Tigges: Ein Cut, mehr war nicht VfL gegen Aue torlos - die Stimmen zum Spiel

12.12.2015, 18:17 Uhr

Trauer über die verpassten Torchancen aber auch Freude über ein gutes Fußballspiel: Die Reaktionen der Spieler und Trainer nach dem 0:0 zwischen dem VfL Osnabrück und Erzgebirge Aue in der 3. Fußball-Liga.

 Joe Enochs (Trainer des VfL Osnabrück): “Ich habe ein sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften gesehen. Wir hatten zwar ein Chancenplus, aber ich hatte schon auch das Gefühl, dass Aue immer gefährlich war. Ein Spiel mit offenem Visier, ehrliche Arbeit – genau das, was wir hier in Osnabrück sehen wollen. Leider haben wir uns nicht mit einem Tor belohnt, aber ich bin sehr zufrieden mit der Einstellung und mit der Art und Weise, wie wir hier Fußball gespielt haben. Zudem freuen wir uns, dass wir mit Steffen Tigges einen Jugendspieler mit viel Qualität heute erstmals einsetzen konnten, worüber ich mich mit allen Mitarbeitern des Nachwuchsleistungszentrums freue. Er hat eine Platzwunde davongetragen, die getackert werden musste. Er kann gut damit umgehen, dass er heute erstmals gespielt hat. Ich wünsche ihm, dass er sich weiter so entwickelt wie in den letzten Jahren.“ 

 Pavel Dotchev (Trainer Erzgebirge Aue): „Wenn man die 90 Minuten sieht, muss ich sagen, dass ich heute sehr froh bin über den Punkt. Es war ein intensives Spiel von beiden Seiten. Osnabrück hat von Anfang an viel Druck gemacht, wir haben versucht, uns spielerisch zu befreien, was gar nicht so leicht war auf diesem Platz. Weil wir zu wenig Entlastung hatten – Max Wegner war vorne immer alleine gegen Willers und Pisot – habe ich nach 25 Minuten umgestellt und Nicky Adler als zweite Spitze spielen lassen. Danach wurde unser Spiel besser. Was heute zu 100 Prozent gestimmt hat war die Einstellung bei meiner Mannschaft. Es war trotz des intensiven Spiels, trotz aller Emotionen, ein absolut friedliches Spiel. Kompliment dafür auch an alle Osnabrücker.“ 

 Steffen Tigges (17-jährige VfL-Debütant): „Heute erstmals eingewechselt zu werden, war ein überragendes Gefühl. Ich hab mich total gefreut. So nervös war ich übrigens gar nicht. Bei dem Zweikampf mit Steve Breitkreuz, in dem ich mich verletzt habe, habe ich nach dem langen Ball von Pisot plötzlich seinen Kopf an meinem Hinterkopf gespürt. Ich habe geblutet und musste raus. Ein kleiner Cut, mehr war es nicht.“ 

 Halil Savran (Stürmer VfL): „Der Punkt ist mehr als verdient –ärgerlich, dass wir das entscheidende Tor nicht gemacht haben. Die erste Halbzeit von uns war nahezu perfekt, wir haben hohes Tempo gespielt, uns viele Chancen rausgearbeitet. Steffen Tigges ist ein guter Junge, der lernen will und sich super einfügt: Es freut mich für ihn, dass er heute sein Debüt gefeiert hat. So groß, wie er ist, muss er dann halt auch in die harten Kopfballduelle – da kann er sich gleich mal an die Härte der 3. Liga gewöhnen. Absolut positiv ist, dass wir auf das Köln-Spiel die richtige Antwort gegeben haben.“ 

 Michael Hohnstedt (Linksaußen des VfL): „Es war das stärkste Spiel dieser Halbserie. Es war insgesamt ein Topspiel zweier Mannschaften mit starken Abwehrreihen. Wir haben Aue 90 Minuten an die Wand gespielt, hatten vier, fünf hochprozentige Chancen. Unser Laufpensum war enorm. Was wir heute angelaufen sind … Heute ist sogar mein Akku leer. Die Fans haben uns nach dem Spiel zugejubelt. Sie haben offenbar gemerkt, dass wir alles investiert haben. Wir sind in den letzten Wochen zuhause immer besser zum Spielen gekommen. Wie wir uns nach dem schwachen Saisonbeginn gefunden und weiterentwickelt haben, ist klasse. Leider haben wir uns heute nicht dafür belohnt. Dann wäre die Mannschaftsfeier heute Abend mit unseren Frauen nochmal schöner.“ 

 Marcos Alvarez (VfL-Angreifer): „Wir waren 90 Minuten lang ganz klar die bessere Mannschaft, daran gibt es keinen Zweifel. Wir müssen aber mehr aus unseren Chancen machen – aber es passiert halt auch mal, dass es im Abschluss nicht so klappt. Aue ist ja nun auch wirklich nicht irgendein Gegner. Wir haben uns vorher gesagt: Wir konzentrieren und heute voll darauf, oben dranzubleiben. Das hat doch ganz gut hingehauen.“ 

 Max Wegner (Auer Stürmer): „Heute können wir glücklich mit dem Punkt sein. Da wir hinten gut standen, sehe ich diesen als weiteren Schritt nach vorne. Es war ein schwieriges Spiel auf schwierigem Geläuf. Der VfL hat es gut und uns sehr schwer gemacht. Sie sind vorne draufgegangen, haben gut verteidigt und schnell umgeschaltet. In der zweiten Halbzeit haben wir uns mehr zurückgezogen, so haben wir besser ins Spiel gefunden.“ 

 Nicky Adler (Auer Stürmer mit VfL-Vergangenheit): „Sechs Spiele ohne Niederlage sind eine tolle Serie. Wir haben heute wieder gezeigt, dass wir mit allen Mannschaften mithalten können. Wir haben auf dem schweren Geläuf ordentlich dagegengehalten. Martin Männel hat heute wieder gezeigt, warum er für mich der beste Torwart der 3. Liga ist. Er hat uns mit zwei, drei Glanzparaden das zu Null gesichert. Jetzt gilt es, viel zu schlafen, sich gut behandeln zu lassen und gut zu ernähren, um am Dienstag zumindest fast auf 100 Prozent zu sein. Es war das zweite Mal, dass ich nach meinem Weggang wieder in Osnabrück gespielt habe. Der VfL hat tolle Fans, er ist ein toller Verein. Zwar hatte das Jahr wegen des Abstiegs leider einen großen Makel, ich habe mich hier aber gut gefühlt und hatte mit sieben Toren keine schlechte Ausbeute. Ich war gerne hier.“ 

 Adam Susic (Ergebirge-Innenverteidiger): „In der ersten Hälfte hatten wir ein bisschen Glück. Am Ende war das Unentschieden verdient. Es war ein sehr intensives Spiel. Unser drittes zu Null in Serie – so darf es weitergehen. Bis zum Pokalspiel am Dienstag gegen Heidenheim haben wir das Spiel wieder aus den Knochen.“ 

 Simon Skarlatidis (Auer Offensivspieler): „Kompliment – beide Mannschaften sind heute an ihre Grenzen gegangen. Die Anfangsphase hatten wir allerdings total verschlafen. Wir brauchten eine Zeit, um auf dem tiefen Rasen zurecht zu kommen.“