"Menschlich, dass die Spannung abfällt" VfL-Profi Susac: Wir haben etwas Großes geschaffen

Von Susanne Fetter und Andre Pottebaum

Jubel mit Pokal: Die Spieler des VfL Osnabrück mit der Meister-Trophäe der 3. Liga. Foto: Helmut KemmeJubel mit Pokal: Die Spieler des VfL Osnabrück mit der Meister-Trophäe der 3. Liga. Foto: Helmut Kemme 

Osnabrück. Der VfL Osnabrück hat den Pokal für die Meisterschaft in der 3. Fußball-Liga überreicht bekommen. Die 1:4-Niederlage gegen Unterhaching zum Saisonabschluss trübte die Stimmung nur kurz. Das sagen die Spieler:

Adam Susac, Innenverteidiger des VfL: Den Pokal hochzuheben, die Medaille zu bekommen, das sind besondere Momente, die müssen wir echt schätzen. Wir müssen jetzt erst einmal zur Ruhe kommen und uns über alles Gedanken machen, was wir erreicht haben. Wir dürfen uns auf keinen Fall wegen drei Niederlagen in Folge runterziehen lassen. Wir haben etwas Großes geschaffen. Nächstes Jahr wird es ganz schwer, die 2. Bundesliga ist eine ganz schwere Liga. Wir haben eine tolle Mannschaft, die Jungs waren alle brutal gut drauf, alles sind gelaufen wie die Bekloppten und jeder war für den anderen da. Wir haben 35 Spieltage alles investiert. Dass wir nach der Meisterschaft ein bisschen runter gefahren sind, das ist doch menschlich. Dazu hatten wir etwas Pech mit Verletzungen - angefangen bei der schweren Verletzung von Koka Engel. Aber auch andere wichtige Spieler haben uns am Ende gefehlt. Das soll keine Ausrede sein, aber das hat uns schon etwas aus dem Rhythmus gebracht. Trotzdem: Das letzte Spiel war nicht gut. Aber da müssen wir jetzt einen Haken dransetzen und darauf schauen, was wir diese Saison erreicht haben.

VfL Osnabrück: Ehrenrunde mit dem Meisterpokal

Benjamin Girth, Stürmer des VfL: Egal welches Ergebnis dabei rauskommt, so möchte man sich nicht verabschieden. Wir haben in den letzten zwei, drei Wochen, nachdem wir den Meistertitel klargemacht haben, relativ unglücklich gegen Rostock und Wiesbaden verloren. Heute hat man einfach gesehen, dass Haching besser war, und sie auch verdient gewonnen haben. Wir haben über 35 Spieltage alles gegeben, haben den ersten Matchball den wir gegen Cottbus zur Meisterschaft hatten, genutzt. Wir waren die ganze Saison so unter Spannung, da ist es auch menschlich, dass dann ein paar Prozente fehlen. Für mich war jedes Heimspiel ein Highlight, dazu die Serie, die wir gestartet haben. Ich bin im Winter hierherkommen, natürlich auch mit einem gewissen Ziel vor Augen. Jeden Spieltag wurde es einfach geiler, und ich glaube das Spiel gegen Aalen, als wir den Aufstieg perfekt gemacht haben – das war ein sehr emotionales Erlebnis und ein Highlight-Spiel dieses Jahr.


VfL Osnabrück trotz 1:4 gegen Unterhaching in Feierlaune

Anas Ouahim, offensiver Mittelfeldspieler des VfL: Wir haben kein gutes Spiel gemacht, aber man darf nicht vergessen, was wir diese Saison geleistet haben. Natürlich haben wir jetzt ein paar Spiele verloren. Trotzdem haben wir 38 Spiele überragend performt, haben nie nachgelassen und wir sind absolut verdient Meister dieser Liga geworden - das darf man trotz der Niederlagen zum Schluss nicht vergessen. Vielleicht kommt das auch unbewusst, dass jeder ein halbes Prozent nachgelassen hat. Aber wir haben Gas gegeben bei jeder Trainingseinheit, und das hat uns ausgezeichnet. Wir haben diese Liga dominiert, das darf man nicht vergessen. Wir haben eine überragende Saison gespielt, und lassen uns zurecht feiern. Wir ziehen immer an einem Strang, haben zusammen als Mannschaft agiert, haben super Fußball gespielt und hinten haben wir immer sehr stark gegen den Ball gearbeitet. In der Kabine haben wir von jedem Sieg ein Bild hängen, da kann man so viele Geschichten zu erzielen.

VfL Osnabrück: Fünf Spieler verabschiedet, zwei nicht

Alexander Dercho, verletzter Außenbahnspieler des VfL: An so einem Tag ist das Ergebnis, glaube ich, nicht entscheidend. Die Meisterschaft, dass wir aufgestiegen sind, die Freude überwiegt - für Region, Verein und Fans ist das traumhaft. Diesen Pokal zu bekommen, diese Medaille zu tragen, das ist absolut Genugtuung für die schweren harten Jahre, die hinter uns liegen. Es kribbelt im Bauch, das ist vergleichbar wie wenn ein Fünfjähriger sich auf Weihnachten freut. Es ist gerade einfach nur schön, diese Zeit mit dem Verein zu erleben.



 


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