Nagy wechselt nach Würzburg VfL Osnabrück: Torhüter Dähne wird getestet

Von Benjamin Kraus | 22.06.2015, 00:00 Uhr

In den vergangenen Jahren stellte der VfL Osnabrück stets erst im Verlauf der Vorbereitung sein Team zusammen – diesmal waren schon zum Trainingsauftakt am Samstag mit 25 Spielern mehr Fußballer da, als beim Spiel „elf gegen elf“ eingesetzt werden können. Am nächsten Tag kam noch einer dazu: Torhüter Thomas Dähne, der auch im Montagstraining getestet werden soll.

Ausbildung bei den von einem Brausehersteller geförderten Rasenballsportklubs in Liefering, Salzburg und Leipzig, Einsätze in Junioren-Nationalmannschaften und mit 21 Jahren prädestiniert für die Erfüllung der U-23-Regel in der 3. Liga: Der 1,93 Meter große Torhüter bringt auf dem Papier einiges mit, was dem VfL weiterhelfen würde. Der freie Torhüter-Platz neben Frank Lehmann – und dem für die Vorbereitung mit hinzugezogenen Bernd Düker – ist die dringendste Baustelle in den Kaderplanungen von Maik Walpurgis. Wobei der Trainer durchblicken ließ, dass man bezüglich der Innen- und Rechtsverteidigerposition den Markt auch beobachte und bis zum Ende der Transferperiode I am 31. August gerne noch einen körperlich starken Stürmer verpflichten würde.

Solche Verpflichtungen können aber wohl erst dann konkret angegangen werden, wenn einer oder mehrere der 24 mit Vertrag bis mindestens Sommer 2016 ausgestatteten Spieler den VfL verlassen. Denkbar könnte das etwa beim schon zuletzt an RW Essen ausgeliehenen Stürmer Kevin Freiberger sein. „Alle Spieler können und sollen sich bei uns fit machen, wobei es in den nächsten Wochen natürlich möglich ist, dass sich die eine oder andere Veränderung im Kader noch ergeben kann“, sagte Walpurgis.

Das betrifft auch Paul Thomik – dem einzigen beim VfL-Auftakt aktiven Profi ohne Arbeitspapier für die neue Saison. Dass der Rechtsverteidiger sowie der Klub grundsätzlich Interesse an einer Fortsetzung des sportlichen Engagements des 30-Jährigen haben, klang am Wochenende durch – aber auch, dass in dieser Frage wohl erst eine Entscheidung fällt, wenn andere Stellschrauben im Kader fest angezogen sind. „Der Verein hat noch einige Hausaufgaben zu machen – Stichwort U-23-Regel“, weiß Thomik, der aber klarstellte, dass er weiter kicken will und ein Engagement in einer Vereinsfunktion noch nicht für die ganz nahe Zukunft anstrebt.

Ganz am Rande der von Athletiktrainer Henrik Frach eingewiesenen langen Reihe von Fußballern absolvierte Massimo Ornatelli vor etwa 100 Fans auf der Illoshöhe seine Übungen: Dem 29-Jährigen, der nach seiner Suspendierung wieder ins Team integriert werden soll, war bei einigen technischen Unsauberkeiten im Abschlussspiel die lange Zeit ohne Einsatz am Ball anzumerken. „Generell ist der Stress mit dem Ball momentan bei allen größer“, sieht Trainer Walpurgis dies aber augenzwinkernd als normale Sache zu Beginn der Vorbereitung.

Am Sonntag wurde abseits von Osnabrück bekannt, dass Ex-Spieler Daniel Nagy in die 3. Liga zurückkehrt: Der 24-jährige Kreativspieler, zuletzt in Ungarn in seiner Geburtsstadt für Ferencváros Budapest am Ball, schließt sich Aufsteiger Kickers Würzburg an. Deren Trainer Bernd Hollerbach kennt den Ungarn noch aus dessen Zeit beim Hamburger SV und stattete ihn nun mit einem Zweijahresvertrag aus. Auch der VfL hatte mit Nagy Kontakt, doch zu konkreten Verhandlungen kam es wie schon bei Gesprächen über eine Rückkehr des Spielmachers im Winternicht. Offenbar stand früh fest, dass der VfL im Rennen um Nagy wirtschaftlich nicht mithalten konnte.