Münster mit sofortiger Wirkung bis Sommer 2018 den ehemaligen Osnabrücker Stürmer Adriano Grimaldi unter Vertrag genommen. Der 24-Jährige war beim 1. FC Heidenheim aussortiert worden.

Für den VfL bekräftigte Trainer Joe Enochs noch einmal, dass es keine Winter-Neuverpflichtung beim VfL Osnabrück geben wird. „Es gibt Kontakte zu mehreren Spielern. Wir sprechen aber immer nur über die neue Saison. Aktuell bleiben wir dabei, dass wir am Kader nichts verändern“, sagte Enochs, während er im TV die Partie des nächsten Gegners Energie Cottbus gegen Fortuna Köln (ebenfalls 0:0) verfolgte. Dann ergänzte der Trainer: „Uns will kein Spieler verlassen. Und die letzten Wochen haben gezeigt, dass wir jeden Spieler brauchen.“

Aktuelle Beispiele sind Deniz Taskesen und Sofien Chahed: Der 23-Jährige überzeugte beim Startelf-Debüt in Rostock mit feiner Technik und Laufstärke, als Kraft und Konzentration nach 60 Minuten nachließen, übernahm der 26-Jährige und trug mit seiner Ballsicherheit dazu bei, dass der zuvor aufgekommene Angriffsschwung der Rostocker wieder merklich nachließ. Das Job-Sharing war nötig geworden, weil Anthony Syhre in der Innenverteidigung den gelbgesperrten Tobias Willers ersetzte.

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Die Geschichte der Partie ist schnell erzählt: Eine Riesenchance für beide Teams, für den VfL vergab Massimo Ornatelli, der von Halil Savran und Marcos Alvarez geschickt freigespielt worden war, aber an Hansa-Keeper Marcel Schuhen scheiterte (25.). Zuvor hatte Ronny Garbuschewski eine krachende Direktabnahme an den Pfosten genagelt (20.). Rostocks Neuzugang agierte auffällig, schlug einige kluge Zuspiele und schnittige Flanken. Dabei ließ ihm Alexander Dercho vielleicht ab und an etwas zu viel Platz – letztlich aber machte der Linksverteidiger meist clever den Raum im Rücken zu und unterband mit Abgezocktheit als letzter Abwehrspieler das Entstehen einer weiteren Hansa-Großchance: Als drei Rostocker mit dem Ball auf ihn zuiefen, verzögerte er geschickt, stellte den Passweg zu, sodass er den Querpass noch ablenken konnte, bevor Christian Groß klärte (58.).

Es war die Phase nach der Pause, in der der VfL wankte, aber nicht fiel. Nicht nur, weil Tobias Jänike (46.) und Kai Schwertfeger (47.) nicht genau genug zielten. Sondern auch, weil Osnabrück, angetrieben vom unermüdlichen Groß, gegen enorm engagierte Rostocker immer wieder aktiv die Zweikämpfe suchte. So entwickelte sich ein zwar zerfahrenes, aber nie unattraktives, weil stets intensives Spiel. Der läuferische Einsatz stimmte bei allen – die Spielkultur litt aber ein wenig unter den Umstellungen in der VfL-Formation und dem tiefen, aufgeweichten Boden, weshalb etwa Syhre im Zweifel keine Kompromisse machte und den Ball in Bedrängnis lieber mal aus der letzten Linie wegdrosch.

Es ist das Bewusstsein um und die optimale Ausnutzung der eigenen Möglichkeiten, die den VfL derzeit stark macht. Die Abgänge von Nicolas Feldhahn und Davide Grassi wurden so genauso kompensiert wie die Langzeit-Ausfälle von Simon Tüting und Tom-Christian Merkens. „Wir haben gegen Rostock und Aalen vier Punkte mehr geholt als in der Hinserie“, stellte Enochs fest.

Sollte der VfL nun gegen Cottbus, Kiel und Wiesbaden nur annähernd so gut punkten wie in der Vorrunde, bleibt der VfL im Rennen um die Aufstiegsplätze. Am Freitag muss aber erneut improvisiert werden: Diesmal fehlt Alvarez nach seiner fünften Gelben Karte.

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