Álvarez verschießt Elfmeter 0:2 gegen Großaspach: VfL Osnabrück kassiert zweite Saisonniederlage

Von Johannes Kapitza und Stefan Alberti

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Zu Fall gebracht: Konstantin Engel (Mitte) und der VfL Osnabrück kassierten gegen Timo Röttger und die SG Sonnenhof Großaspach ihre zweite Saisonniederlage. Foto: imago/Noah WedelZu Fall gebracht: Konstantin Engel (Mitte) und der VfL Osnabrück kassierten gegen Timo Röttger und die SG Sonnenhof Großaspach ihre zweite Saisonniederlage. Foto: imago/Noah Wedel 

Osnabrück. Die Serie ist gerissen: Nach 15 ungeschlagenen Spielen hat der VfL Osnabrück in der 3. Fußball-Liga seine zweite Niederlage der Saison kassiert. Am 23. Spieltag unterlag der Spitzenreiter dem Tabellen-18. SG Sonnenhof Großaspach mit 0:2. 10763 Zuschauer sahen einen durchaus bemühten VfL, dem allerdings die Leichtigkeit der bisherigen Saison abging und dem die Durchschlagskraft fehlte. Die defensiven Gäste nutzten ihre wenigen Chancen. Der VfL traf nicht mal vom Elfmeterpunkt.

Trainer Daniel Thioune griff beim Personal auf die Startelf vom Heimsieg gegen den SV Meppen zurück: Marcos Álvarez kehrte nach abgesessener Gelbsperre zurück ins Team. David Blacha (Schmerzen nach wiederholtem Schlag aufs Sprunggelenk), Konstantin Engel (muskuläre Probleme in der Schulter) und Bashkim Renneke (Hand geprellt) standen nach Blessuren und Trainingspausen unter der Woche ebenfalls von Beginn an auf dem Rasen.

Vitzthum lässt Körber beim 0:1 alt aussehen

Der VfL schaltete gegen defensiv eingestellte Gäste früh in den Vorwärtsgang: Renneke zögerte nach einem passgenauen Seitenwechsel von Álvarez etwas zu lange mit dem Abschluss, so dass sich Großaspachs Verteidiger Korbinian Burger noch in den Schuss werfen konnte (5.). Benjamin Girth traf den Ball aus 16 Metern nicht richtig (7.), Álvarez' scharfer Freistoß wurde vom eigenen Mann ins Toraus abgelenkt (8.). Umso kälter war die Dusche beim ersten richtig gefährlichen Vorstoß der Gäste, der mit dem 0:1 endete. Timo Röttger überlistete mit einem hohen Diagonalball die VfL-Viererkette, Michael Vitzthum war Adam Susac und Renneke enteilt und ließ aus ganz spitzem Winkel auch den sonst so souveränen Keeper Nils Körber alt aussehen (13.). 

Álvarez scheitert vom Elfmeterpunkt

Die Lila-Weißen antworteten mit weiteren Offensivbemühungen, wollten es aber ein ums andere Mal zu verspielt lösen und verzettelten sich in Ungenauigkeiten. Trotzdem bekam der Tabellenführer die Chance zum Ausgleich schmeichelhaft auf dem Silbertablett serviert, als Patrick Choroba den Ball im Strafraum mehr mit der Brust als mit der Schulter klärte – Schiedsrichter Florian Badstübner entschied nach kurzem Zögern trotzdem auf Elfmeter. Alle berechtigten Proteste der Großaspacher waren umsonst, wie sich kurz darauf herausstellen sollte: SG-Torwart Kevin Broll tauchte ab, lenkte den von Álvarez flach links getretenen Strafstoß zur Ecke (28.) und parierte damit seinen dritten Elfmeter in dieser Saison. Ouahims Schuss ans Außennetz nach Zusammenspiel mit Benjamin Girth (30.) und dessen Kopfball übers Tor nach Flanke von Marc Heider (43.) waren nur kleine Lichtblicke in Sachen Torchancen (30.). Der VfL biss sich an den tief zurückgezogenen Großaspachern die Zähne aus und ging mit einem Rückstand in die Pause.

Fehlerkette vor dem 0:2

Das Publikum hatte früh gespürt, dass die Mannschaft Unterstützung von den Rängen brauchte, und trieb das Team an – allerdings nicht mit dem gewünschten Ergebnis. Erst spitzelte Choroba Girth den Ball im Strafraum vom Fuß (49.). Dann erhöhten die Gäste auf 2:0. Philipp Hercher lief Engel auf dem Flügel davon. Maurice Trapp ließ die Hereingabe passieren, Ulrich Taffertshofer grätschte vorbei, auch Susac konnte nicht klären. So stand der eingewechselte Winterzugang Zlatko Janjic am zweiten Pfosten allein und schob gegen den machtlosen Körber ein (54.). Álvarez' wütender Distanzschuss übers Tor war nicht das erhoffte Sturmsignal (55.). Mehrfach forderten VfL-Fans und die Besetzung der Trainerbank einen weiteren Handelfmeter, den es jedoch nicht gab. 


Großaspach lauert auf Konter, Hercher trifft den Pfosten

Gegen die Gäste, die nur noch auf Konter lauerten, erhöhte der Spitzenreiter das Risiko. Thioune wechselte mit Manuel Farrona Pulido, Luca Pfeiffer und Sebastian Klaas mehr Offensivpersonal ein, aber Großaspach war dem 3:0 ähnlich nah wie der VfL dem Anschlusstreffer. Alvarez' Freistoß ging über das Tor (72.), im Gegenzug hatte Hercher nach dem frühen Herauslaufen von Körber das leere Tor vor sich, traf aber nur den Pfosten (72.). Dem Anschluss am nächsten kam Pfeiffer bei seinem Schuss an die Latte (77.). Taffertshofers Drehschuss parierte Broll gut (79.). Auch Körber zeichnete sich aus, den Nachschuss brachte Vitzthum aus kurzer Distanz nicht im Tor unter (82.). Girth war bei einer Flanke eine Fußlänge zu kurz (85.), Blacha scheiterte an Broll (88.), so dass die zweite Saisonniederlage Gestalt annahm.

VfL stehen schwere Aufgaben bevor

Die ersten Verfolger aus Karlsruhe (Samstag in Jena, Dienstag zum Nachholspiel in Zwickau) und Halle (Samstag in Kaiserslautern) können den Vorsprung des Tabellenführers kurzfristig schmelzen lassen. Ein kleines Polster bleibt, wobei der VfL mit den Spielen in Münster, gegen Halle und in Karlsruhe drei schwere Aufgaben erwarten.


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