Testspiel in Lohne VfL Osnabrück auf Formsuche: 1:3 gegen Werder Bremens U23

Von Alfons Batke | 08.07.2014, 00:02 Uhr

Gut zweieinhalb Wochen vor Saisonbeginn ist Fußball-Drittligist VfL Osnabrück weit von der Form entfernt, die Mut machen würde angesichts des fordernden Startprogramms mit dem bundesweit live übertragenen Eröffnungsmatch gegen Zweitliga-Absteiger Energie Cottbus am 26. Juli (18 Uhr, live in der ARD) als erstem Höhepunkt.

Am Montag unterlagen die Lila-Weißen im Testspiel im südoldenburgischen Lohne mit 1:3 der U23 von Werder Bremen und boten dabei eine enttäuschende Vorstellung. „Ich kann mit dem jetzigen Stand der Vorbereitung nicht zufrieden sein“, sprach Trainer Maik Walpurgis Klartext und ließ auch nicht gelten, dass gewisse Alltagsanforderungen gerade im konditionellen Bereich viele Aktionen etwas unspritzig aussehen ließen.

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„Mir haben auch einige Sachen im Zusammenspiel nicht so gut gefallen“, merkte der 40-Jährige kritisch an und wiederholte einen schon vor Kurzem geäußerten Wunsch: „Wir müssen uns noch auf zwei Positionen verstärken. Es geht weiterhin um einen prägenden Innenverteidiger und einen torgefährlichen Stürmer.“ Ob das Budget des klammen Clubs die Wünsche des Coachs erfüllen kann, ist nicht absehbar.

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Der VfL hat weiterhin mit zahlreichen Verletzungen und Blessuren zu tun. Doch man hätte im schmucken Heinz-Dettmer-Stadion mehr erwarten dürfen als die gezeigte Leistung, die von wenig Durchschlagskraft, mangelnder Abstimmung und offensichtlichen Defensivproblemen geprägt war. „Wir hätten gegen eine Mannschaft, die eine Klasse tiefer spielt, dominanter auftreten müssen“, befand der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Mittelfeldstratege Nicolas Feldhahn. Auch wenn er zu den auffälligeren Spielern im Team gehörte, so gelang es auch ihm nicht, nach dem Anschlusstreffer des frisch eingewechselten Stanislav Iljutcenko (64.) den stotternden VfL-Motor signifikant zu beleben.

Der Defensive ist vorzuhalten, dass sie es nicht schaffte, zwei fraglos talentierte Offensivspieler wie Max Wegner (1:0 in der 10. Minute) und den doppelten Torschützen Marcel Hißner (47./87.) in den Griff zu bekommen. Sie spielten ihre Unbekümmertheit und Schnelligkeit jeweils gnadenlos aus. Da muss in der Defensivabstimmung auf VfL-Seite noch einiges passieren, wie auch in Sachen Dynamik noch Luft nach oben ist. Einer, der gerade für Gefahrenmomente vor dem Tor sorgen könnte, muss gegenwärtig wie viele seiner Kollegen kürzertreten: Addy Waku Menga laboriert an einer Reizung in der Kniekehle. „Etwas Schonung noch, es scheint nichts Ernsteres zu sein, aber ich will unbedingt wieder zurück“, äußerte der zu Untätigkeit verdammte Stürmer nach 90 Minuten auf der Tribüne.

Es gab auch einige gute Ansätze: Dass Torwart Daniel Heuer Fernandes weitere Treffer verhinderte, spricht für seine gute Form und gegen die seiner Vorderleute. Und mit dem ebenso engagierten wie quirligen Mittelfeldmann Milad Salem, den es aus dem saarländischen Elversberg nach Niedersachsen verschlug, könnte dem VfL ein guter Griff gelungen sein. Aber ansonsten gilt: Es ist noch viel Luft nach oben.