0:2 gegen Sonnenhof Großaspach VfL-Trainer Thioune: Mit dieser Niederlage kann ich leben

Von Johannes Kapitza und Stefan Alberti

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Tief enttäuscht: Der VfL Osnabrück kassierte gegen die SG Sonnenhof Großaspach seine zweite Saisonniederlage. Foto: Helmut KemmeTief enttäuscht: Der VfL Osnabrück kassierte gegen die SG Sonnenhof Großaspach seine zweite Saisonniederlage. Foto: Helmut Kemme 

Osnabrück. Die vermeintlich kleinen Gegner bieten die größte Fallhöhe: Ausgerechnet gegen den Drittletzten, die SG Sonnenhof Großaspach, kassierte der VfL Osnabrück seine zweite Saisonniederlage in der 3. Fußball-Liga. Das 0:2 soll die Laune nicht allzu lange dämpfen.

In 17 Spielen vor der „Lila-weißen Nacht“ noch ungeschlagen, aktuell seit dem 15. September in 15 Saisonspielen ohne Niederlage – am Freitag um kurz vor 21 Uhr waren diese Erfolgsstrecken in einer großen Enttäuschung verpufft. Ausgerechnet zuhause kassierte der Tabellenführer seine zweite Niederlage – und das nicht wie im September gegen einen Aufstiegsanwärter vom Format des Karlsruher SC, sondern gegen den Tabellen-18. Ausgerechnet der bislang schlechteste Sturm der Liga überwand zweimal die bis dato beste Abwehr.

Thioune: Heute sind die Köpfe unten

„Heute sind die Köpfe unten“, sagte Trainer Daniel Thioune, aber das 0:2 soll nicht vorschnell zur Sinnkrise führen. „Mit so einer Niederlage kann ich ganz gut leben, weil man gemerkt hat, dass meine Mannschaft gewinnen wollte“, sagte Thioune.

Frühe Chancen nicht genutzt

Der VfL hatte früh Chancen. Korbinian Burger warf sich in höchster Not in den Schuss von Bashkim Renneke (5.), Benjamin Girth traf den Ball nicht richtig (7.), und ein scharfer Freistoß von Marcos Álvarez wurde von einem Mitspieler ins Toraus abgelenkt (8.). 10 763 Zuschauer waren hoffnungsvoll, aber die Gäste nutzten die erste Chance: Michael Vitzthum war Adam Sušac und Renneke enteilt, nahm einen hohen Diagonalball ab und ließ beim 0:1 aus spitzem Winkel auch den sonst so souveränen Keeper Nils Körber alt aussehen (13.).

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Álvarez vergibt die geschenkte Chance zum Ausgleich

Es sprach für den VfL, dass er gleich wieder in den Vorwärtsgang schaltete, aber bei allen spielerischen Bemühungen verzettelte sich der Spitzenreiter in Ungenauigkeiten. Trotzdem gab es die Chance zum Ausgleich. Verteidiger Patrick Choroba klärte im Strafraum mehr mit der Brust als mit dem Arm, aber nach kurzem Zögern zeigte Schiedsrichter Florian Badstübner zum Elfmeterpunkt. Álvarez nahm das Geschenk nicht an: Er zielte unten links, aber auch SG-Torwart Kevin Broll flog dorthin und lenkte den Ball zur Ecke (28.).

Machte seiner Mannschaft keinen Vorwurf: VfL-Trainer Daniel Thioune. Foto: Helmut Kemme

Thioune: Hätten noch anderthalb Stunden spielen können...

Mit Mut kamen die Lila-Weißen nach der Pause aus der Kabine, aber das Tor machten erneut die Gäste: Philipp Hercher lief Konstantin Engel auf dem Flügel davon. Maurice Trapp ließ die Hereingabe passieren, Ulrich Taffertshofer grätschte vorbei, Sušac konnte nicht eingreifen. Am zweiten Pfosten stand Zlatko Janjic allein und schob gegen den machtlosen Körber ein (54.). Am 3. Spieltag hatte der VfL gegen 1860 München aus einem 0:2-Rückstand schon einmal ein Remis gemacht, aber selbst das Flutlicht und die anpeitschenden Fans vermochten so eine Wende nicht erneut einzuleiten. „Wir hätten noch anderthalb Stunden spielen können und hätten den Ball heute nicht im Tor untergebracht“, sagte Thioune, der nicht damit haderte, dass weitere mögliche bis zwingende Elfmeterpfiffe für sein Team ausblieben. 

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VfL nutzt seine Chancen nicht

Der VfL hatte ja auch so seine Chancen: Alvarez‘ Freistoß ging über das Tor (72.), Luca Pfeiffer traf die Latte (77.), Taffertshofer (79.) und Blacha (88.) fanden in Broll ihren Meister, Girth kam eine Fußlänge zu spät (85.). Die Selbstverständlichkeit und das Glück des Tüchtigen, das die Lila-Weißen in dieser Saison schon mehrfach erzwungen hatten, fehlte dieses Mal. Thioune machte ein anderes Manko aus: „Uns hat nicht das Glück gefehlt. Uns hat ein Tor gefehlt“, bilanzierte der Trainer, dessen Team beim Pfostenschuss von Hercher fast noch das 0:3 kassiert hätte (72.). 

"Wir sind immer bereit, eine Reaktion zu zeigen"

Mit den Partien in Münster, gegen Halle und in Karlsruhe steht der VfL vor wegweisenden Wochen. „Wir schütteln uns und sind immer bereit, eine Reaktion zu zeigen“, sagt Thioune, der schon im Training am Samstag erste Aufbauhilfe leisten wird: „Meine Spieler sind gelaufen und gerannt und sie hatten Möglichkeiten. Ich mache ihnen keinen Vorwurf. Wir arbeiten weiter.“




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