Tipps für Auswärtsfahrer Was die Anhänger des VfL Osnabrück in Nürnberg nicht verpassen sollten

Von Markus Löser

Herrlich: die Anlage rund um das Max-Morlock-Stadion in Nürnberg. Foto: imago images/Westend61Herrlich: die Anlage rund um das Max-Morlock-Stadion in Nürnberg. Foto: imago images/Westend61

Nürnberg. Mehr als 1000 Lila-Weiße werden den VfL Osnabrück am Sonntag (Anstoß 13.30 Uhr) zum ersten Spiel in Nürnberg seit über zehn Jahren begleiten. Der Nürnberg-Kenner und FCN-Beobachter Markus Löser gibt Tipps rund um den Trip zum legendären „Club“.

Am Anfang steht die Anreise. Und weil gerade das Nürnberger Herbstvolksfest, Bayerns zweitgrößtes nach dem Münchner Oktoberfest, in unmittelbarer Nähe zum Max-Morlock-Stadion die Massen anlockt, sind selbst kostenpflichtige Parkplätze Mangelware. Also: Runter von der A3 am Kreuz Nürnberg-Nord, und Navi-Stimme bis Äußere Bayreuther Straße 166 zum Park+Ride-Parkhaus Herrnhütte folgen. Als gewissenhafter Auswärtsfahrer sind Sie bestimmt schon im Besitz einer Eintrittskarte. Gut so. Denn mit dem Ticket können Sie die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen. Mit der U-Bahn aus Herrnhütte zum Hauptbahnhof, von dort ist es eine halbe Stunde mit der S-Bahn (bis Frankenstadion), U-Bahn (Bauerfeindstraße) oder Straßenbahn (Linien 6 und 8 bis Dutzenteich; hier auch zum Herbstvolksfest). 

Drei im Weggla

Wenn noch ein bisschen Zeit ist vor oder nach dem Spiel: Auf zum Tiergärtnertor, (U-Bahn bis Plärrer, dann Straßenbahn 4 bis dorthin) und tauchen ein in das historische Nürnberg: Kaiserburg, Dürer-Haus, Stadtmuseum Fembo-Haus. Oder soll es lieber ein kulinarischer Streifzug durch fränkische Gefilde auf Hopfensaft-Basis sein? Das „Bier-Amt“ lockt mit gut 20 verschiedenen Sorten und deftiger Brotzeit. Natürlich geht es nicht ohne Drei im Weggla, die berühmten Nürnberger Rostbratwürste im Bonsai-Format.

Top-Spot ist das Bratwursthäusle am Fuße der Sebalduskirche gegenüber den Historischen Lochgefängnissen im alten Rathaus – empfohlen für „Liebhaber“ mittelalterlicher Folterkünste. Hauptmarkt mit Schöner Brunnen, Frauenkirche und Männleinlaufen (Schlag 12 Uhr) dürfen auf keinem Touristen-Foto oder -Video fehlen. Auf die ersten einheimischen Fans gemäßigter Natur treffen Sie nach Überquerung der Pegnitz (deutlich länger und etwas breiter als die Hase) im O’Shea’s am Wespennest 6–8.

Sehenswert: die Sebalduskirche. Foto: imago images/stock&people

Einen Superlativ gibt es für den zu bestaunen, der mit der U1 oder U11 Richtung Fürth (von Club-Fans als „Westvorstadt“ verunglimpft) fährt und an der Bärenschanzstraße aussteigt. Hier steht das Ludwig-Eisenbahn-Denkmal: Der monumentale Brunnen erinnert an die erste Eisenbahnfahrt in Deutschland zwischen Westvorstadt, pardon: Fürth, und Nürnberg im Jahre 1835. Fünf Gehminuten entfernt, in der Fürther Straße, steht der Justizpalast, in dem die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg im Schwurgerichtssaal 600 über die Nazi-Verbrecher Urteil hielten.  

Vor dem Spiel zum Herbstvolksfest? Foto: imago images/Westend61

Die Wiege des 1. FC Nürnberg war am 4. Mai 1900 die Gaststätte zur Burenhütte, westlich zur Altstadtmauer gelegen. Doch als wahre Heimat betrachtet der eingefleischte Cluberer den Stadtteil Zerzabelshof. Dort, im Alten Zabo, erinnert allerdings nur noch ein Gedenkstein in der Kachletstraße an die guten, alten Zeiten. Sie können auch eine Stadionführung durch das Nürnberger Stadion-Achteck buchen, telefonisch unter 09 11 21 73-33 33. Das kleine, aber sehr feine Club-Museum am Vereinsgelände am Valznerweiher hat am Wochenende aber leider die Türen geschlossen.  

Weitere Lokalitäten, wo Sie Fußball in unmittelbarer Nähe zum Max-Morlock-Stadion atmen können, sind das „Gutmann“ am Dutzendteich (mit Tretboot-Verleih) oder die Gaststätte Bahnhof Dutzendteich (Achtung: Hardcore-Cluberer). Geschichtlich Interessierten sei das Doku-Zentrum Reichsparteitagsgelände an der Alten Kongresshalle empfohlen. Direkt dahinter geht das Herbstvolksfest über die Bühne: Eine Maß Festbier kostet in diesem Jahr 9,60 Euro, die Wilde Maus feiert im XXL-Format ihre Premiere in der Noris. 


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