Die Stimmen zum Derby VfL-Mittelfeldmann Hohnstedt: Geiler geht‘s nicht, 3:0 gegen Münster…

Von Stefan Alberti und Benjamin Kraus | 28.01.2017, 18:18 Uhr

Strahlende Gesichter ja, 3:0-Derbysieg gegen Münster ja – doch der Fokus richtet sich bei den meisten VfL-Spielern schon auf den nächsten dicken Brocken. Die Stimmen zum Spiel.

 Benno Möhlmann, Trainer Preußen Münster: „Ich freue mich nicht unbedingt, einen Kommentar zum Spiel abgeben zu müssen. Aber das muss ja wohl so sein. Das 3:0 ist eine klare Geschichte und letztlich verdient, obwohl das Spiel auch lange etwas anderes hätte zulassen können. Wir machen einen schweren individuellen Fehler und bekommen das 0:1. In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, noch einmal heranzukommen. Aber letztlich haben wir wieder durch individuelle Fehler das zweite und dritte Tor bekommen. Die Tore waren vermeidbar. Es ist schade, dass wir für unser Engagement in der ersten Halbzeit nicht belohnt wurden. Das Leben geht trotzdem weiter.“

 Joe Enochs, VfL-Trainer: „In der ersten Halbzeit waren wir definitiv nicht die bessere Mannschaft. Wir hatten wenige klare Aktionen nach vorne und kaum Torchancen. Trotzdem spreche ich ein großes Lob an meine Mannschaft aus, wie sie gegen den Ball gearbeitet hat. Diese Mannschaft setzt immer wieder nach, wenn sie den Ball verloren hat. Als das 2:0 gefallen ist, waren wir alle erleichtert, weil das Spiel doch ziemlich eng war. Die Tore fielen zum richtigen Zeitpunkt. Ich appelliere daran, nicht überheblich zu werden. Wenn die Mannschaft bereit ist, weiter hart und ehrlich zu arbeiten, dann werden wir auch versuchen, oben mitzumischen.“

 Marcel Appiah, VfL-Innenverteidiger: „So gut in die Rückrunde zu starten, tut gut. Es war das erwartet schwere Spiel, aber die Punkte sind in Osnabrück geblieben. Zum Glück haben wir nicht daran angeknüpft, wie wir in der Hinrunde aufgehört haben. Wir haben rechtzeitig den Schalter umgelegt – und die Tore in den passenden Momenten gemacht. Ich denke, dass der Sieg auch in der Höhe in Ordnung war. Wir haben bis zum Schluss nach vorne gespielt und nicht auf Verwalten gespielt. Meine eigene Leistung schätze ich immer als ausbaufähig ein.“

 Michael Hohnstedt, VfL-Mittelfeldspieler: „Geiler geht‘s nicht. 3:0 gegen Münster – ich weiß gar nicht, wann zuletzt ein Derby so deutlich ausgegangen ist. Einen schöneren Tag als heute kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Das 1:0 von ,Otschi‘ war der Dosenöffner. In der zweiten Halbzeit haben wir das gespielt, was wir über weite Strecken auch in der Vorrunde gespielt haben. Wir können jetzt durchaus mit Selbstvertrauen nach Duisburg fahren. Der MSV ist die stärkste Mannschaft der Liga. Wenn wir alles geben, können wir aber von dort auch etwas mitnehmen.“

 Bastian Schulz, VfL-Interimskapitän: „Wir wollten unseren Fans heute etwas geben. Das haben wir geschafft. Letztendlich gibt es nur drei Punkte – und wir wissen auch, dass es nächste Woche weitergeht. Heute haben wir uns ins Spiel reingearbeitet. Das zählt, die Mentalität, der Einsatz. Das Spielerische kommt dann von alleine. Wichtig ist, dass wir nach Fehlern auch den Kopf oben behält und mutig bleibt. Wir sind als Team aufgetreten, jeder war für den anderen da.“

 Kemal Rüzgar, VfL-Stürmer (traf gleich in seinem ersten Spiel): „Bei meinem Tor habe ich ein bisschen Glück, dass ich nach dem Abpraller vom Torwart die zweite Chance bekomme – aber als Stürmer darf man halt auch nie abschalten. ,Otschi‘ und ich verstehen uns gut als Sturmduo vorne drin, wir sind beide jung und hungrig. Er hat sich vor meinem Tor super durchgesetzt. Generell konnte ich mich hier schnell an meine Mitspieler gewöhnen, die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Dass heute so viele Zuschauer da waren, hat uns total motiviert – gleich so mit einem Derbysieg zu starten, ist natürlich auch für mich ein Klasse-Einstand. Ich versuche jetzt, der Mannschaft in dem halben Jahr, in dem ich hier bin, so gut wie möglich zu helfen und will mich in der 3. Liga etablieren – wenn das klappt, können wir im Sommer sehen, wie es weitergeht.“

 Adriano Grimaldi (eingewechselter Stürmer SC Preußen, früher in Osnabrück): „Unsere individuellen Fehler waren heute entscheidend – und die individuelle Klasse des Gegners. Osnabrück hatte da einfach Füchse auf dem Platz. Ich persönlich muss nun von Woche zu Woche an mir arbeiten, um fitter zu werden. Insgesamt müssen wir vielleicht bei unseren Abschlüssen auf das Tor noch ein bisschen besser die Übersicht bewahren.“

 Ole Kittner (Innenverteidiger Preußen): „Osnabrück hat uns mit dem ersten Tor eiskalt erwischt. Das war schon ein Nackenschlag – genau wie das zweite Tor in einer Phase, in der überhaupt keiner damit gerechnet hat, dass Osnabrück zuschlagen könnte. Die Niederlage ist verdient, aber 0:3 ist schon heftig - und unglaublich bitter.“

 Mirkan Aydin (Stürmer Preußen): „Wir fangen gut an – aber der Gegner hat aus wenigen Chancen seine Tore gemacht. In der ersten Halbzeit war unser Auftritt denke ich noch gut, aber die zweite Halbzeit war schwach. Wir waren immer einen Schritt zu spät, hatten das falsche Timing in den Zweikämpfen. So darf man sich nicht präsentieren.“