Halles Köhler der Dienstälteste Für welchen Trainer wird die 3. Liga zum Sprungbrett?

Von Harald Pistorius | 22.07.2014, 20:20 Uhr

20 Vereine, 20 Trainer – 20 Aufstiegsträume? Die meisten der Fußballlehrer, die am Wochenende mit ihren Mannschaften in die Saison 2014/15 der 3. Liga starten, wollen zumindest nicht auf Dauer in der dritthöchsten Profiliga bleiben, sondern peilen einen Job in der 2. Bundesliga an.

Im Einzelfall kann die 3. Liga zum echten Sprungbrett werden. Vor zwei Jahren war der jetzt in Augsburg gefeierte Markus Weinzierl ein Trainer-Novize in Regensburg; Kosta Runjaic empfahl sich für den Job beim 1. FC Kaiserslautern beim damals noch sehr unscheinbaren Drittligisten Darmstadt 98.

Der sicherere Weg in die 2. Bundesliga ist der Aufstieg mit dem eigenen Klub. In der abgelaufenen Saison schafften drei Fußballlehrer diesen Sprung, für die die 2. Bundesliga Neuland sein wird: Alexander Zorniger mit RB Leipzig, Frank Schmidt mit dem 1. FC Heidenheim und Dirk Schuster mit Darmstadt 98.

Wie schnell allerdings der Aufstiegsbonus verbraucht sein kann, erlebte Stefan Krämer. Dass er Arminia Bielefeld 2013 in die 2. Bundesliga zurückgeführt hatte, was als Sensation bejubelt worden. Doch im Februar 2014 verloren die Ostwestfalen das Vertrauen in Krämer und holten einen namhaften Coach – doch auch Norbert Meier gelang der Klassenerhalt nicht.

Der ehemalige Nationalspieler darf bleiben; immerhin hat er schon Fortuna Düsseldorf in die 2. Bundesliga gebracht; später sogar in die Bundesliga. Außer ihm hat nur noch Karsten Heine Erfahrung in der höchsten Klasse; allerdings nur als Interimstrainer bei Hertha BSC, wo er zehn Jahre als Amateurtrainer tätig war, bevor er beim Chemnitzer FC noch einmal eine Herausforderungen fand. Mit 59 Jahren ist Heine der älteste Trainer der 3. Liga 2014/15.

Über 50 sind außerdem nur der Rostocker Peter Vollmann (56), Meier (55) und Ralf Loose (51) von Preußen Münster. Jüngster Coach in der Liga – und der einzige unter 30 – ist der ehemalige Zweitligaprofi Rüdiger Rehm (35), der mit der SG Sonnenhof Großaspach aufgestiegen ist. Auch die beiden anderen Neulinge sind von Trainern in die 3. Liga geführt worden, die dort Neuland betreten: Der Schweizer Martin Schmidt mit der U23 von Mainz 05 und Uwe Koschinat mit Fortuna Köln.

Schmidt ist zudem der Trainer mit der zweitlängsten Amtszeit: Er geht mit den Mainzer Talenten in die fünfte Saison. Auf eine längere Verweildauer kann nur Sven Köhler verweisen, der seit 2007 beim Halleschen FC das Sagen hat.

Auf neue Trainer setzen vier Teams: Vollmann kehrte zum FC Hansa zurück, den er – ebenso wie Braunschweig – schon mal zum Aufstieg führte. Jahn Regensburg holte sich Alexander Schmidt, der bei München 1860 in der 2. Bundesliga entlassen wurde. Stefan Krämer soll in Cottbus den Neuaufbau einläuten, in Duisburg folgt auf den erfolgreichen Karsten Baumann überraschend Gino Lettieri.

Neun Trainer wurden in der vergangenen Saison entlassen – in der 3. Liga geht es nicht zimperlich zu. Deshalb werden schon bald einige der Fußballlehrer froh sein, wenn sich der Alptraum aller Trainer nicht erfüllt.

Alle Karrieredaten und die Fotos der Trainer der 3. Liga bei noz.de