Keine Klärung bis zur JHV Steuerverfahren: VfL Osnabrück und Finanzamt vor der ersten Runde

Von Harald Pistorius | 27.09.2011, 20:00 Uhr

Vor vier Monaten, als viele VfL-Fans nach dem neuerlichen Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga dachten, es könnte nicht schlimmer kommen, klingelten die Steuerfahnder. Seit der spektakulären Durchsuchungsaktion und der Pressekonferenz des VfL am Tag danach ist es still geworden in dem Verfahren.

Offizielle Stellungnahmen gibt es nicht, und wenn, dann sind sie substanzlos. Vom VfL Osnabrück wie von der Staatsanwaltschaft gibt es vor allem den Hinweis auf das „schwebende Verfahren“.

Durchgesickert ist nur, dass es in den nächsten Wochen zu Gesprächen zwischen dem Finanzamt und dem Profiklub kommt. Das ist der übliche Abschluss einer Betriebsprüfung, bei dem die Parteien sich auf dem Verhandlungsweg treffen.

Der VfL hat bereits gewisse Nachlässigkeiten eingeräumt; vor allem bei der Abrechnung der Einnahmen aus dem Fanshop gibt es laut Verein durchaus Mängel bei der Entnahmepraxis, wenn für den Eigenbedarf benötigte Artikel nicht korrekt verbucht wurden. Den Vorwurf der systematischen Steuerhinterziehung und der Generierung von Schwarzgeld weist der VfL unverändert energisch zurück.

Parallel dazu läuft das Ermittlungsverfahren der Steuerfahnder, die beim Verein, seinen Mitarbeitern, Funktionären und etlichen Spielern massenweise Unterlagen beschlagnahmten. Ob bei der Untersuchung dieser Dokumente neue Verdachtsmomente aufgetaucht sind oder sich alte in Luft aufgelöst haben, ist nicht bekannt.

Ob am Ende überhaupt etwas an die Öffentlichkeit kommt, ist fraglich. Die Steuerbehörde ist dem Steuergeheimnis verpflichtet und wird nur in einem öffentlichen Verfahren Details öffentlich machen. Größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Verfahren gegen eine Steuernachzahlung und eine Geldstrafe eingestellt wird, ohne dass Einzelheiten bekannt werden. Die Hoffnungen des VfL, dass das Verfahren noch vor der Jahreshauptversammlung am 14. November abgeschlossen ist, sind unrealistisch.