zuletzt aktualisiert vor

Trainer des VfL Osnabrück im Gespräch Daniel Thioune: Ich kann mir vorstellen, der Christian Streich von Osnabrück zu werden

Trainer Daniel Thioune gibt Anweisungen von der Seitenlinie. Foto: imago/WedelTrainer Daniel Thioune gibt Anweisungen von der Seitenlinie. Foto: imago/Wedel

Osnabrück. Daniel Thioune steht mit dem VfL Osnabrück an der Tabellenspitze der 3. Fußball-Liga – bei seiner ersten Trainer-Station im Senioren-Profifußball. "Ich setze mir nach oben keine Grenzen", sagt der 44-Jährige zu möglichen Perspektiven des VfL – und für ihn selbst.

"Ich habe in meiner ersten Saison gleich die ganze Brandbreite des Geschäfts kennenlernen dürfen und musste einige Widerstände aus dem Weg räumen", sagte Thioune in einem Gespräch mit ndr.de zu seiner schwierigen ersten Saison, die nach einer langen Negativserie auf Platz 17 der 3. Liga endete – der VfL hatte in 38 Spielen nur 37 Punkte geholt. "Die Erfahrungen hätte ich nicht unbedingt machen müssen, ich möchte sie aber jetzt auch nicht missen", sagt Thioune heute im Rückblick.

Wichtig sei gewesen, dass man ihm innerhalb des Klubs die Stange gehalten habe. "Offenbar hatte ich dort mit meiner Arbeit überzeugt." Vor allem Sportdirektor Benjamin Schmedes sei offenbar zum Schluss gekommen, dass der Trainer vielleicht mit dem Klassenerhalt noch das Beste aus einer schwierigen Situation gemacht habe. "Er hat meine Qualität gesehen und hatte das Vertrauen, dass sich die bei einem veränderten Kader auch in Ergebnissen zeigen würde", so Thioune.

Ein besonderer Moment sei es gewesen,als VfL-Legende Paul Linz ihm sein Trikot geschenkt habe, sagte Daniel Thioune bei ndr.de Foto: Kemme

Ein Erfolgsgeheimnis des aktuellen Teams sei laut Thioune, dass alle Spieler nicht zufrieden mit dem Ist-Zustand seien, sondern noch etwas Großes erreichen wollen in ihrer Karriere. So habe man im vergangenen Sommer den Kader zusammengestellt. "Wir haben Spieler gesucht, die sich mit unserem großen Ziel identifizieren. Der Aufstieg könnte der große Moment für die Spieler sein", so Thioune. Auch ihm selbst fehle solch ein großes Erlebnis noch, weil er beim Aufstieg 2000 als Spieler in der entscheidenden Phase wegen einer Verletzung keine Rolle gespielt habe.

Dass er selbst nun beim VfL, den er als Fan, Zuschauer, Spieler und Jugendtrainer kennt, als Chefcoach der Profis arbeiten dürfe, empfände er als privilegierte Position, so Thioune. "Ich könnte mir gut vorstellen, der Christian Streich oder Thomas Schaaf von Osnabrück zu werden. Als Kind der Stadt habe ich eine hohe Identifikation mit dem Club", so der 44-Jährige. Thioune ergänzte gegenüber ndr.de aber auch, dass er nicht mit dem VfL verheiratet sei und sich nach oben keine Grenzen setze. Als Spieler habe er keine größere Karriere starten können weil er den Moment des Absprungs verpasst habe, weil er nicht fokussiert genug gewesen sei. "Das wird mir, glaube ich, nicht nochmal passieren", so Thioune.

Weiterlesen: Stimmung in Jena vor Spiel beim VfL im Keller


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN