Weiter keine gerechte Lösung in Sicht Regionalliga Nordost bleibt, Aufstiegslotterie auch

Die Meinung der Fans zur geplanten Regionalliga-Reform ist eindeutig. Foto: imago/Picture PointDie Meinung der Fans zur geplanten Regionalliga-Reform ist eindeutig. Foto: imago/Picture Point

Leipzig. Eindeutiges Votum für die Beibehaltung der Regionalliga Nordost: Die Vereine der Regionalligen Nordost, Nord und Bayern sowie die Drittligisten dieser Verbände sprachen sich in Leipzig klar für den Erhalt der ostdeutschen Liga aus. Damit versperrten sie sich den derzeit einzigen Weg zu einer Neuregelung des Aufstiegs in die 3. Liga.

Über fünf Stunden tagten die Vereinsmanager am Dienstag in Leipzig zusammen mit den Vertretern des DFB, der Regional- und Landesverbände, über eine Stunde dauerte die abschließende Pressekonferenz.

Zähe Auseinandersetzungen

Der Auftrag war klar, aber nicht einfach: Vier Aufsteiger stehen den Regionalligen zu; einer mehr als bisher. Voraussetzung war die Zustimmung der 3. Liga zu vier statt drei Absteigern. Ein gravierender Einschnitt, mit dem die höchste Profispielklasse des DFB in Vorleistung trat. Im Gegenzug wurde angekündigt, die Zahl der Regionalligen auf vier zu reduzieren, um jedem Meister den direkten Weg in die 3. Liga frei machen zu können. Auf das Roulette der bisher praktizierten Relegation sollte verzichtet werden.

Nachdem eine DFB-Arbeitsgruppe an diesem Auftrag gescheitert war, sollten sich nun die betroffenen Vereine und Verbände mit dem Problem beschäftigen. Der einzige Weg, so die Theorie: die Auflösung der Regionalliga Nordost und die Verteilung ihrer Clubs auf die Staffeln Nord und Bayern. Nach fünf Stunden mit zähen Auseinandersetzungen, hartem Meinungsaustausch und gelegentlichen emotionalen Spitzen kam es zu diesem Votum: Mit 47 Stimmen und vier Enthaltungen sprachen sich die Clubs für den Erhalt der Regionalliga Nordost aus.

Status quo nicht zufriedenstellend

Dass der Aufstieg in die 3. Liga wie bisher erfolgen soll, fand zwar auch eine Mehrheit, aber es gab zwölf Gegenstimmen und fünf Enthaltungen. Hier schlug sich zumindest ein wenig die Unzufriedenheit vieler Vereine mit dem Status quo nieder: Derzeit haben die Regionalligen West und Südwest (hier spielen auch die Vereine des Regionalverbandes Süd außer den bayerischen) je einen festen Aufsteiger; hier greift also der angestrebte Grundsatz „Der Meister steigt auf“. Dagegen müssen zwei der drei anderen Staffeln (Nord, Nordost und Bayern) im rollierenden Verfahren einen Aufstiegsplatz im K.-o.-Verfahren ausspielen, der Dritte steigt direkt auf. Das wird von vielen Vereinen als eine Wettbewerbsverzerrung empfunden. 

Drei Alternativen bleiben

Was bleibt an Alternativen? Erstens: eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Vereine mit dann fünf Absteigern und fünf Aufsteigern aus den fünf Regionalligen. Eine Regelung, die die Drittligisten finanziell noch weiter belasten würde. Zweitens: eine Teilung der 3. Liga in zwei Staffeln. Das wäre ein Rückschritt, denn die eingleisige 3. Liga hat sich seit 2008 zu einer für Zuschauer, Sponsoren, TV-Sender und Vereine attraktiven Klasse entwickelt. Drittens: eine Anpassung der pyramidalen Struktur der Spielklassen durch die Einführung einer zweigeteilten 4. Liga unterhalb der 3. Liga und oberhalb der Regionalligen. Das wäre der größte und mutigste Schritt.

Auch damit wird sich möglicherweise eine vom DFB unabhängige Expertenkommission beschäftigen, deren Einsetzung dem DFB-Bundestag am 27. September vorgeschlagen werden soll. Sie soll ohne Rücksicht auf Proporzdenken und Denkverbote das Modell Spielklassenreform im großen Karo entwickeln.


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