Neuzugang Grassi vorgestellt VfL-Spieler schreiben Autogramme bei L+T

Von Christian Lang | 16.07.2014, 19:49 Uhr

Dichtes Gedränge am Mittwochnachmittag im Modehaus L+T: Die Mannschaft des VfL Osnabrück hatte zur Autogrammstunde gebeten. Zahlreiche Fans waren gekommen, um den Spielern einmal ganz nah zu sein. Dabei wurden die Neuzugänge für die kommende Saison vorgestellt – darunter auch Davide Grassi. Der Italiener hatte erst einen Abend zuvor den Vertrag unterzeichnet.

Trainer Maik Walpurgis sparte nicht mit Vorschusslorbeeren für den 28-Jährigen, der zuletzt beim zypriotischen Erstligisten Aris Limassol gespielt hat. „Davide ist ein sehr erfahrener Innenverteidiger. Er zeichnet sich vor allem durch sein gutes Stellungsspiel aus“, so der VfL-Coach. In den zwei Testspielen hat der Italiener überzeugt – nicht nur spielerisch. Er passe auch charakterlich sehr gut in die Mannschaft, erklärte Walpurgis.

Das Lob gab der Spieler prompt zurück. Er freue sich darauf, für den VfL zu spielen; er möchte seine Karriere dadurch weiter vorantreiben. Am Drittligisten gefalle ihm besonders, dass er so gut organisiert sei. Der Italiener ist ein wahrer Wandervogel, zahlreiche Vereine in ganz Europa ziehen sich durch seine Biografie. Er spielte in Slowenien und Spanien, ehe er für den Aberdeen F.C. in der Scottish Premier League auflief. 2010 zog es ihn wieder nach Italien (Sorrento Calcio), dann ging es über Belgien (RWDM Brussels FC) zurück nach Schottland, wo Grassi 2012/13 für Dundee F.C. antrat. Zuletzt stand er bei Aris Limassol unter Vertrag. In Osnabrück möchte er dagegen länger bleiben, berichtete er bei der Autogrammstunde. Um sich mit seinen Mitspielern besser verständigen zu können, werde er bald damit beginnen, Deutsch zu pauken. Nach Auskunft von Walpurgis wird Grassi nicht der letzte Neuzugang sein. „Wir werden im Angriff noch nachlegen“, sagte der Fußballlehrer. Ein gemischtes Fazit zog er von der bisherigen Vorbereitung. Viele Leistungsträger haben den Verein verlassen, zudem füllte sich das Lazarett in den vergangenen Wochen immer mehr. Entwarnung konnte er immerhin bei Michael Hohnstedt geben, der sich im Testspiel gegen Vitesse Arnheim verletzt hatte : „Es ist wohl nicht ganz so schlimm.“ Eine kleine Adduktorenverletzung habe sich der 26-Jährige zugezogen. Die Abgänge sollen durch die vielen Zugänge kompensiert werden. „Wir haben sehr gute Spieler dazubekommen. Jetzt geht es darum, dass sich alle auf dem Platz gut verstehen und miteinander harmonieren“, sagte Walpurgis. Das sollte auch schnell klappen, immerhin hat es der Saisonbeginn in sich. „An den ersten fünf Spieltagen haben wir absolute Knaller vor der Brust“, betonte der Coach mit Blick auf die Spiele unter anderem gegen Energie Cottbus, Arminia Bielefeld und Preußen Münster.

In einem Punkt waren sich die Spieler am Mittwoch einig: Man habe eine tolle Truppe zusammen, die charakterlich sehr gut zusammenpasse. „Die Jungs sind alle richtig gut drauf“, sagte beispielsweise Neuzugang Marcos Alvarez. Bei Prognosen für die kommende Saison hielten sich Spieler und Trainer noch bedeckt. „Die Liga ist sehr ausgeglichen. Mannschaften wie der MSV Duisburg und Arminia Bielefeld haben viel Geld investiert“, so Walpurgis. Deutlich ambitionierter äußerte sich dagegen Neuzugang Marcel Kandziora. Er wechselte vom FSV Frankfurt aus der 2. Liga zum VfL. „Ich möchte mit der Mannschaft aufsteigen“, betonte er.

Die Fans freuen sich auf die neue Saison. Das zeigte der große Andrang bei der Autogrammstunde. Vor der Mannschaft bildeten sich lange Schlangen; alle wollten die Signatur der Spieler auf dem Mannschaftsfoto. Die Hoffnung: Es soll im Verein ruhiger werden als in der vergangenen Saison, die durch Chaos in der Führungsetage und eine ungewisse Zukunft geprägt war. „Es muss mehr Struktur in den Verein“, berichtete ein langjähriger Anhänger. Der Aufstieg müsse in der kommenden Saison noch nicht her, erklärte ein anderer Fan: „Es ist alles auch ein bisschen Glückssache. Ich wäre zufrieden, wenn die Mannschaft unter die ersten sieben Plätze käme.“