Danneberg: Sind auf einem guten Weg VfL Osnabrück nach 4:0-Sieg: Neuer Mut und breite Brust

Von Johannes Kapitza | 30.10.2017, 15:32 Uhr

Die Erleichterung war groß, der VfL Osnabrück hat durch den 4:0-Sieg gegen den FSV Zwickau wieder neuen Mut in der 3. Fußball-Liga geschöpft. „Wir fahren jetzt mit breiter Brust nach Paderborn und müssen versuchen, dort zu gewinnen. Es wird nicht einfach, aber wir können es schaffen“, sagte Innenverteidiger Adam Sušac mit Blick auf die Partie beim Spitzenreiter durchaus selbstbewusst.

„Im Fußball kannst du dir für gute Spiele nichts kaufen. Du brauchst Siege. Die sind gut fürs Gefühl. Du kannst dir Woche für Woche anhören, dass du gut spielst, aber es nagt trotzdem an dir, wenn du die Spiele nicht gewinnst“, gab Tim Danneberg zu. Der Mittelfeldspieler hofft, dass das 4:0 gegen Zwickau ein Wendepunkt war. „Wenn du Spiele wie dieses, in denen du unter einem hohen Druck stehst, so souverän für dich entscheidest, kann das ein Brustlöser sein. Das muss uns Mut geben, dass wir in dieser Liga jeden Gegner bespielen können“, sagte der 31-Jährige.

Reimerink: Es läuft wieder bei uns

„Man weiß manchmal nicht, woran es liegt, aber auf einmal läuft es wieder bei uns“, war Jules Reimerink erleichtert. Keine Frage: Der Trainerwechsel hat einen Effekt gehabt, auch wenn Daniel Thioune laut Reimerink „nicht so viel“ anders macht als sein Vorgänger Joe Enochs. „Er hat ein bisschen die Taktik geändert. Das sieht jeder Trainer eben anders“, sagte Reimerink.

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Geplantes „Offensivfeuerwerk“ gelingt

„Unter Joe haben wir genauso Videoanalysen gemacht“, sagt auch Danneberg über die Gemeinsamkeiten in der Gegneranalyse. Auch das Personal ist nach wie vor das Gleiche. Während Enochs aber an seinem bevorzugten 4-4-2-System festhielt, schraubt Thioune taktisch mehr den Stellschrauben, lässt mal mit Viererkette, mal mit drei Abwehrspielern spielen, will „dynamisch“ aufstellen. Gegen Zwickau wählte Thioune ein 3-4-3. „Er hat unter der Woche schon angekündigt, dass wir zuhause ein Offensivfeuerwerk abbrennen wollen“, sagte Danneberg. Das kam beim Publikum an und war zudem wohl vorbereitet: „Er hat nicht gesagt: Wir spielen 3-4-3, geht mal raus und macht mal. Man merkt seine Handschrift. Er bereitet uns top auf die Gegner vor und stellt das System so auf, wie er meint, die Gegner am besten bekämpfen zu können.“

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Danneberg: Irgendwas ist in der Mannschaft passiert

In den vergangenen Spielen habe man „gemerkt, dass irgendwas in der Mannschaft passiert ist“, sagt Danneberg über den Neustart unter Thioune. Das 4:0 gegen Zwickau kann ein weiterer Wendepunkt in der Saison werden. „Uns hat einfach zuletzt das Erfolgserlebnis gefehlt“, sagt Danneberg. Dafür fehlten zu Saisonbeginn auch oft die nötigen Torchancen. „Das ist zurzeit unser Faustpfand, dass wir zu Abschlussmöglichkeiten kommen. So kannst du Spiele entscheiden“, sagt Danneberg. Nach der Entwicklung der vergangenen Wochen sei er „positiv gestimmt. Wir sind auf einem guten Weg und haben uns endlich mal mit vier Toren belohnt“.

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„In letzten Derbys nicht so toll ausgesehen – es ist Zeit, das zu ändern“

Trotz des dritten Saisonerfolgs stehen die Lila-Weißen in der Tabelle immer noch „in einer Region, wo nur Siege zählen“, wie Danneberg weiß. Da ist ausgerechnet der Tabellenführer eine große Hürde am nächsten Spieltag. Trotzdem ist bei Danneberg die Vorfreude da. „Wir werden das Zwickau-Spiel vernünftig auswerten und uns akribisch vorbereiten“, sagt er auch in dem Wissen, dass „wir in den letzten Derbys nicht so toll ausgesehen haben“. In Meppen (0:1) und in Münster (1:4) unterlagen die Lila-Weißen. Und auch Paderborn ist in der Vergangenheit oftmals kein gutes Pflaster gewesen für den VfL. Die letzten drei Spiele in Paderborn verlor Osnabrück. Der einzige Auswärtssieg beim SCP datiert vom 17. Februar 2008 (3:1). „Dann wird es Zeit, das mal zu ändern“, sagt Tim Danneberg, „wir müssen selbstbewusst sein und eine breite Brust zeigen“. Das fällt den Lila-Weißen nach dem 4:0-Sieg deutlich leichter als in den Wochen zuvor.