Verein: Umsetzung schwierig VfL-Fans gegen Plastikmüll im Stadion

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Mehrere tausend Einwegbecher müssen nach jedem Heimspiel weggeworfen werden. Bis 2015 waren in vielen Bereichen des Stadions noch Mehrwegbecher im Umlauf. Foto: Flohre FotografieMehrere tausend Einwegbecher müssen nach jedem Heimspiel weggeworfen werden. Bis 2015 waren in vielen Bereichen des Stadions noch Mehrwegbecher im Umlauf. Foto: Flohre Fotografie

Osnabrück. Einige Fans des VfL schlagen vor, Einwegbecher aus dem Stadion an der Bremer Brücke zu verbannen. Der Verein ist grundsätzlich dafür, sieht aber Probleme bei der schnellen Umsetzung.

Die Zahl der Einwegbecher, die im Laufe dieser Saison im Stadion an der Bremer Brücke im Müll landen, dürfte in die Hunderttausende gehen. Ein Rechenbeispiel: Trinkt jeder der durchschnittlich 11 200 Zuschauer bei Heimspielen ein Getränk, fällt am Ende dieser Saison ein Müllberg mit etwa 224 000 Bechern an. Genaue Angaben zu der Anzahl der Becher macht der VfL nicht.

Dieser Berg an Plastikmüll ist einigen Fans um Frederic Engel ein Dorn im Auge. „Mein Sohn Henrik hat mich bei einem Stadionbesuch auf die Einwegbecher aufmerksam gemacht und so haben wir auf unserem Blog eine Initiative für Mehrwegbecher gestartet“, sagt Engel. Unterstützt werde sein Vorschlag von einigen Fanclubs. Ziel ist es, die Einwegbecher aus dem Stadion so schnell wie möglich zu verbannen und zu einem Pfandsystem mit wiederverwendbaren Behältern zurückkehren.

Mehrwegbecher nach Derby gegen Münster abgeschafft

Von Anfang der 2000er Jahre bis zum 23. September 2015, dem Derby gegen Preußen Münster, wurden die Getränke in vielen Bereichen des Stadions in Mehrwegbechern ausgeschenkt. Ausgenommen davon waren lediglich die Stehplätze in der Westkurve.

Ob zum Mehrwegbecher zurückgekehrt wird, ist fraglich. Zunächst seien da Sicherheitsbedenken, führt VfL-Pressesprecher Sebastian Rüther an. Am Derbytag 2015 flogen Becher auf das Spielfeld und der Verein habe eine Geldstrafe entrichten müssen. Seit Abschaffung der Mehrwegbecher habe der VfL keine Strafen für solche Verstöße zahlen müssen, denn die leichteren Einwegbecher lassen sich nicht so gut als Wurfgeschosse zweckentfremden.

Wenig Platz im Stadion für Waschstraßen

Und noch ein Problem: Die wiederverwendbaren Becher müssten im Stadion gelagert und Waschstraßen eingerichtet werden. „Dafür haben wir keinen Platz“, stellt Rüther klar. Zu dem vier Jahre alten Konzept könne der Verein aufgrund der mittlerweile strengeren Hygienevorschriften nicht zurückkehren. „Das war auch eine Behelfslösung“, sagt Rüther. Die Wirtschaftlichkeit eines solchen Vorhabens sei natürlich nicht außer Acht zu lassen und der Umstieg auf Mehrwegbecher mit Kosten verbunden. Der Verein hält daher Ausschau nach einem passenden Konzept. Rüther bekräftigt: „Mehrwegbecher sind kein Allheilmittel. Sie sind aus Plastik und durch das Spülen wird die Umwelt belastet.“

Eine Studie der Deutschen Umwelthilfe zeigt allerdings auf, dass Mehrwegbecher trotz Spülens ökologisch unbedenklicher als Einwegbecher sind. Wird ein Becher fünfmal benutzt, ist er umweltfreundlicher als Einwegbecher. Für einige Bundesligavereine waren diese Argumente bereits ein Grund, auf ein Pfandsystem umzusteigen. Zu Beginn der Saison führte der FC Bayern München Mehrwegbecher ein.

VfL sucht nach Konzept

Auch der VfL schaut auf andere Vereine, die beim Umweltschutz vorangehen. So sei die TSG Hoffenheim mit ihrem neuen Sponsor ein Vorbild, sagt Rüther. Ein umsetzbares, wirtschaftliches und nachhaltiges Konzept habe der VfL noch nicht entdeckt. „Ich will nicht ausschließen, dass wir irgendwann zu Mehrwegbechern zurückkehren“, sagt Rüther, denn für den VfL habe Umweltschutz hohen Wert.

Das Präsidium des Vereins habe ebenfalls die Relevanz der Mehrwegbecher betont, berichtet Frederic Engel, der sein Anliegen gemeinsam mit seinem Sohn am Dienstag Freddy Fenkes, Michael Wernemann und Manfred Hülsmann vortrug. „Wir haben die Anregungen aufgenommen und wollen prüfen, ob wir bis zum Sommer ein Konzept entwickeln können“, sagt Hülsmann. Dann sei der Einsatz von Mehrwegbechern vielleicht schon in der neuen Saison denkbar. „Das Präsidium versicherte uns, dass wiederverwendbare Becher langfristig alternativlos sind“, sagt Engel.

Um jetzt schon aktiv zu werden, will Engel eine Online-Petition aufsetzen. Damit sollen mehr Menschen für das Thema Mehrweg in Stadien sensibilisiert werden.


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