Umworbener Alvarez verletzt raus VfL Osnabrück: Krasse Fehler beim 1:2 in Chemnitz

09.05.2016, 01:48 Uhr

Dass Tore aus Fehlern resultieren, ist ein alter Hut im Fußball – bemerkenswert ist aber, wie krass die Böcke waren, die beide Gegentreffer des VfL bei der 1:2-Niederlage beim Chemnitzer FC zur Folge hatten.

„Das erste Gegentor darf so nie passieren, das kriegen wir aus dem Nichts“, ärgerte sich Trainer Joe Enochs über den Treffer von Daniel Frahn kurz vor der Pause. Vorausgegangen war ein langer Schlag des CFC-Kickers Ville Matti Steinmann auf die linke Abwehrseite des VfL an die seitliche Strafraumlinie. „Ich dachte, der Torwart kommt raus“, versuchte Linksverteidiger Alexander Dercho nach der Partie, seine Passivität in jener Szene zu erklären, als er Gegenspieler Philipp Türpitz einfach passieren und flanken ließ, was Frahn in der Mitte zu einem leichten Tor nutzte. „Selbst wenn er mit dem Torwart rechnet, muss er durchlaufen, ihn stören“, so Enochs.

 Die Stimmen aus Chemnitz

Das zweite Gegentor kurz vor Schluss fiel zwar nach einem gut ausgespielten Konter – Gelegenheiten, diesen weit vor dem eigenen Strafraum zu stoppen, hatten aber sowohl Marcel Kandziora, Addy Menga und zuletzt Tobias Willers. Ärgerlich dabei: Alle drei waren noch nicht verwarnt und hätten daher durchaus ähnlich intensiv die Zweikämpfe suchen können wie Christian Groß und Kim Falkenberg wenige Minuten zuvor.

 Die Einzelkritik aus Chemnitz

Offensiv fehlten dem VfL Durchschlagskraft und Präzision – was auch daran lag, dass Marcos Alvarez nach seinem Pfostenschuss in der 12. Minute umknickte. Der von Dynamo Dresden umworbene Stürmer versuchte weiterzumachen, ließ sich dann aber doch auswechseln. Es besteht der Verdacht auf eine Außenband- oder Außenmeniskus-Verletzung. Derzeit ist unsicher, ob Alvarez beim letzten Heimspiel gegen Köln auflaufen kann.

Seinem Sturmpartner Halil Savran fehlte in Chemnitz das richtige Timing, als sein Schuss in der CFC-Abwehr hängen blieb (20.) oder sein Kopfball am Kasten vorbeirauschte (68.). Noch weniger sah man vom für Alvarez eingewechselten Addy Menga. Dazu hatte auch Massimo Ornatelli kein Glück bei seinem am Tor vorbeigedrehten 23-Meter-Freistoß (76.), zudem fand er bei seinen Schussversuchen im Strafraum zu Beginn die Lücke nicht.

„Für uns ging es in diesem Spiel um alles. Gegen einen Gegner, der eigentlich schon im Urlaub ist, wegen so einfacher Gegentore zu verlieren ist brutal und werde ich nicht verstehen“, sprach aus Ornatelli nach der Partie der Frust. Man werde nach dieser Enttäuschung etwas brauchen, bis man sich für das Saisonfinale gegen Fortuna Köln noch mal motivieren könne.