Verein rechnet mit 800.000 Euro minus Benefizspiel des VfL Osnabrück gegen Werder

11.07.2013, 22:53 Uhr

Neue Zahlen zum Verein und das attraktive Werder-Benefizspiel vor der Brust: Dem VfL Osnabrück gehen die Themen nicht aus. Am Donnerstag nannte Präsident Christian Kröger gegenüber unserer Zeitung die Eckdaten des einstimmig vom Aufsichtsrat abgesegneten Budgets. Und am Sonntag (18 Uhr) erwartet Lila-Weiß den vierfachen deutschen Meister aus Bremen zur Generalprobe für das erste Punktspiel am 21. Juli in Chemnitz.

Pläne und Zahlen: Der VfL rechnet für 2013/2014 mit einem Umsatz von 7,3 Millionen Euro. Dass es einen Verlust geben wird, ist den Verantwortlichen klar. Nur soll dieser von zwei Millionen Euro aus der vergangenen Saison auf 800000 Euro verringert werden. Für die darauffolgende Serie soll ein möglichst ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden. „Es sind konservative Planungen, wir müssen immer auch auf bestehende Verträge Rücksicht nehmen“, sagte Kröger. Eher defensiv ist auch die Kalkulation, was den Zuschauerschnitt anbelangt: Es wird mit 8000 Zuschauern pro Partie gerechnet, im Etatansatz der letzten Spielzeit stand die Zahl 9500. Kröger & Co. planen, den Lizenzetat (Spieler, Betreuer- und Funktionsstab) um 400000 Euro zu senken. „Grundsätzlich gilt, einen Schluck weniger aus der Pulle zu nehmen“, sagte der Clubchef. Er hofft, dass auch die Sponsoren, zuletzt mit 3 Millionen Euro ein unersetzbarer Impulsgeber für den VfL, noch ein wenig draufsatteln.

Das Benefizspiel: Initiator ist die Piepenbrock-Unternehmensgruppe, die den vierfachen deutschen Meister nach Osnabrück lotste. Über der Partie liegt ein Schatten durch den Tod des ehemaligen geschäftsführenden Gesellschafters Hartwig Piepenbrock, der in der vergangenen Woche im Alter von 76 Jahren verstarb. Er war von 1977 bis 1996 ein prägender Clubchef; im Gedenken an den Ehrenpräsidenten werden die VfL-Fußballer am Sonntag mit Trauerflor auflaufen. Der Erlös der Partie aus Anlass des 100-jährigen Firmenjubiläums geht an die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück (HHO).

Ende der Testphase: Auch wenn es in der Folge noch Ausnahmen geben könnte, so signalisiert das Werder -Match wohl den letzten Teil der Ausprobierphase. Trainer Maik Walpurgis hat in der kurzen Vorbereitungszeit reichlich getestet und sich aus dem Fundus der Gastspieler auch bedient. Eine konkrete Aussage, wer von den zuletzt mitwirkenden Probanden auch gegen Werder eine Chance zur Präsentation bekommt, wollte der Coach nicht machen. „Wir warten noch die Trainingseinheiten des Freitags ab und werden uns am Samstag festlegen, wen wir einladen“, sagte Walpurgis. Ein Ausrufezeichen setzte beim 4:0 gegen den KFC Uerdingen der frühere Heidenheimer Andreas Spann mit drei Toren. Ein interessanter Mann, das sieht auch Walpurgis so. Er erlebte einen Stürmer, der sich viele Chancen erarbeitete und eine Durchschlagskraft an den Tag legte, die dem VfL weiterhelfen könnte. „Ich will mir und anderen, die nicht mehr an mich geglaubt haben, beweisen, dass ich zurückkommen kann“, äußerte Spann nach seinem gelungenen Auftritt. Auch die beiden Gastspieler Timo Kunert (rechter Verteidiger, SF Lotte) und Michael Blum (linke Außenbahn offensiv, Hansa Rostock) betrieben Eigenwerbung.

Was macht der DFB in der Angelegenheit SF Lotte/ Maik Walpurgis/Ovid Hajou? Die Parteien werden vom ehemaligen DFB-Justiziar Götz Eilers gehört – er leitet das Schlichtungsverfahren am kommenden Montag (14 Uhr) und wird ein Angebot „zur Güte“ machen. Nach Einschätzung eines Insiders wird er einen bestimmten Betrag nennen, den man als Ablösesumme verstehen könnte. Sollte eine der Parteien die Schlichtung ablehnen, würde sich der Kontrollausschuss des DFB mit dem Fall befassen. Gibt es eine Einigung auf DFB-Ebene, wäre der dritte Termin vor dem Arbeitsgericht Rheine (6. August) hinfällig.

Eintrittspreise Werder: Sitzplatz 15 Euro (ermäßigt 10), Sitzplatz Kind 5 Euro, Stehplatz 8 Euro (ermäßigt 5), Stehplatz Kind 3 Euro. Stadionöffnung 17 Uhr.