Der VfL Osnabrück nach dem DFB-Urteil Gans und Enochs: Wir stehen 100 Prozent zu Marc Heider

Von Harald Pistorius | 29.06.2017, 20:24 Uhr

In den ersten vier Spielen der neuen Saison in der 3. Liga muss Marc Heider zuschauen, außerdem 2000 Euro Geldstrafe zahlen. Der Profi des VfL Osnabrück hat das vom DFB-Kontrollausschuss beantragte Strafmaß nach Rücksprache mit dem Verein akzeptiert. Der VfL nahm das Urteil mit Erleichterung auf und erklärte sofort, man werde zu Heider stehen. Auf eine interne Strafe muss sich der 31-Jährige dennoch einstellen.

Beim VfL wurde das Urteil mit einer gewissen Erleichterung aufgenommen. „Das deckt sich mit unserem Eindruck über die Abläufe“, sagte Manager Lothar Gans, der betonte, dass Verein und Mannschaft weiter hinter Marc Heider stehen. Während Menga und Willers unabhängig von dem Sportgerichtsverfahren keine neuen Verträge bekommen haben, läuft der Kontrakt mit Heider noch bis Juni 2018. „Wir haben nach dem Urteil keinen Grund, ihn fallenzulassen“, sagt Gans, „er hat seinen Fehler, den Verein nicht sofort zu informieren, eingesehen. Danach ist er in die Offensive gegangen und hat die Ermittlungen unterstützt.“

Auf der Vereins-Homepage wird Gans so zitiert: „Wir stehen zu 100 Prozent hinter Marc Heider als Spieler des VfL Osnabrück und haben nach dem Urteil keinen Grund, ihn fallen zu lassen oder nicht an ihm festzuhalten – im Gegenteil! Er ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft, die ebenfalls geschlossen hinter ihm steht.“

Trainer Joe Enochs sagte am Donnerstag vor dem Beginn des Freundschaftsspiels in Dreierwalde: „Wir haben immer zu Marc gestanden und stehen auch weiter zu ihm. Wir wissen, wie die Sachlage gewesen ist. Er hat einen Fehler gemacht, aber er steht dazu und hat zur Aufklärung beigetragen. Wer sieht, mit wie viel Herz und Leidenschaft Marc alles gibt, der weiß, weshalb er unser Vertrauen genießt. Die letzten Wochen waren für ihn eine schwere Zeit. Wir akzeptieren genau wie er die Sperre wegen einer Unsportlichkeit. Wir werden alles dafür tun, dass er nach seiner Verletzung wieder schnell integriert wird.“

Heider selbst kommt auf der VfL-Website so zu Wort: „Zugegeben, vom Urteil selbst bin ich schon etwas enttäuscht, ich hatte es deutlich milder erwartet. Ich habe zu keinem Zeitpunkt den Versuch einer Manipulation unternommen, ohnehin hätte ich als verletzter Spieler gar nicht eingreifen können. Stattdessen habe ich mit einem langjährigen Freund telefoniert. Das mache ich übrigens fast täglich und nicht explizit vor dem letzten Saisonspiel. Nichtsdestotrotz habe ich das Urteil akzeptiert, ich möchte einfach einen Schlussstrich unter diese Angelegenheit ziehen. Die letzten Wochen waren sehr hart für mich und meine Familie, das wünsche ich keinem. Deshalb danke ich allen, die von Anfang an hinter mir standen und auch dem Verein für die Unterstützung. Nun konzentriere ich mich wieder vollständig auf meine Reha, um möglichst bald auf den Rasen zurückzukehren und weiterhin in jedem Spiel alles für den VfL zu geben, wie ich es in der Vergangenheit auch immer gemacht habe!“