VfL-Fans muntern Spieler auf Taffertshofer: Die Niederlage schmerzt mehr als die Nase

Nase blutig, Spiel verloren: Uli Taffertshofer verlässt die Wiesbadener Arena. Foto: Fabian FlohreNase blutig, Spiel verloren: Uli Taffertshofer verlässt die Wiesbadener Arena. Foto: Fabian Flohre
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Wiesbaden. Wer wissen wollte, wie das Spiel des VfL Osnabrück beim SV Wehen Wiesbaden gelaufen ist, der musste nur in das Gesicht von Ulrich Taffertshofer schauen. Dick angeschwollen war die Nase und leicht schief. Obendrauf schimmerte sie in dezentem lila und unten troff auch nach dem Spiel noch immer das Blut heraus. Der VfL hatte tüchtig einen mitbekommen.

Schon nach sieben Minuten war Taffertshofer zu Boden gegangen. „Aigner schubst mich in einen anderen Spieler rein, dann hatte ich das Knie im Gesicht – sieht so aus, als ob sie gebrochen ist“, meinte der Mittelfeldspieler. Was mehr weh tat: Die Nase oder die Niederlage? Taffertshofer musste trotzdem nicht lange nachdenken: „Die Niederlage schmerzt mehr“, sagte er und betonte: „Wir hatten uns mehr vorgenommen. Die standen mit dem Rücken zur Wand. Klar willst Du da den Dreier mitnehmen.“ 

Ajdini: Wettlauf gegen die Zeit verloren

Warum es nicht geklappt hat? Rechtsverteidiger Bashkim Ajdini, der erneut statt Geburtstagskind Felix Agu (20) in der Startelf stand, meinte: „Wir hatten leider gegen dieses Abwehrbollwerk nach dem Gegentor zu wenig Lösungen. Danach war es ein Wettlauf gegen die Zeit, den wir verloren haben.“ Dann fügte er an: „Wiesbaden hat absolut nichts für das Spiel gemacht. Leider hat heute aber wenig an diesem Abend gereicht, um gegen uns zu gewinnen.“

In den entscheidenden Situationen, sagte Innenverteidiger Moritz Heyer, „waren wir zu schläfrig. Vor dem 1:0 müssen wir das Ding besser klären. Das 2:0 ist dann auch nicht so gut verteidigt.“

Nur einen Punkt aus den letzten drei Spielen fuhr der VfL damit ein. Es ist nach einem ordentlichen Saisonstart die erste schwere Phase, die diese Mannschaft überstehen muss. „Vermutlich“, meinte Taffertshofer, der letzte Sommer zum VfL kam, „ist es sogar die erste schwere Phase, seitdem ich da bin.“

"Das wird uns nicht umhauen"

Danach wischte der Mittelfeldspieler noch einmal einen Tropfen Blut weg, der aus seiner Nase troff. „Macht nichts“, sagte er: „Das wird uns auf jeden Fall nicht umhauen. Da mache ich mir gar keine Sorgen.“

Auch, wenn nächste Woche mit Arminia Bielefeld ein dicker Brocken kommt. Helfen sollen auch die Fans. Nach dem Abpfiff sangen sie für die Mannschaft die Hymne: „Nur für diesen Verein...“ Die Spieler standen geschlossen vor der Kurve und lauschten andächtig. „Man fährt nach Wiesbaden, verliert 0:2 und die Fans unterstützen einen und muntern dich auf. So eine Reaktion ist Wahnsinn“, sagte Heyer: „Das gibt unfassbar Kraft.“


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