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19.03.2019, 22:10 Uhr KOMMENTAR

Zur geplanten Reform der Fußball-Regionalliga: In der Sackgasse

Ein Kommentar von Harald Pistorius


Stellte beim Spitzentreffen von Vertretern der Regionalverbände Bayern, Nord und Nordost zur Regionalliga-Reform die Ergebnisse vor: DFB-Vizepräsident Rainer Koch (Dritter von links). Foto: dpaStellte beim Spitzentreffen von Vertretern der Regionalverbände Bayern, Nord und Nordost zur Regionalliga-Reform die Ergebnisse vor: DFB-Vizepräsident Rainer Koch (Dritter von links). Foto: dpa

Osnabrück. Vertreter der Fußball-Drittligisten sowie der Regionalliga-Vereine aus dem Norden, Nordosten und Bayern haben sich für den Erhalt der ostdeutschen Liga ausgesprochen. Damit versperrten sie sich allerdings den derzeit einzigen Weg zu einer gerechten Regelung des Aufstiegs in die 3. Liga. Ein Kommentar.

Man könnte es sich leicht machen und auf engstirnige Verbandsfunktionäre und egoistische Club-Manager schimpfen, wenn nach monatelangen Beratungen kein Ergebnis steht. Doch ganz so einfach ist es nicht; erst recht nicht, wenn es um die Probleme an der Nahtstelle zwischen Profi- und Amateurfußball geht. Die fließenden Übergänge an dieser Grenze sind seit Jahrzehnten Anlass für Reformen.

Zerschlagung gegen Werte des Fußballs

Dass nun die Dritt- und Regionalligisten aus dem Norden, Nordosten und Bayern quasi kapitulieren vor dem Auftrag der DFB-Arbeitsgruppe, ist keine Angst vor der eigenen Courage. Sondern die Erkenntnis, in einer Sackgasse ohne Wendemöglichkeit zu sein. Der einzige Ausweg wäre die Auflösung der Regionalliga Nordost. Doch das wäre ein Verstoß gegen alle Werte des Fußballs gewesen, ein Tiefschlag für den ostdeutschen Fußball mit sportpolitischer Brisanz. Undenkbar.

Machtkampf der Verbände

Nun wird der DFB-Bundestag im September entscheiden, wie künftig drei Regionalligen zwei Aufsteiger ermitteln. Bedauerlich, dass diese Institution keine Plattform für eine sachorientierte Auseinandersetzung ist, bei der die besseren Argumente siegen. Stattdessen ist es ein Machtkampf der Regional- und Landesverbände, die wie zementiert im Block abstimmen. West und Südwest stechen die drei anderen Regionalligen aus und werden mit ihrer Stimmenmehrheit ihre festen Aufsteiger durchsetzen. 

Solidarität und Gemeinschaft sehen anders aus.


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