Entspannung auf der Kirmes VfL-Stürmer Kotuljac: Vom Schatten ins Licht - Der Joker und sein Glücksbringer

Von Harald Pistorius | 19.09.2011, 17:46 Uhr

Am Montag entspannte der Joker mit Sohn Konstantin (5) und Ehefrau Annett auf der Gesmolder Kirmes, anschließend plauderte Aleksandar Kotuljac fröhlich über sein wundersames Comeback beim VfL. Noch vor wenigen Wochen war dem 29-jährigen Fußballprofi gar nicht nach Lachen zumute.

Vom Trainer zum Reservisten degradiert, Kreuzbandriss im März, Abstieg im Mai, kein Vertrag – im Sommer lernte der gebürtige Hannoveraner die Schattenseiten seines Berufs kennen: „Vor allem, wenn man Verantwortung für eine Familie hat, ist das nicht lustig. Da kommen einem schon die Gedanken, wie es weitergehen soll.“

Der VfL hatte zwar zunächst kein Interesse an einer Vertragsverlängerung, doch Manager Lothar Gans hielt sein Versprechen, Kotuljac jederzeit als Trainingsgast die Tür zu öffnen. Diese Chance nutzte der im Sommer 2009 aus Fürth gekommene Profi; nach der harten Zeit des Reha-Programms stieg er ins Teamtraining ein.

„Das war der entscheidende Schritt. Ich habe Extraschichten im Kraftraum geschoben und mich richtig reingehängt – das hat dem Trainer wohl gefallen“, sagt Kotuljac. Als Uwe Fuchs nach dem 2:2 in Saarbrücken in der zweiwöchigen Punktspielpause Kotuljac im Training aufblühen sah, interessierte sich Fuchs nicht für die Zweifel an dem Stürmer, sondern setzte die Verpflichtung zwei Tage vor dem Derby gegen den SC Preußen durch.

Drei Einwechslungen, zwei „Joker“-Tore, jeweils zum siegbringenden 1:0 gegen Münster (nach sechs Minuten) und gegen Offenbach (nach acht Minuten) – „der Trainer hat recht, das ist wie ein kleines Märchen“, lacht Kotuljac. Mit seinem Zimmerkollegen Martin Hudec hatte er vor dem Spiel gegen die Kickers von einem „gemeinsamen Tor“ gesprochen; dann bereitete der Slowake mit einem tollen Kopfball das Tor vor, das Kotuljac mit „einem halben Spagat“ erzielte.

Er trug erneut den blauen Kopfverband, der die mit sieben Stichen genähte Platzwunde aus dem Münster-Spiel schützte. Am Mittwoch werden die Fäden gezogen, dann ist der Verband überflüssig. Eigentlich, denn Kotuljac wäre kein Fußballer, wenn ihn nicht der Aberglaube locken würde. „Irgendwie“, überlegt er, „ist das Ding ja auch ein Glücksbringer. Vielleicht nehme ich ihn mit nach Unterhaching, mal sehen …“ Dass der Tickermann von noz.de in der Freude über das Tor im Liveticker vorschlug, den Kopfverband als Fanartikel ins Merchandising-Programm aufzunehmen, hat ihm gefallen.

Wie ihm zurzeit endlich wieder vieles gefällt an seinem Beruf als Fußballer.