Sicherheitsvorkehrungen VfL Osnabrück gegen Magdeburg: für die Polizei ein Risikospiel

Von Nico Buchholz | 19.02.2016, 13:25 Uhr

Die Tabellenkonstellation verspricht ein spannendes Fußballspiel: Wenn der VfL Osnabrück am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg spielt, empfängt der Vierte der 3. Liga den Fünften. Doch auch die Sicherheitslage sorgt für Brisanz.

Für die Osnabrücker Polizei ist das Spiel Osnabrück gegen Magdeburg ein Risikospiel. „Unsere Erfahrung aus der Vergangenheit hat dazu geführt, dass wir die Partie in dieser Kategorie angesiedelt haben“, sagt Anke Hamker, Sprecherin der Osnabrücker Polizei. Das bedeutet: Es werden mehr Polizisten im Einsatz sein, als an anderen Spieltagen. Wie viele, verrät die Polizei nicht. Die Fans müssen sich jedenfalls auch auf verstärkte Kontrollen einstellen. Bereits vor dem Spiel haben die Osnabrücker Polizisten Kontakt zu den Kollegen in Sachsen Anhalt aufgenommen. „Wir haben uns mit den szenekundigen Beamten dort ausgetauscht“, sagt Anke Hamker.

Strafe des DFB für Magdeburg

Erst in der vergangenen Woche hatte das Sportgericht des DFB den 1. FC Magdeburg zu einer Geldstrafe von 40000 Euro verurteilt . Außerdem muss Magdeburg ein Meisterschafts-Heimspiel unter „teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen und dabei die Nordtribüne schließen“. Der Grund dafür war laut DFB „unsportliches Verhalten“ der Magdeburger Fans in den Spielen gegen Wehen Wiesbaden, Dynamo Dresden, Sonnenhof Großaspach und Mainz II. In erster Linie ging es um den Einsatz von Pyrotechnik, aber auch um Ausschreitungen.

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Diese Vorkommnisse waren jedoch nicht entscheidend für die Bewertung des Spiels in Osnabrück, sagt Sebastian Rüther, Sprecher des VfL. „Die Spiele werden in Absprache mit den Behörden in einem Ampelsystem als Grün, Gelb oder Rot kategorisiert.“ Ein Spiel gegen Großaspach würde beispielsweise in die Kategorie Grün eingeordnet. Die Partie gegen Magdeburg gilt als Rot-Spiel.

„Tendenziell rivalisierend“

Ausschlaggebend ist laut Rüther unter anderem das Verhältnis der Fanlager. „Das ist bei Osnabrück und Magdeburg tendenziell rivalisierend.“ Auch das erwartete Fan-Aufkommen des Gästevereins trägt zur Einordnung bei. „Die Magdeburger sind sehr reisefreudig“, sagt Rüther.

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Der VfL Osnabrück rechnet trotz der Distanz von 280 Kilometern mit 1300 Fans aus Magdeburg, die am Samstag in die Osnatel-Arena kommen. „Dieses Kontingent ist bereits ausverkauft“, teilt der Verein mit. Insgesamt gehen die Osnabrücker von rund 10000 Zuschauern an der Bremer Brücke aus. Karten sind noch erhältlich – nur nicht für die Magdeburger: „Pro Person dürfen maximal vier Tickets verkauft werden, außerdem gilt die Postleitzahlensperre für Sachsen-Anhalt.“

Vorfreude auf das Spiel

Am Spieltag sind Rucksäcke und große Taschen verboten. „Auch Pyrotechnik und sehr große Fahnen sind nicht erlaubt“, sagt Polizeisprecherin Hamker. Bei all den Vorkehrungen überwiegt jedoch die Vorfreude auf das Spiel gegen Magdeburg. Denn mit einem Sieg könnte der VfL Osnabrück – wenn Aue in Rostock verliert und die SG Sonnenhof Großaspach in Halle nicht gewinnt – auf Platz zwei der Tabelle springen.

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