Serie soll auch in München halten VfL-Defensivallrounder Engel selbstkritisch: Wir können mehr

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Selbstkritisch nach dem Sieg gegen den SV Meppen: Osnabrücks Defensivallrounder Konstantin Engel (rechts, im Laufduell mit Meppens Marius Kleinsorge). Foto: imago/Werner ScholzSelbstkritisch nach dem Sieg gegen den SV Meppen: Osnabrücks Defensivallrounder Konstantin Engel (rechts, im Laufduell mit Meppens Marius Kleinsorge). Foto: imago/Werner Scholz 

Osnabrück. So flexibel wie Konstantin Engel wurde beim VfL Osnabrück in dieser Saison noch kein anderer Spieler eingesetzt. Bei der Frage nach der Lieblingsposition bevorzugt es der 30-Jährige diplomatisch: „Im Moment hinten links.“ Aber: „Meinetwegen kann mich der Trainer auch offensiv bringen, wenn’s sein muss“, grinst er, „das kann ich auch.“

Die Aussage ist natürlich mit einem scherzhaften Augenzwinkern versehen, aber Engel würde vermutlich auch dann nicht murren, wenn er auf der nächsten neuen Position zum Einsatz käme. „Wichtig ist es, fokussiert zu sein und seine Aufgaben zu erledigen. Das funktioniert ganz gut. Wo ich dann spiele, ist mir egal“, sagt Engel, der in dieser Saison schon auf der rechten Abwehrseite, als Innenverteidiger und im defensiven Mittelfeld aufgelaufen ist.

Engel lobt den Teamgeist

Da Alexander Dercho lange ausfällt und Youngster Felix Agu trotz aller guten Leistungen immer noch in der Eingewöhnungsphase in der 3. Fußball-Liga ist, könnte Engel vorerst als Linksverteidiger gesetzt sein. Auf der Position verdiente er sich mit seiner Leistung gegen den SV Meppen jüngst gute Kritiken und eine Berufung in die Elf des Tages beim Fachmagazin „Kicker“. Das sei zwar eine persönliche Anerkennung, sagt Engel, aber „meine Leistung bewerte ich nicht über. Das überlasse ich dem Trainer. Am wichtigsten ist, dass wir als Mannschaft gewinnen.“ Der Teamgedanke trägt in dieser Saison zum Erfolg bei, wie Engel bestätigt: „Wir verstehen uns auch außerhalb des Platzes, und dann ist man bereit, auch auf dem Platz ein-, zweimal mehr für einen Mitspieler zu laufen und für ihn zu kämpfen. Das hatten wir in der letzten Saison nicht.“

„Der Trainer hat immer eine Idee“

Wenn das Team im Vordergrund steht, sind persönliche Befindlichkeiten nachrangig. „Es ist nicht schön, auf der Bank zu sitzen, und da ist jeder unzufrieden. Aber der Trainer hat immer eine Idee“, sagt Engel. Auch er musste zwei Partien schon von der Bank aus verfolgen. „Wir haben so eine Qualität im Kader, dass jeder einen Platz verdient hat“, sagt Engel und will nicht mit Trainer Daniel Thioune tauschen:

„Ich bin froh, dass ich nicht entscheiden muss, wer spielt.“Konstantin Engel, Defensivallrounder des VfL Osnabrück

Selbstkritische Spieler nach Sieg gegen Meppen

In München wäre Engel natürlich gerne wieder auf dem Rasen dabei, auch um den Eindruck vom Meppen-Spiel wieder ein wenig geradezurücken. „Wir haben die zweite Halbzeit nicht so gestaltet, wie wir wollten. Wir können mehr“, sagt Engel selbstkritisch. Entsprechend sei die Stimmung in der Kabine trotz des Sieges „ein bisschen unzufrieden“ gewesen. „Wir müssen in München ein anderes Gesicht zeigen, damit wir unsere Serie ausbauen“, mahnt Engel.

 Thioune warnt: Aufpassen, dass wir uns nicht selbst überholen

Sein Trainer bremst die Selbstkritik: „Die Stimmung nach dem Sieg war etwas merkwürdig“, sagt er. „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht selbst überholen. Wir sollen uns erst mal über Sieg freuen und glücklich sein“, sagt Thioune. Auch er war nicht gänzlich zufrieden mit dem Auftritt. Vor der Winterpause und in den Spielen der Wintervorbereitung habe sein Team spielerisch mehr überzeugt als gegen Meppen. „Ich bin zuversichtlich, dass sich das auch schnell wieder so einstellt“, sagt er und betont: „Die Jungs machen ja auch Vieles richtig.“ Deshalb müsse sein Team nicht gänzlich ein anderes Gesicht zeigen, sondern „da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Wir müssen gut verteidigen und dann mit mehr Qualität nach vorne spielen.“

Fokussiert: Konstantin Engel im Trainingslager-Testspiel in der Türkei. Foto: imago/Geisser

„Wir haben Bock darauf, die Serie auszubauen“

Dann sei auch am Samstag (14 Uhr) beim TSV 1860 München etwas möglich, hoffen die Lila-Weißen. Auf dem Spiel steht eine Serie von 14 ungeschlagenen Spielen in Folge. „Wir haben Bock darauf, die Serie auszubauen“, sagt Thioune. Zusätzlichen Druck spürt die Mannschaft nicht, wie Engel betont: „Ich wusste gar nicht, seit wie vielen Spielen wir ungeschlagen sind. Das ist auch schnuppe. Hauptsache, wir gehen am Samstag ohne Niederlage vom Platz.“ Dass die Serie reißen könnte, wenn sie thematisiert wird, fürchtet Engel nicht: „Wir haben auch schon vor dem Spiel gegen Meppen über die Serie gesprochen – und wir haben gewonnen.“

Hier geht es am Samstag direkt zum Liveticker


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