Einstieg noch in dieser Saison VfL Osnabrück: Neuer Sportdirektor ist gefunden

Von Benjamin Kraus | 09.11.2017, 14:21 Uhr

Der VfL Osnabrück hat einen Sportdirektor gefunden: Dies bestätigte Geschäftsführer Jürgen Wehlend bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Cheftrainers Daniel Thioune.

„Wir haben einen mehrstufigen Auswahlprozess durchlaufen und ich kann sagen: Wir haben uns entschieden. Aus unserer Sicht ist das final“, sagte Wehlend. Öffentlich bekannt geben wollte der Geschäftsführer allerdings noch nicht, wer der neue Mann ist – weil dieser noch woanders unter Vertrag steht. „Es ist ein weiterer Verein beteiligt, der seine Freigabe geben muss“, sagte Wehlend.

Sportdirektor soll noch in dieser Saison anfangen

Ob die Zusammenarbeit mit dem neuen Sportdirektor noch in diesem Kalenderjahr beginnen könne, stehe daher in den Sternen und sei nicht unbedingt wahrscheinlich – auf jeden Fall soll der neue Mann aber noch in dieser Saison einsteigen, so Wehlend. „Er soll ja bestimmte Aufgaben mit übernehmen wie die Kaderplanung und Kaderentwicklung für die neue Saison und die Abwicklung der Transferphase im Sommer“, sagte Wehlend mit Blick auf Lothar Gans, der im Februar 65 Jahre alt wird. Damit einhergehend wird beim VfL wohl eine Umstrukturierung innerhalb der sportlichen Leitung erfolgen: Neu zu schaffen sei dabei der Bereich Scouting/Kadermanagement, in dem der aktuelle Teammanager Julius Ohnesorge eine zentrale Rolle spielen soll.

Wehlend will sich messen lassen

Gans war in diesen Tagen in alle Gesprächen im Zuge des neuen Vertrages für Daniel Thioune ( vom Interimstrainer bis Saisonende zum Cheftrainer befördert) mit involviert, war aber nicht Teil des Entscheidungsprozesses, wie Wehlend erläuterte. „Am Ende des Tages musste ich als Verantwortlicher entscheiden“, erklärte der Geschäftsführer, der sich mit den Vertretern der VfL-Gremien sowie internen und externen Experten in dieser Frage ausgetauscht hat. „Mein erster Ansprechpartner war Vizepräsident Uwe Brunn als Ex-Fußballprofi, der sich in den letzten Tagen viel Zeit genommen hat, wofür ich sehr dankbar bin“, sagte Wehlend.

Die Entscheidung für Thioune sei gefallen, weil man den Weg für richtig erachte, den die Mannschaft unter seiner interimsweisen Leitung innerhalb der letzten vier Wochen eingeschlagen habe. „Wir haben insgesamt unsere Ziele erreicht in dieser Phase: Die Mannschaft zeigt Selbstvertrauen, personell, technisch und taktisch hat man Auswirkungen auf dem Feld gesehen. Dazu hat uns Daniel ein überzeugendes Konzept für den Rest der Saison vorgelegt“, sagte Wehlend. Priorität sei nun, so schnell wie möglich den Tabellenkeller zu verlassen. „Daniel hat ja bereits gesagt, dass er sich an Ergebnissen messen lassen will. Das gilt für ihn und sein Team, aber das gilt auch für mich selbst“, sagte Wehlend angesichts der aktuellen Herausforderungen in der schwierigen Situation des Tabellen-19..

Thioune: Positive Ergebnisse das Ziel

„Meinen ersten Vertrag als Cheftrainer zu unterschreiben, 21 Jahre nachdem ich meinen ersten Profivertrag als Spieler unterzeichnet habe, war schon ein fantastisches Gefühl“, sagte der nun auch offiziell beförderte Thioune zu seinem Engagement bis zum Sommer. „Die Vertragsverlängerung gibt mir ein Stück mehr Handlungssicherheit. Ich weiß aber auch um die Herausforderung, die diese Aufgabe mit sich bringt.“, ergänzte der 43-Jährige.

„Unser erstes Ziel war, an der Kompaktheit und Geschlossenheit zu arbeiten, den Gegner in bestimmte Räume zu locken und ihm generell weniger davon zu geben. Unsere Philosophie ist, den ersten Ballkontakt immer offensiv zu gestalten und direkt immer die Tiefe anzuspielen“, erklärte Thioune, der seinen Fußballern in diesen Punkten durchaus Fortschritte in den letzten Wochen bescheinigte. Gearbeitet werden müsse angesichts der neuen Variabilität im System des VfL allerdings an der Balance im Spiel – und an der Schwäche bei Standards, wo zuletzt viele Gegentore gefallen sind. „Positive Ergebnisse sind jetzt unser kurzfristiges Ziel. Wenn diese in den nächsten Monaten stimmen sollten, lassen sich bestimmt Wege finden, auch im Sommer die Zusammenarbeit beim VfL in dieser Konstellation fortzusetzen“, sagte Thioune auf die Frage , wie er die Laufzeit seines Kontraktes bewerte.

Neuzugänge im Winter nicht ausgeschlossen

Auf die Frage, ob Neuzugänge im Winter Thioune und dem VfL beim Erreichen der Ziele helfen sollen, reagierte der Trainer zunächst zurückhaltend. „Ich will meine aktuelle Mannschaft für die Sache begeistern, ich will die Spieler, die wir hier haben, entwickeln. Ich vertraue ihnen absolut – die kommenden Aufgaben mit ihnen anzugehen, ist auf jeden Fall der erste Schritt. Sollte im zweiten Schritt – aber erst dann, etwa in der Winterpause – eine Analyse ergeben, dass wir unsere Ziele mit der vorhandenen Mannschaft nicht erreichen können, werde ich sicher auch Neuzugänge einfordern“, sagte Thioune.

Zu diesem Punkt bestätigte Wehlend, dass der VfL wie immer den Transfermarkt genau beobachte und im Fall der Fälle vorbereitet sei – unter anderem auch deshalb sei Lothar Gans auch weiterhin aktiv im Verein tätig. Die Frage, ob die Verpflichtung von Neuzugängen im Winter allein an knappen Kassen scheitern könnte, verneinte der VfL-Geschäftsführer. Unabhängig davon, dass die finanzielle Lage des Vereins weiter angespannt ist, sagte Wehlend: „Wir haben in dieser Saison durch die Einnahmen im DFB-Pokal und durch die Verkäufe von Nazim Sangaré und Kwasi Okyere Wriedt etwa 1,5 Millionen Euro Einnahmen erzielt, die wir in den Vorjahren so nicht erzielt hatten.“ Entscheidend sei, ob man inhaltlich vom Bedarf nach Neuzugängen sowie danach von einem potenziellen Kandidaten überzeugt sei. „Aber das wird sich ergeben in den nächsten Wochen“, sagte Wehlend.

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