Einsatz von Frahn fraglich VfL-Gegner Leipzig: Nur dritter Torwart ist geblieben

12.03.2014, 17:21 Uhr

Fünf Siege in Folge ohne Gegentor, eine exponierte Stellung des Fußballklubs im Aufstiegskampf der Dritten Liga und finanziell schon mindestens eine Etage weiter oben: Das Projekt der Etablierung von Rasenballsport in Leipzig, am Sonntag (14 Uhr, Red Bull Arena) Gegner des VfL Osnabrück, ist zuletzt gut ins Laufen gekommen.

Durch die Zuwendungen von Red Bull finanziell gepolstert, legte RB beim Kader in der Winterpause noch mal kräftig nach. Vom SC Paderborn wechselte Stammspieler Diego Demme an die Pleiße, aus Wolfsburg holte man Nachwuchsjuwel Federico Palacios-Martinez für kolportierte 600000 Euro. Für den verletzungsbedingten Ausfall von Christian Müller wurde zudem Georg Teigl innerhalb der „RB-Familie“ von Salzburg nach Leipzig transferiert, um die sportlichen Pläne nicht zu gefährden.

Das Modell vom stabsmäßig geplanten Profifußball in der Messestadt hatte allerdings seine Anlaufschwierigkeiten: Das Konzept vom Einstieg des österreichischen Getränkeherstellers beim inzwischen insolventen FC Sachsen scheiterte seinerzeit an Fanprotesten und den DFB-Statuten. Seit der Übernahme des Spielrechts vom SSV Markranstädt weiß Red Bull aber, die nötige Klaviatur zu spielen. 5000 Fans kamen zum Saisonauftakt, der von den RB-Marketingstrategen als große PR-Show aufgezogen wurde. Inzwischen existieren elf offizielle Fanclubs, deren klangvolle Namen unter anderem auf „Glücksbullen“ oder „Zuchtbullen LE“ lauten. Die Vorstellung des Zwölften ist für Sonntag gegen den VfL vorgesehen, sagt Fansprecher Ingo Hertzsch, der bei 1300 organisierten Fans auf den steigenden Zuspruch in der Stadt verweist.

Den aktuellen Zuschauerschnitt von fast 13000 relativieren allerdings Freikartenaktionen wie zuletzt gegen Elversberg, als gleich 9000 Tickets an soziale Projekte verteilt wurden. Solche Maßnahmen umzusetzen, mutet nicht nur für die Ligakonkurrenz unmöglich an, sondern erst recht für die alteingesessenen Leipziger Traditionsvereine wie Lok oder BSG Chemie. Nicht nur deshalb rücken die lieber die Tugenden Leidenschaft und Emotion in den Mittelpunkt und versuchen, bei den Fans mit der Möglichkeit der Mitbestimmung zu punkten. Prestigeprojekte wie der Bau eines Vereinsheims samt Tribüne im Herzen der Stadt oder des Trainingszentrums für 35 Millionen Euro sind für sie nicht umsetzbar.

RB-Trainer Alexander Zorniger bangt um Stürmer Daniel Frahn (Knöchelprobleme), will aber gegen den VfL unbedingt gewinnen: „Wir stellen uns auf einen aggressiven, robusten Gegner ein, dem wir nicht gestatten dürfen, ins Spiel zu kommen. Diesmal genießen wir den Heimvorteil und wollen mit unseren phantastischen Fans im Rücken das Niveau der letzten Spiele halten und gewinnen!“. Das Tor wird dabei der seit 381 Minuten unbezwungene Benjamin Bellot hüten. Die Nummer Drei hinter Fabio Coltorti (Aufbautraining nach Innenbandriss) und Eric Domaschke ist der einzige verbliebene Spieler seit der Vereinsgründung vor knapp viereinhalb Jahren .