Gesetzeslücke geschlossen Warum sind drei VfL-Profis auch im Visier der Staatsanwaltschaft?

Von Stefan Alberti | 21.05.2017, 12:38 Uhr

Dass auch die Staatsanwaltschaften in Bochum und Osnabrück gegen die drei unter Manipulationsverdacht stehenden VfL-Spieler ermitteln, hängt mit einer von der Bundesregierung geschlossenen Gesetzeslücke beim Sportwettenbetrug zusammen.

Seit Mitte April 2017 können zum Beispiel Sportler strafrechtlich verfolgt werden, die sich bestechen lassen und dafür Wettbewerbe manipulieren. Bis dahin gab es in Deutschland die Gesetzeslücke, dass das Strafrecht erst dann zur Anwendung kam, wenn nachgewiesen wurde, dass Dritte durch manipulierte Spiele geschädigt wurden. Nun reicht schon der Nachweis des Versuchs aus.

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Zu dieser neuen Gesetzesregelung äußert sich das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz wie folgt: „Die künftigen Straftatbestände umfassen korruptive Manipulationsabsprachen bei Sportwettbewerben. Während der geplante Straftatbestand des Sportwettbetrugs (§ 265c Strafgesetzbuch) Manipulationsabsprachen bei Wettbewerben erfasst, auf die eine Sportwette gesetzt werden soll, ist der Straftatbestand der Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben (§ 265d StGB) für Manipulationsabsprachen bei hochklassigen Wettbewerben mit berufssportlichem Charakter vorgesehen.“

Das Strafmaß sieht bis zu drei Jahre, in besonderen schweren Fällen bis zu fünf Jahre Haft vor.

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