Niederlagenserie wie seit 2014/15 nicht Noch keine Klarheit über Vertragsgespräche mit Joe Enochs

Von Harald Pistorius | 26.02.2017, 19:30 Uhr

Drei Niederlagen in Folge haben die Chancen des VfL Osnabrück im Spitzenkampf der 3. Liga weniger verschlechtert als erwartet. Und doch stellen sich Spieler, Verantwortliche und Fans die Frage: Was muss sich ändern, damit die Mannschaft die Chance auf eine erfolgreiche und lukrative Saison ausschöpft?

Am Willen, am Einsatz der Mannschaft hatte am Freitag wohl kaum einer der knapp 8000 Zuschauer etwas auszusetzen, die Steigerung im Vergleich zu den schlechten Leistungen gegen Mainz (1:2) und in Magdeburg (0:3) wurde trotz der Enttäuschung über das 0:1 gegen die Bremer Talente von vielen registriert. Der Beleg dafür: Es gab so gut wie keine Pfiffe gegen das Team, das bis zur letzten Sekunde der dreiminütigen Nachspielzeit unterstützt wurde.

 Am Ende des 24. Spieltags überholte nur Jahn Regensburg (2:1 in Aalen) den VfL , der punktgleich mit den Oberpälzern Vierter ist. Die weiteren Verfolger – vom Halleschen FC (0:1 gegen Großaspach) über VfR Aalen und Fortuna Köln (0:1 gegen Erfurt) bis Holstein Kiel (0:1 in Zwickau) – verpassten ihre Chance.

Dennoch sorgen sich viele Fans um den weiteren Saisonverlauf. Das liegt auch am Trend der letzten Jahre, als der VfL oft in der Vorrunde Hoffnungen weckte, die im zweiten Saisonteil nicht erfüllt wurden.

Perfekter Start verpufft

Jetzt ist der nahezu perfekte Start mit den starken Leistungen gegen Münster (3:0) und in Duisburg (2:2) fast verpufft, im Vergleich zur Vorrunde hat der VfL gegen die ersten vier Gegner vier Punkte weniger eingefahren. Der Schock über das letztjährige Pokal-Aus beim Oberligisten Germania Egestorf/ Langreder wirkt umso mehr nach, als Nachbar Lotte derzeit erlebt, welche enorme Wirkung DFB-Pokal-Erfolge entfalten können.

Und so sehr sich die Offiziellen des VfL beim Thema „Sportfreunde Lotte“ zurückhalten, so sehr dürfte ihnen klar sein, wie wichtig es für die lila-weiße Seele ist, dass der Platzhirsch den Emporkömmling unter Kontrolle halten kann. Mit der Optimal-Ausbeute aus ihren zwei Nachholspielen zu Hause lägen die Sportfreunde vier Punkte vor dem VfL.

Daraus ergibt sich eine eindeutige To-do-Liste, die Tausende VfL-Fans unterschreiben würden: 1. Bis in die Endphase der Saison die Chance auf Platz drei erhalten. 2. Die Qualifikation für den DFB-Pokal durch einen Sieg im Halbfinale beim Oberligisten Arminia Hannover. 3. Eine Platzierung vor den Sportfreunden Lotte, garniert möglichst mit einem Sieg im Derby-Rückspiel. Das sind realistische Ziele, mit denen sich die Mannschaft identifizieren dürfte.

Niederlagen schmerzen

Drei Niederlagen in Folge schmerzen, zuletzt gab es einen ähnlichen negativen Lauf unter Maik Walpurgis: Er begann mit der unglücklichen 1:2-Niederlage in Dresden am 20. Dezember 2014. Es folgten im neuen Jahr vier Rückschläge: 0:2 in Münster, 0:1 gegen Fortuna Köln, 0:4 gegen Arminia Bielefeld und 1:3 in Erfurt. Vor dem nächsten Spiel verkündete der Verdann die Verlängerung des Vertrages mit Walpurgis.

Es ist auch diese Vorgeschichte, die nun die Fragen nach dem Vertrag von Joe Enochs befeuert . Vor einem Jahr war der Fußballlehrer schon lange mit der Planung der neuen Saison beschäftigt, auch jetzt müsste das so sein. Aber sein Vertrag läuft am 30. Juni 2017 aus, verlängert ist er noch nicht. „Ich bin bereit, jeder sieht, wie gern ich beim VfL arbeite“ – diese Enochs-Aussage von Dezember 2016 steht, vom Verein gibt es keine belastbare Aussage. Im Juli 2016 hatte Sportmanager Lothar Gans seine enge Bindung zu Enochs betont: „Ich werde nicht mehr mit einem neuen Trainer arbeiten.“

Ob der Club die Entwicklung der nächsten Wochen abwarten will? Oder ist man zur Vertragsverlängerung entschlossen, will aber einen vermeintlich günstigen Zeitpunkt für die offizielle Einigung abwarten? Für beide Varianten gibt es keine echten Indizien; sie sind somit spekulativ.

Das gilt erst recht für das Gerücht, das am Freitag die Runde machte: Die Vertragsverlängerung sei bereits besiegelt, solle aber erst später verkündet werden. Wohlgemerkt, ein Gerücht. Sollte es jedoch stimmen, wäre das ein riskantes Spiel in einer Branche, in der nur sehr selten ein Geheimnis geheim bleibt.