Pyrotechnik im VfL-Fanblock VfL-Geschäftsführer Wehlend: Das war Regensburg reloaded

21.09.2017, 03:40 Uhr

Dieses Derby hatten sich die Fans schon lange zurückgesehnt. Also eigentlich ein Grund zum Feiern. Die meisten Anhänger verhielten sich entsprechend, leider waren aber auch einige Chaoten ins Emsland gereist.

„Das war Regensburg reloaded. Offensichtlich haben einige unserer Fans überhaupt nichts dazu gelernt – in einer Phase, in der der Verband aktiv den Dialog anbietet“, sagte der frustrierte VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend zum massiven Zünden von Pyrotechnik und Leuchtraketen im VfL-Block in der zweiten Halbzeit. Wehlend kritisierte aber auch die sicherheitstechnische Organisation in Meppen. „Wenn so viel Pyro ins Stadion gelangt, frage ich mich schon, warum Einlasskontrollen nicht greifen und wieso wir überhaupt eine Sicherheitsbesprechung machen.“

Mit Sicherheit hatte es in der Tat eher wenig zu tun, als Wehlend, VfL-Trainer Joe Enochs und Lothar Gans (Leiter Profifußball) zur Pressekonferenz mitten durch die vielen Heimfans geführt wurden und neben Schmähgesängen einige Bierbecher-Würfe einstecken mussten. Als Meppens Coach Christian Neidhart von dieser organisatorischen Fehlleitung Kenntnis bekam, stellte er sofort die emsländischen Verantwortlichen zur Rede: „Wie ist so etwas möglich?“ Neidhart entschuldigte sich, Meppens Vorstandssprecher Andreas Kremer kurze Zeit später ebenfalls.

Höflicher Griesert

Zurück zur Zündelei der VfL-Fans: Polizeisprecher Andreas Hüsken stellte fest, dass man bei Kontrollen des VfL-Anhangs vor der Partie zahlreiche weitere pyrotechnische Gegenstände gefunden und aus dem Verkehr gezogen habe. Hüsken lobte die VfL-Fans: „Sie haben sich absolut kooperativ verhalten beim hier erstmals durchgeführten Shuttle-Bus-Transport vom Bahnhof zum Stadion, der sich bewährt hat. Es gab keine Verletzten, keine Festnahmen. Der Einsatz verlief absolut ruhig.“

In der Tat gab es diesmal kein Aufeinandertreffen der Fangruppen an sonst neuralgischen Punkten vor dem Stadion. Dafür sorgte ein großes Polizeiaufgebot. „Wir hatten neben Beamten aus den beteiligten Regionen Kräfte aus Hannover und Oldenburg im Einsatz“, so Hüsken.

Und schließlich waren die Anhänger in Feierlaune und mit gutem Benehmen in der Überzahl. Allen voran auch Prominenz aus der Region. Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, der Meppener Amtsbruder Helmut Knurbein und der ehemalige Bundesinnenminister Rudolf Seiters verfolgten das Spiel friedlich nebeneinander. Griesert war sogar so höflich, dass er sich auch bei Meppener Gesängen von seinem Sitz erhob.

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