Dynamo Dresden schweigt Addy Mengas Rassismus-Vorwürfe bleiben ohne Folgen

Von Harald Pistorius | 25.04.2015, 14:03 Uhr

Die massiven Vorwürfe des Osnabrücker Fußballprofis Addy Menga gegen den Dresdner Kollegen Dennis Erdmann bleiben ohne Folgen. Der Deutsch-Kongolese hatte erklärt, dass der Dynamo-Profi ihn während des Spiels rassistisch beleidigt habe.

 Der Deutsch-Kongolese hatte erklärt, dass der Dynamo-Profi ihn während des Spiels rassistisch beleidigt habe : „Das habe ich dem Schiedsrichter gesagt“. Daran kann sich der Unparteiische Christian Dietz nicht erinnern, wie er über die Pressestelle des DFB mitteilen ließ: „Herr Dietz hat keinen solchen Vorfall und auch keine entsprechende Meldung des Spielers Menga wahrgenommen.“

Für Menga ist das unverständlich: „Ich habe ganz klar darauf angesprochen, während einer Spielunterbrechung. Das kann er nicht überhört oder vergessen haben.“

Für eine direkte Stellungnahme war Dietz ebenso wenig zu erreichen wie Erdmann. Über ihren Mediensprecher teilte die SG Dynamo Dresden mit, man habe kein Interesse, sich zu dem Thema zu äußern. Der DFB weist in seiner Antwort auf die NOZ-Anfrage darauf hin, dass Spieler und Verantwortliche gehalten sind, bei gravierenden Vorfällen, die der Schiedsrichter nicht wahrgenommen hat, nach dem Spiel entweder direkt beim Unparteiischen oder beim DFB darauf hinzuweisen.

Der Verband hätte den Vorgang nur prüfen und Ermittlungen einleiten können, wenn es einen Vermerk des Schiedsrichters im Spielbericht gegeben hätte. Die Idee, den Abwehrspieler Erdmann zur neuen Saison zu verpflichten, hat der VfL nach Bekanntwerden des Falles sofort aufgegeben. (Weiterlesen. VfL Osnabrück in Dresden massiv benachteiligt.)