Enttäuschung beim VfL Osnabrück Joe Enochs: Wir hätten das 3:1 machen müssen

Von Harald Pistorius | 18.12.2015, 23:45 Uhr

Wer mal morgens verschläft und zu spät zur Arbeit kommt, kann das wiedergutmachen: Er muss eine Schippe draufpacken. So ähnlich erging dem VfL Osnabrück bei den Stuttgarter Kickers beim 2:2 -Unentschieden.

Angeführt von den Fußball-Malochern Christian Groß, Tony Syhre und Michael Hohnstedt trug der VfL die Hypothek des frühen Rückstands ab und stand kurz vor dem ersten Wendesieg seit dem 2:1 bei Energie Cottbus.

„...und dann zieht der Müller einfach ab und hat das Glück, dass er den Berko am Rücken trifft.“ David Pisot schüttelte  noch lange entgeistert den Kopf darüber, dass den Osnabrückern der sicher geglaubte Sieg durch die Hände gerutscht war. Hier geht es zum Spielbericht aus Stuttgart 

„Wir haben doch kaum eine Torchance in der zweiten Halbzeit zugelassen“, sagte der Abwehrchef, der dennoch eigene Fehler dafür verantwortlich machte, dass es nicht zum ersten Punktspielsieg bei den Kickers seit 1993 reichte: „Wir haben uns in den letzten zehn Minuten zu tief hinten reindrängen lassen und uns fast nur noch mit lagen Bällen beholfen. Das hat sich gerächt.“

Trainer Joe Enochs ärgerte sich  über die schwache Anfangsphase: „Wir hätten uns über einen klareren Rückstand nicht beschweren dürfen. Aber die Mannschaft ist sehr gut zurückgekommen. Wir hatten die Möglichkeiten zur Entscheidung, denn wenn wir das 3:1 machen, ist die Sache erledigt.“

Über sein fünftes Saisontor – ein schulmäßiger Kopfball nach einer perfekten Freistoßflanke – mochte Halil Savran nicht lange reden: „Ganz ehrlich: Ich bin aus dem Alter raus, dass ich mich aufrege, wenn ich mal nicht treffe. Für mich zählt, dass wir als Mannschaft funktionieren und ich dazu etwas beitragen kann.“

Hohnstedt wieder stark

Zu den auffälligsten Erscheinungen gehörte einer, der im Sommer richtig um seinen Vertrag hatte kämpfen müssen. Michael Hohnstedt schimpfte erst mal über die erste Viertelstunde („Echt katastrophal, auch von mir“) und sagte dann: „Ja, ich bin zufrieden, wie es für mich gelaufen ist. Wenn ich spiele, werde ich immer alles für diesen Verein geben.“

Auf der Tribüne verfolgte Ronald Maul das Spiel. Der Ex-Bundesligaprofi, dessen Karriere in der Jugend des VfL begann, war zuletzt bei verschiedenen Veranstaltungen des Vereins dabei. Möglicherweise ist der in Osnabrück ansässige Maul, der bei RW Ahlen Erfahrungen als Sportchef gesammelt hat, einer der Kandidaten für die Nachfolge von Lothar Gans.

 Hier der Liveticker der Partie zum Nachlesen