Gegner für variable Talente VfL Osnabrück will gegen Aue Spitzenplatz behaupten

Von Benjamin Kraus | 11.12.2015, 20:59 Uhr

Es ist das letzte Spiel des Jahres an der Brücke – und die Fans erwartet mit dem Duell des Fünften gegen den Dritten der 3. Fußball-Liga noch ein echtes Highlight. „Wir hoffen auf maximale Unterstützung, die uns hilft, dieses schwere Stück Arbeit möglichst erfolgreich zu bewältigen“, sagt Joe Enochs als Trainer des VfL Osnabrück vor dem Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue an diesem Samstag (14 Uhr).

 Wie schätzt Enochs den Gegner ein? „Stabil, kompakt und unberechenbar“, tituliert der Trainer an seinem 100. Tag im Amt die Spielweise der Veilchen. Die Zahlen weisen die Sachsen, die neben der schwächsten Offensive (15 Treffer in 19 Spielen) die mit Abstand beste Abwehr der Liga (13 Gegentore) stellen, nicht gerade als sorglose Spektakel-Fußballer aus. Der Erfolg aber gibt ihnen recht:Beim jüngsten 1:0-Sieg in Münster glänzten die abgezockten Auer mit schnörkellosen Schnellangriffen, oft abgeschlossen vom Ex-VfLer Nicky Adler oder Stoßstürmer von Max Wegner, der im Sommer hier mittrainierte. „Wir müssen im eigenen Strafraum und auf der Außenbahn immer Kontakt zum Mann haben – und im Zentrum den Gegner unter Druck setzen“, sagt Enochs als Marschroute gegen Aue an.

 Was ergab die Videoanalyse sonst?  Lyrisches Talent bei Marcos Alvarez („Es wird ein ‚Gedischt‘“ ), mit kleinen Abstrichen Gesangstalent bei Michael Hohnstedt („Veilchen sind nicht so mein Ding“) und den Amore-Aufruf mit Apfel, Pfeil und Bogen von David Pisot und Marvin Schwäbe („Nur mit euch können wir es packen“) – zu sehen in den Videos, die der VfL für das Heimspiel unter dem Motto „Wir brauchen euren Support“ ins weltweite Netz gestellt hat. „Es hat vom Training nicht abgelenkt und gezeigt: Die Jungs sind gut drauf“, goutierte auch Trainer Enochs die feine Aktion.

 Mit welchem Sturm geht der VfL ins Rennen? Mit der Stammbesetzung: Neben Halil Savran, der seine Gelbsperre abgesessen hat, fängt auch Marcos Alvarez an. Der wuselige 24-Jährige trainierte zweimal schmerzfrei und soll laufen, so weit ihn die Füße tragen. „Für 90 Minuten wird es nicht reichen“, glaubt Enochs, der glücklich ist, mit Addy Menga einen Offensivmann in der Hinterhand zu haben, der nach seiner Einwechslung bei Fortuna Köln einen starken Eindruck hinterlassen hatte.„Wenn Marcos nicht fit geworden wäre, hätte Addy auf jeden Fall von Anfang an gespielt. So ist es ein großes Plus für uns, dass wir mit ihm und auch Francky Sembolo nachlegen können“, sagt der Trainer.

 Und wer fällt aus? Massimo Ornatelli. Er laboriert an einer Zerrung und wird wohl auf rechts von Linksfuß Marcel Kandziora vertreten.

 War sonst noch was? Mit dem DFB und dem Niedersächsischen Fußballverband ehrt der VfL am Samstag bei der Aktion „Danke ans Ehrenamt“ Fußballfunktionäre, die mit außergewöhnlichem Engagement aufgefallen sind. Von den fünf Kreissiegern stammen Jugendbetreuer und Altherrentrainer Manfred Gertken (SG Voltlage) und Vorstandsmitglied Matthias Kreye (RW Sutthausen) aus der Region. Dazu werden Hans-Gerd Ems (SG Bad Bentheim), Heiner Feldmann (SV Concordia Emsbüren) und Christoph Stach (SV Langenberg) geehrt.

 Und wie geht es aus? 1:0 für den VfL – die einzig wahren Lila-Weißen.